Der Kurs behandelt die forensische Untersuchung virtueller Infrastrukturen mit Dissect. Konfigurationen, virtuelle Datenträger, Snapshots, registrierte Gäste, Hypervisorartefakte und Child Targets werden inventarisiert und in eine eindeutige Host-Gast-Zeitlinie überführt.
Inhaltsverzeichnis
- Untersuchungsmodell virtueller Infrastrukturen
- Inventarisierung von VM-Konfigurationen
- Virtuelle Datenträger und Formate
- Snapshots und Zustandsbezüge
- Targets aus virtuellen Maschinen öffnen
- Child Targets und verschachtelte Systeme
- Hypervisorartefakte und Ereignisse
- Host-Gast-Korrelation
- Priorisierung und Scoping
- Befund und Infrastrukturübersicht
Lernziele
- Virtuelle Maschinen, Datenträger, Snapshots und Hypervisorbezüge vollständig inventarisieren
- Aktive, ältere, verwaiste und differenzierende Datenträgerstände unterscheiden
- Child Targets sicher erkennen und eindeutig ihrer Quelle zuordnen
- Host- und Gastartefakte zu Start, Migration, Snapshot und Zugriff korrelieren
- Eine priorisierte Infrastrukturübersicht für weitere Analysen erstellen
Seminarinhalte
1. Untersuchungsmodell virtueller Infrastrukturen
- Schritt 1: Hypervisor, Managementebene, virtuelle Maschine, Datenträger und Gastbetriebssystem abgrenzen.
- Schritt 2: Untersuchungsfragen nach Host-, Gast- und Steuerungsebene strukturieren.
- Schritt 3: Benötigte Konfigurationen, Logs, Datenträger und Snapshotdaten identifizieren.
- Schritt 4: Zeit- und Zustandsbezug jeder Quelle vor der Analyse dokumentieren.
2. Inventarisierung von VM-Konfigurationen
- Schritt 1: Konfigurationsdateien und registrierte virtuelle Maschinen erfassen.
- Schritt 2: VM-Kennung, Name, Gasttyp, Ressourcen und zugeordnete Datenträger normalisieren.
- Schritt 3: Abweichungen zwischen Konfiguration, Inventar und vorhandenen Dateien markieren.
- Schritt 4: Verwaiste oder nicht registrierte Maschinen als eigene Untersuchungskandidaten führen.
3. Virtuelle Datenträger und Formate
- Schritt 1: Virtuelle Datenträger anhand von Format, Größe und Zuordnung inventarisieren.
- Schritt 2: Basis-, Differenz- und Snapshotdatenträger voneinander unterscheiden.
- Schritt 3: Ketten und Abhängigkeiten vor dem Öffnen plausibilisieren.
- Schritt 4: Fehlende Segmente oder widersprüchliche Elternbezüge dokumentieren.
4. Snapshots und Zustandsbezüge
- Schritt 1: Snapshotbaum, Erstellungszeit und zugehörige Datenträgerstände erfassen.
- Schritt 2: Aktuellen Zustand von älteren Snapshotständen trennen.
- Schritt 3: Zeitliche Aussagegrenzen bei zusammengeführten oder konsolidierten Snapshots bewerten.
- Schritt 4: Relevanten Zustand anhand der Incident-Frage priorisieren.
5. Targets aus virtuellen Maschinen öffnen
- Schritt 1: Virtuellen Datenträger mit passendem Loader öffnen.
- Schritt 2: Volumes, Dateisysteme und erkanntes Gastbetriebssystem kontrollieren.
- Schritt 3: Gasttarget mit VM-Kennung, Datenträger und Snapshotstand eindeutig benennen.
- Schritt 4: Mehrere Gasttargets in einer konsistenten Fallstruktur ablegen.
6. Child Targets und verschachtelte Systeme
- Schritt 1: Automatisch oder pluginbasiert erkannte Child Targets inventarisieren.
- Schritt 2: Quelle, Pfad und Eltern-Kind-Beziehung für jedes Target erhalten.
- Schritt 3: Duplikate und mehrfach erreichbare Gäste identifizieren.
- Schritt 4: Rekursive Erkennung mit klaren Tiefen- und Fehlergrenzen durchführen.
7. Hypervisorartefakte und Ereignisse
- Schritt 1: Hostinformationen, registrierte Gäste und relevante Verwaltungsprotokolle auswählen.
- Schritt 2: Start, Stopp, Suspend, Migration und Snapshotereignisse zeitlich ordnen.
- Schritt 3: Administrativen Zugriff und Konfigurationsänderungen mit Identitäten verbinden.
- Schritt 4: Loglücken und Zeitabweichungen zwischen Management- und Hostebene kennzeichnen.
8. Host-Gast-Korrelation
- Schritt 1: VM-, Host-, Datenträger- und Netzwerkkennungen normalisieren.
- Schritt 2: Hypervisorereignisse mit Gastbetriebssystemspuren zeitlich verbinden.
- Schritt 3: Dateiübertragung, Mount oder Snapshotzugriff als mögliche Übergangspunkte prüfen.
- Schritt 4: Korrelationen durch mindestens eine unabhängige Quelle gegenvalidieren.
9. Priorisierung und Scoping
- Schritt 1: Gäste nach Kritikalität, Exposition und Indikatornähe gruppieren.
- Schritt 2: Aktuelle und historische Zustände für die vertiefte Analyse auswählen.
- Schritt 3: Datenlücken und notwendige Nachforderungen pro VM dokumentieren.
- Schritt 4: Massentriage und Tiefenanalyse in einen abgestuften Ablauf überführen.
10. Befund und Infrastrukturübersicht
- Schritt 1: Host, VM, Datenträger, Snapshot und Target in einer eindeutigen Matrix zusammenführen.
- Schritt 2: Befunde mit genauer Quelle und Zustandszeit kennzeichnen.
- Schritt 3: Unsichere Zuordnungen und konkurrierende Snapshotstände sichtbar halten.
- Schritt 4: Priorisierte Gäste, relevante Zeitpunkte und nächste Analyseschritte übergeben.
Praxisübungen
- Inventarisierung einer virtualisierten Umgebung mit mehreren Gästen und Datenträgern
- Rekonstruktion einer Snapshot- und Differenzdatenträgerkette
- Öffnen und eindeutige Zuordnung mehrerer Gast- und Child Targets
- Korrelation eines Hypervisorereignisses mit Betriebssystemspuren im Gast
Zielgruppe
DFIR-Analysten, Incident Responder, Virtualisierungsadministratoren und Infrastrukturforensiker
Voraussetzungen
Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis virtueller Maschinen und Datenträger sowie sichere Administration mindestens einer Virtualisierungsplattform
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | DFIR-Analysten, Incident Responder, Virtualisierungsadministratoren und Infrastrukturforensiker |
| Voraussetzungen: | Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis virtueller Maschinen und Datenträger sowie sichere Administration mindestens einer Virtualisierungsplattform |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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