Das Intensivseminar bündelt den vollständigen Analysepfad von der Target-Erkennung über Artefaktabfragen, Dateisystemzugriff, Record-Pipelines und Timeline-Arbeit bis zur vertieften Windows-, Linux- und macOS-Forensik. Der Schwerpunkt liegt auf wiederholbaren Untersuchungsschritten und systemübergreifender Beweisführung.
Inhaltsverzeichnis
- Arbeitsumgebung und Fallstruktur
- Target-Modell und Verarbeitungsschichten
- Artefaktabfragen mit target-query
- Shell, Dateisystem und Extraktion
- Records, rdump und Datenpipelines
- Timeline-Modell und Zeitqualität
- Windows-Artefakte
- Linux- und Unix-Artefakte
- macOS- und APFS-Artefakte
- Systemübergreifende Korrelation
- Qualitätssicherung und Peer Review
- Integrierte Abschlussfallstudie
Lernziele
- Dissect sicher installieren, Targets prüfen und Analysefehler systematisch eingrenzen
- target-query, Shell-, Dateisystem-, Record- und Timeline-Werkzeuge kombiniert einsetzen
- Windows-, Linux-, Unix- und macOS-Artefakte fachgerecht untersuchen
- Zeit-, Identitäts-, Ausführungs- und Persistenzspuren systemübergreifend korrelieren
- Einen vollständigen Analysefall mit Peer Review und reproduzierbarer Dokumentation abschließen
Seminarinhalte
1. Arbeitsumgebung und Fallstruktur
- Schritt 1: Isolierte Installation, Beweismittelablage und Exportstruktur vorbereiten.
- Schritt 2: Versionsstände, Zeitzone, Fallkennung und Prüfinformationen dokumentieren.
- Schritt 3: Rohdaten, Arbeitskopien, Abfragen und Befunde konsequent trennen.
- Schritt 4: Ein Referenztarget öffnen und die Umgebung vor dem Fallstart prüfen.
2. Target-Modell und Verarbeitungsschichten
- Schritt 1: Loader, Container, Volumes, Dateisysteme, Betriebssystemschichten und Plugins unterscheiden.
- Schritt 2: Automatische Erkennung mit den tatsächlichen Eigenschaften der Quelle vergleichen.
- Schritt 3: Mehrere Datenträger und verschachtelte Targets inventarisieren.
- Schritt 4: Warnungen und fehlende Komponenten nach Relevanz für die Untersuchung klassifizieren.
3. Artefaktabfragen mit target-query
- Schritt 1: Plugins nach Namespaces und Ergebnisarten auffinden.
- Schritt 2: Einzel- und Sammelabfragen mit einheitlichen Parametern erstellen.
- Schritt 3: Felder, Zeiträume und Werte fallbezogen filtern.
- Schritt 4: Abfragefehler, inkompatible Plugins und leere Ergebnisse getrennt behandeln.
4. Shell, Dateisystem und Extraktion
- Schritt 1: Virtuelle Pfade und Mountpunkte innerhalb eines Targets nachvollziehen.
- Schritt 2: Dateien und Verzeichnisse mit der Target-Shell untersuchen.
- Schritt 3: Ausgewählte Artefakte mit Metadaten in eine kontrollierte Exportstruktur übernehmen.
- Schritt 4: Extraktion durch Prüfsummen und Stichproben gegen die Quelle absichern.
5. Records, rdump und Datenpipelines
- Schritt 1: Record-Felder, Typen und Deskriptoren lesen und fachlich interpretieren.
- Schritt 2: Record-Streams mit rdump selektieren, sortieren und konvertieren.
- Schritt 3: Rohrecords, normalisierte Daten und Analystenanreicherungen getrennt halten.
- Schritt 4: Wiederverwendbare Pipeline-Schritte für mehrere Targets definieren.
6. Timeline-Modell und Zeitqualität
- Schritt 1: Zeitquellen nach Entstehung, Semantik und Aussagekraft klassifizieren.
- Schritt 2: Zeitzonen, Sommerzeit, Zeitdrift und unvollständige Zeitstempel kontrollieren.
