Seminar Dissect – YARA-, IOC- und Anomalieanalyse

Der Kurs verbindet indikatorbasierte Suche, YARA-Prüfung und Baseline-orientierte Anomalieanalyse mit Dissect. Suchumfang, Regeln, Trefferkontext, Fehlalarmprüfung und Multi-Target-Skalierung werden so gestaltet, dass Ergebnisse reproduzierbar und für Incident Response belastbar bleiben.

Inhaltsverzeichnis

  1. Huntingauftrag und Indikatorqualität
  2. Target-Auswahl und Scoping
  3. Datei-, Pfad- und Hashindikatoren
  4. Artefakt- und Identitätsindikatoren
  5. YARA-Regeln vorbereiten
  6. Gestufte YARA-Ausführung
  7. Trefferkontext und Validierung
  8. Baseline und Seltenheitsanalyse
  9. Multi-Target-Skalierung
  10. Ergebnisbewertung und Übergabe

Lernziele

  • IOCs mit Quelle, Gültigkeit, Typ und Suchstrategie strukturiert verwalten
  • Datei-, Pfad-, Hash-, Konto- und Artefaktindikatoren reproduzierbar suchen
  • YARA-Regeln kontrolliert testen und gestuft auf Targets anwenden
  • Seltene Werte und Baseline-Abweichungen fachlich bewerten
  • Treffer durch Kontextartefakte bestätigen und Fehlalarme nachvollziehbar verwerfen

Seminarinhalte

1. Huntingauftrag und Indikatorqualität

  1. Schritt 1: Incident-Frage und Ziel des Huntings präzisieren.
  2. Schritt 2: IOCs nach Typ, Quelle, Vertrauensgrad, Gültigkeit und Zeitbezug erfassen.
  3. Schritt 3: Exakte Indikatoren von Verhaltens- und Kontextmerkmalen unterscheiden.
  4. Schritt 4: Erfolgskriterien, Suchumfang und Abbruchschwellen definieren.

2. Target-Auswahl und Scoping

  1. Schritt 1: Targets nach Systemrolle, Exposition und Incident-Nähe gruppieren.
  2. Schritt 2: Pilotgruppe für Regel- und Performanceprüfung auswählen.
  3. Schritt 3: Datenvollständigkeit und verfügbare Artefaktgruppen pro Target bewerten.
  4. Schritt 4: Suche gestuft von priorisierten zu weiteren Systemen erweitern.

3. Datei-, Pfad- und Hashindikatoren

  1. Schritt 1: Indikatoren in normalisierte Werte und Suchvarianten überführen.
  2. Schritt 2: Pfad- und Dateisuche auf relevante Volumes und Zeiträume eingrenzen.
  3. Schritt 3: Hashwerte nur für fachlich sinnvolle Kandidaten oder vorhandene Metadaten prüfen.
  4. Schritt 4: Treffer mit Größe, Pfad, Zeit, Besitzer und Quelltarget anreichern.

4. Artefakt- und Identitätsindikatoren

  1. Schritt 1: Konten, Dienste, Aufgaben, Registrywerte und andere Artefakte als Suchobjekte definieren.
  2. Schritt 2: Pluginabfragen mit konsistenten Filtern über mehrere Targets ausführen.
  3. Schritt 3: Namensvarianten, Groß-/Kleinschreibung und Normalisierung kontrollieren.
  4. Schritt 4: Treffer gegen Systemrolle und bekannte Administration bewerten.

5. YARA-Regeln vorbereiten

  1. Schritt 1: Regelzweck, erwartete Dateitypen und zulässige Trefferbreite dokumentieren.
  2. Schritt 2: Syntax, Bedingungen und Testkorpus vor dem produktiven Lauf prüfen.
  3. Schritt 3: Regeln nach Stabilität und erwarteter Laufzeit gruppieren.
  4. Schritt 4: Version, Autorisierung und Änderungsstand jeder Regel festhalten.

6. Gestufte YARA-Ausführung

  1. Schritt 1: Regeln zunächst auf kleine, bekannte Datenbestände anwenden.
  2. Schritt 2: Suchpfade, Dateigrößen und Dateitypen zur Laufzeitkontrolle eingrenzen.
  3. Schritt 3: Pilotlauf auf ausgewählten Targets auswerten und Fehlalarme korrigieren.
  4. Schritt 4: Freigegebene Regelgruppe kontrolliert auf den erweiterten Scope anwenden.

7. Trefferkontext und Validierung

  1. Schritt 1: Trefferdatei, Regel, Namespace, Pfad und Target eindeutig erfassen.
  2. Schritt 2: Dateimetadaten und relevante Inhalte kontrolliert sichern.
  3. Schritt 3: Ausführung, Persistenz, Benutzerbezug und Netzwerkspuren ergänzend prüfen.
  4. Schritt 4: Einzelnen Signaturtreffer nicht ohne Kontext als bestätigten Vorfall bewerten.

8. Baseline und Seltenheitsanalyse

  1. Schritt 1: Vergleichsgruppen nach Betriebssystem, Rolle und Softwarestand bilden.
  2. Schritt 2: Seltene Dienste, Aufgaben, Konten, Pfade oder Werte ermitteln.
  3. Schritt 3: Seltenheit gegen bekannte Sonderfälle und Change-Daten prüfen.
  4. Schritt 4: Auffällige Abweichungen als neue, testbare Hypothesen formulieren.

9. Multi-Target-Skalierung

  1. Schritt 1: Abfragesätze, Regelgruppen und Ausgabeordner standardisieren.
  2. Schritt 2: Parallelisierung und Ressourcenverbrauch anhand der Umgebung begrenzen.
  3. Schritt 3: Teilfehler, nicht unterstützte Targets und unvollständige Läufe getrennt erfassen.
  4. Schritt 4: Fortsetzung, Wiederholung und Scope-Erweiterung nachvollziehbar steuern.

10. Ergebnisbewertung und Übergabe

  1. Schritt 1: Treffer nach bestätigt, wahrscheinlich, unklar und verworfen klassifizieren.
  2. Schritt 2: Indikator, Kontextbelege und Gegenargumente gemeinsam dokumentieren.
  3. Schritt 3: Betroffene Targets, Reichweite und nächste Maßnahmen priorisieren.
  4. Schritt 4: Regeln, Abfragen, Versionen und Ergebnisdaten reproduzierbar archivieren.

Praxisübungen

  • Aufbau einer qualitätsbewerteten IOC-Liste und gestuften Suchstrategie
  • Multi-Target-Suche nach Datei-, Konto- und Persistenzindikatoren
  • Test, Optimierung und kontrollierte Ausführung einer YARA-Regelgruppe
  • Baseline- und Fehlalarmprüfung mit priorisierter Trefferübergabe

Zielgruppe

Threat Hunter, DFIR- und SOC-Analysten, Detection Engineers und Incident Responder

Voraussetzungen

Grundlagen digitaler Forensik und Incident Response, praktische Dissect-Grundkenntnisse sowie Grundverständnis von IOCs und YARA-Regeln

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Threat Hunter, DFIR- und SOC-Analysten, Detection Engineers und Incident Responder
Voraussetzungen: Grundlagen digitaler Forensik und Incident Response, praktische Dissect-Grundkenntnisse sowie Grundverständnis von IOCs und YARA-Regeln
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Zürich 2 Tage
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Bern 2 Tage
Luzern 2 Tage
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
Basel 2 Tage
Winterthur 2 Tage
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