Seminar Dissect – Enterprise Incident Response und Multi-Target-Triage

Der Kurs richtet Dissect auf umfangreiche Incident-Response-Lagen mit vielen Systemen aus. Im Fokus stehen Fallstruktur, Target-Inventar, priorisierte Erhebung, hostübergreifende Abfragen, Baselines, Scoping, Patient-Zero-Suche und belastbare Entscheidungsgrundlagen für Eindämmung und Vertiefung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Fallstruktur und Untersuchungssteuerung
  2. Erhebungs- und Priorisierungsstrategie
  3. Target-Inventar und einfache CMDB
  4. Hostübergreifende Triage-Abfragen
  5. Baselines und Anomalievergleiche
  6. Patient Zero und Ausbreitungsanalyse
  7. Skalierung, Caching und verschachtelte Targets
  8. Entscheidungsgrundlagen und Übergabe

Lernziele

  • Große Untersuchungen mit konsistenter Daten-, Target- und Exportstruktur organisieren
  • Mehrere Targets schnell inventarisieren und nach Risiko priorisieren
  • Triage-Abfragen, Baselines und Anomalievergleiche hostübergreifend ausführen
  • Infektionspfade, Patient Zero und Ausbreitungsumfang evidenzbasiert eingrenzen
  • Technische Befunde in klare operative Entscheidungen überführen

Seminarinhalte

1. Fallstruktur und Untersuchungssteuerung

  1. Schritt 1: Incident-Ziele, Entscheidungspunkte, Fristen und bekannte Indikatoren in eine Untersuchungsmatrix überführen.
  2. Schritt 2: Rohdaten, Targets, Hostausgaben, Exporte und Arbeitsnotizen in getrennten Verzeichnissen organisieren.
  3. Schritt 3: Systemrollen, Kritikalität und Datenstand in einem zentralen Target-Register erfassen.
  4. Schritt 4: Namens-, Zeit- und Versionierungskonventionen für alle Analysten verbindlich festlegen.

2. Erhebungs- und Priorisierungsstrategie

  1. Schritt 1: Systeme nach Exposition, Kronjuwelen, beobachteten Alarmen und möglicher Ausbreitungsrolle priorisieren.
  2. Schritt 2: Vollimages, Acquire-Container und vorhandene Telemetrie als abgestufte Beweismittel kombinieren.
  3. Schritt 3: Eine erste Erhebungswelle mit minimalem, schnell verfügbarem Artefaktumfang definieren.
  4. Schritt 4: Kriterien für vertiefte Erhebung, Wiederholung und Aussonderung festlegen.

3. Target-Inventar und einfache CMDB

  1. Schritt 1: Alle Targets automatisiert auf Hostname, Domäne, Betriebssystem, Version und Netzwerkidentitäten abfragen.
  2. Schritt 2: Duplikate, veraltete Erhebungen und falsch zugeordnete Hosts erkennen.
  3. Schritt 3: Inventardaten mit vorhandenen Asset- und Alarmdaten abgleichen.
  4. Schritt 4: Triage-Gruppen nach Domäne, Systemrolle, Betriebssystem und Verdachtsgrad bilden.

4. Hostübergreifende Triage-Abfragen

  1. Schritt 1: Ein kleines, hoch aussagekräftiges Set aus Persistenz-, Benutzer-, Prozess-, Netzwerk- und Logartefakten definieren.
  2. Schritt 2: Abfragen auf Zielgruppen ausführen und inkompatible Plugins kontrolliert behandeln.
  3. Schritt 3: Records nach Hostkontext, Zeit und Artefakttyp normalisieren.
  4. Schritt 4: Auffälligkeiten anhand nachvollziehbarer Filter und Schwellen in eine Prüfliste überführen.

5. Baselines und Anomalievergleiche

  1. Schritt 1: Erwartete Dienste, Aufgaben, Runkeys, Benutzer und Software für homogene Systemgruppen bestimmen.
  2. Schritt 2: Seltene oder einmalige Werte herausarbeiten, ohne Seltenheit automatisch als bösartig zu bewerten.
  3. Schritt 3: Abweichungen mit Systemrolle, Änderungsfenster und administrativen Tätigkeiten plausibilisieren.
  4. Schritt 4: Bestätigte Indikatoren in wiederverwendbare Suchabfragen überführen.

6. Patient Zero und Ausbreitungsanalyse

  1. Schritt 1: Früheste belastbare Ereignisse und erste betroffene Identitäten pro Host bestimmen.
  2. Schritt 2: Zeitlinien aus Endpunkten, Servern und Identitätssystemen auf gemeinsame Übergänge prüfen.
  3. Schritt 3: Remotezugriffe, Dateiverteilung, Dienstinstallation und geplante Aufgaben als Bewegungsketten untersuchen.
  4. Schritt 4: Unsicherheiten und alternative Hypothesen explizit in der Ausbreitungskarte festhalten.

7. Skalierung, Caching und verschachtelte Targets

  1. Schritt 1: Caching und wiederverwendbare Zwischenresultate für rechenintensive Abfragen einsetzen.
  2. Schritt 2: Virtuelle Maschinen und andere Child Targets systematisch in die Triage aufnehmen.
  3. Schritt 3: Fehlerraten, Laufzeiten und Speicherverbrauch größerer Abfragewellen überwachen.
  4. Schritt 4: Wiederanlauf und inkrementelle Verarbeitung für neu eintreffende Beweismittel organisieren.

8. Entscheidungsgrundlagen und Übergabe

  1. Schritt 1: Befunde nach Bestätigung, Reichweite, Kritikalität und Zeitnähe klassifizieren.
  2. Schritt 2: Technische Nachweise für Isolierung, Kennwortmaßnahmen oder weitere Erhebung zusammenstellen.
  3. Schritt 3: Hostlisten mit Status, Begründung und nächstem Untersuchungsschritt pflegen.
  4. Schritt 4: Abfragen, Filter und Datenstände so dokumentieren, dass ein zweites Team die Ergebnisse reproduzieren kann.

Praxisübungen

  • Aufbau eines strukturierten Enterprise-Falls mit mehreren Betriebssystemen und Systemrollen
  • Erstellung einer CMDB und priorisierten Triage-Gruppen aus einem Target-Verzeichnis
  • Baseline-Vergleich von Persistenz- und Kontenartefakten über zahlreiche Hosts
  • Rekonstruktion einer Ausbreitungskette und Ableitung einer priorisierten Hostmaßnahmenliste

Zielgruppe

Incident-Response-Teams, DFIR-Leads, SOC-Analysten und technische Einsatzleiter für größere Sicherheitsvorfälle

Voraussetzungen

Sichere Bedienung von target-query und rdump, Grundlagen von Windows- und Linux-Forensik sowie Erfahrung mit Incident-Response-Abläufen

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Incident-Response-Teams, DFIR-Leads, SOC-Analysten und technische Einsatzleiter für größere Sicherheitsvorfälle
Voraussetzungen: Sichere Bedienung von target-query und rdump, Grundlagen von Windows- und Linux-Forensik sowie Erfahrung mit Incident-Response-Abläufen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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