- Schritt 3: Fokussierte Timelines aus ausgewählten Record-Streams erzeugen.
- Schritt 4: Zeitliche Nähe von belastbarer Ereigniskorrelation unterscheiden.
7. Windows-Artefakte
- Schritt 1: Registry-Hives, Benutzerprofile und Systemkonfiguration strukturiert erfassen.
- Schritt 2: Eventlogs, Dienste, Aufgaben und Autostartpunkte untersuchen.
- Schritt 3: Ausführungs-, Datei- und Anmeldespuren in einer Hosttimeline verbinden.
- Schritt 4: Persistenz und mögliche laterale Bewegung anhand mehrerer Quellen prüfen.
8. Linux- und Unix-Artefakte
- Schritt 1: Benutzer-, Gruppen-, Authentifizierungs- und Systeminformationen auswerten.
- Schritt 2: Journal-, Audit-, Syslog- und Dienstspuren gezielt filtern.
- Schritt 3: Shell-Historien, Cronjobs, systemd-Einheiten und Paketdaten korrelieren.
- Schritt 4: Manipulation, Persistenz und Remotezugriffe gegen eine Systembaseline bewerten.
9. macOS- und APFS-Artefakte
- Schritt 1: APFS-Container, Volumes und relevante Systembereiche inventarisieren.
- Schritt 2: Benutzer-, Plist-, Launchd-, Quarantäne- und Anwendungsartefakte untersuchen.
- Schritt 3: Unified-Log- und Dateisystemspuren auf die Untersuchungsfrage eingrenzen.
- Schritt 4: macOS-Zeit- und Identitätsspuren in die gemeinsame Falltimeline integrieren.
10. Systemübergreifende Korrelation
- Schritt 1: Host-, Benutzer-, Prozess-, Datei- und Netzwerkbezüge normalisieren.
- Schritt 2: Einen Indikator über mehrere Betriebssysteme und Datenquellen verfolgen.
- Schritt 3: Bestätigte Befunde von plausiblen, aber unbewiesenen Hypothesen trennen.
- Schritt 4: Datenlücken und notwendige Nachforderungen explizit dokumentieren.
11. Qualitätssicherung und Peer Review
- Schritt 1: Abfragen, Filter, Versionen und Quelldaten für jeden Befund festhalten.
- Schritt 2: Kritische Befundketten durch eine zweite Analyse reproduzieren lassen.
- Schritt 3: Fehlalarme und konkurrierende Erklärungen methodisch prüfen.
- Schritt 4: Ergebnisse nach Bestätigungsgrad und Auswirkung priorisieren.
12. Integrierte Abschlussfallstudie
- Schritt 1: Mehrere Betriebssystemtargets anhand einer gemeinsamen Erstmeldung triagieren.
- Schritt 2: Spezialisierte Artefaktabfragen und eine fokussierte Timeline entwickeln.
- Schritt 3: Angriffsweg, Persistenz und betroffene Identitäten als Befundkette rekonstruieren.
- Schritt 4: Technische Übergabe mit Belegen, offenen Punkten und Maßnahmenpriorität erstellen.
Praxisübungen
- Durchgängige Analyse eines gemischten Windows-, Linux- und macOS-Datensatzes
- Entwicklung wiederverwendbarer target-query- und rdump-Abfragesätze
- Aufbau einer validierten, systemübergreifenden Ereigniskette
- Peer Review und technische Abschlussdokumentation eines komplexen Falls
Zielgruppe
DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Spezialisten und technische Fallleiter mit Bedarf an einem vollständigen Analyse- und Betriebssystemtrack
Voraussetzungen
Sichere Kommandozeilenkenntnisse, Grundlagen digitaler Forensik sowie Grundverständnis von Windows, Linux und macOS
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | DFIR-Analysten, Incident Responder, SOC-Spezialisten und technische Fallleiter mit Bedarf an einem vollständigen Analyse- und Betriebssystemtrack |
| Voraussetzungen: | Sichere Kommandozeilenkenntnisse, Grundlagen digitaler Forensik sowie Grundverständnis von Windows, Linux und macOS |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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