Seminar Dissect – Virtualisierung und Hypervisor-Forensik

Der Kurs behandelt die forensische Untersuchung virtueller Infrastrukturen mit Dissect. Konfigurationen, virtuelle Datenträger, Snapshots, registrierte Gäste, Hypervisorartefakte und Child Targets werden inventarisiert und in eine eindeutige Host-Gast-Zeitlinie überführt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Untersuchungsmodell virtueller Infrastrukturen
  2. Inventarisierung von VM-Konfigurationen
  3. Virtuelle Datenträger und Formate
  4. Snapshots und Zustandsbezüge
  5. Targets aus virtuellen Maschinen öffnen
  6. Child Targets und verschachtelte Systeme
  7. Hypervisorartefakte und Ereignisse
  8. Host-Gast-Korrelation
  9. Priorisierung und Scoping
  10. Befund und Infrastrukturübersicht

Lernziele

  • Virtuelle Maschinen, Datenträger, Snapshots und Hypervisorbezüge vollständig inventarisieren
  • Aktive, ältere, verwaiste und differenzierende Datenträgerstände unterscheiden
  • Child Targets sicher erkennen und eindeutig ihrer Quelle zuordnen
  • Host- und Gastartefakte zu Start, Migration, Snapshot und Zugriff korrelieren
  • Eine priorisierte Infrastrukturübersicht für weitere Analysen erstellen

Seminarinhalte

1. Untersuchungsmodell virtueller Infrastrukturen

  1. Schritt 1: Hypervisor, Managementebene, virtuelle Maschine, Datenträger und Gastbetriebssystem abgrenzen.
  2. Schritt 2: Untersuchungsfragen nach Host-, Gast- und Steuerungsebene strukturieren.
  3. Schritt 3: Benötigte Konfigurationen, Logs, Datenträger und Snapshotdaten identifizieren.
  4. Schritt 4: Zeit- und Zustandsbezug jeder Quelle vor der Analyse dokumentieren.

2. Inventarisierung von VM-Konfigurationen

  1. Schritt 1: Konfigurationsdateien und registrierte virtuelle Maschinen erfassen.
  2. Schritt 2: VM-Kennung, Name, Gasttyp, Ressourcen und zugeordnete Datenträger normalisieren.
  3. Schritt 3: Abweichungen zwischen Konfiguration, Inventar und vorhandenen Dateien markieren.
  4. Schritt 4: Verwaiste oder nicht registrierte Maschinen als eigene Untersuchungskandidaten führen.

3. Virtuelle Datenträger und Formate

  1. Schritt 1: Virtuelle Datenträger anhand von Format, Größe und Zuordnung inventarisieren.
  2. Schritt 2: Basis-, Differenz- und Snapshotdatenträger voneinander unterscheiden.
  3. Schritt 3: Ketten und Abhängigkeiten vor dem Öffnen plausibilisieren.
  4. Schritt 4: Fehlende Segmente oder widersprüchliche Elternbezüge dokumentieren.

4. Snapshots und Zustandsbezüge

  1. Schritt 1: Snapshotbaum, Erstellungszeit und zugehörige Datenträgerstände erfassen.
  2. Schritt 2: Aktuellen Zustand von älteren Snapshotständen trennen.
  3. Schritt 3: Zeitliche Aussagegrenzen bei zusammengeführten oder konsolidierten Snapshots bewerten.
  4. Schritt 4: Relevanten Zustand anhand der Incident-Frage priorisieren.

5. Targets aus virtuellen Maschinen öffnen

  1. Schritt 1: Virtuellen Datenträger mit passendem Loader öffnen.
  2. Schritt 2: Volumes, Dateisysteme und erkanntes Gastbetriebssystem kontrollieren.
  3. Schritt 3: Gasttarget mit VM-Kennung, Datenträger und Snapshotstand eindeutig benennen.
  4. Schritt 4: Mehrere Gasttargets in einer konsistenten Fallstruktur ablegen.

6. Child Targets und verschachtelte Systeme

  1. Schritt 1: Automatisch oder pluginbasiert erkannte Child Targets inventarisieren.
  2. Schritt 2: Quelle, Pfad und Eltern-Kind-Beziehung für jedes Target erhalten.
  3. Schritt 3: Duplikate und mehrfach erreichbare Gäste identifizieren.
  4. Schritt 4: Rekursive Erkennung mit klaren Tiefen- und Fehlergrenzen durchführen.

7. Hypervisorartefakte und Ereignisse

  1. Schritt 1: Hostinformationen, registrierte Gäste und relevante Verwaltungsprotokolle auswählen.
  2. Schritt 2: Start, Stopp, Suspend, Migration und Snapshotereignisse zeitlich ordnen.
  3. Schritt 3: Administrativen Zugriff und Konfigurationsänderungen mit Identitäten verbinden.
  4. Schritt 4: Loglücken und Zeitabweichungen zwischen Management- und Hostebene kennzeichnen.

8. Host-Gast-Korrelation

  1. Schritt 1: VM-, Host-, Datenträger- und Netzwerkkennungen normalisieren.
  2. Schritt 2: Hypervisorereignisse mit Gastbetriebssystemspuren zeitlich verbinden.
  3. Schritt 3: Dateiübertragung, Mount oder Snapshotzugriff als mögliche Übergangspunkte prüfen.
  4. Schritt 4: Korrelationen durch mindestens eine unabhängige Quelle gegenvalidieren.

9. Priorisierung und Scoping

  1. Schritt 1: Gäste nach Kritikalität, Exposition und Indikatornähe gruppieren.
  2. Schritt 2: Aktuelle und historische Zustände für die vertiefte Analyse auswählen.
  3. Schritt 3: Datenlücken und notwendige Nachforderungen pro VM dokumentieren.
  4. Schritt 4: Massentriage und Tiefenanalyse in einen abgestuften Ablauf überführen.

10. Befund und Infrastrukturübersicht

  1. Schritt 1: Host, VM, Datenträger, Snapshot und Target in einer eindeutigen Matrix zusammenführen.
  2. Schritt 2: Befunde mit genauer Quelle und Zustandszeit kennzeichnen.
  3. Schritt 3: Unsichere Zuordnungen und konkurrierende Snapshotstände sichtbar halten.
  4. Schritt 4: Priorisierte Gäste, relevante Zeitpunkte und nächste Analyseschritte übergeben.

Praxisübungen

  • Inventarisierung einer virtualisierten Umgebung mit mehreren Gästen und Datenträgern
  • Rekonstruktion einer Snapshot- und Differenzdatenträgerkette
  • Öffnen und eindeutige Zuordnung mehrerer Gast- und Child Targets
  • Korrelation eines Hypervisorereignisses mit Betriebssystemspuren im Gast

Zielgruppe

DFIR-Analysten, Incident Responder, Virtualisierungsadministratoren und Infrastrukturforensiker

Voraussetzungen

Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis virtueller Maschinen und Datenträger sowie sichere Administration mindestens einer Virtualisierungsplattform

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DFIR-Analysten, Incident Responder, Virtualisierungsadministratoren und Infrastrukturforensiker
Voraussetzungen: Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis virtueller Maschinen und Datenträger sowie sichere Administration mindestens einer Virtualisierungsplattform
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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