Der Kurs behandelt den autorisierten Umgang mit verschlüsselten Datenträgern und geschützten Schlüsselartefakten innerhalb von Dissect-Untersuchungen. Erkennung, Schlüsselverwaltung, kontrollierte Einbindung, Validierung der entschlüsselten Schicht und datensparsame Auswertung werden in einen revisionsfähigen Ablauf überführt.
Inhaltsverzeichnis
- Rechtsrahmen, Auftrag und Datensparsamkeit
- Erkennung verschlüsselter Schichten
- Schlüsselmaterial und sichere Ablage
- Kontrollierte Einbindung
- Validierung der entschlüsselten Struktur
- BitLocker- und LUKS-Fallmuster
- VeraCrypt- und Containerfallmuster
- Keychains und geschützte Schlüsselartefakte
- Fehleranalyse und alternative Wege
- Dokumentation und Übergabe
Lernziele
- Verschlüsselungsschichten und benötigtes Schlüsselmaterial zuverlässig identifizieren
- Autorisierte Schlüssel sicher, getrennt und nachvollziehbar verwalten
- Unterstützte verschlüsselte Volumes kontrolliert in Targets einbinden
- Erfolg und Vollständigkeit der entschlüsselten Schicht validieren
- Keychain- und Schutzartefakte auf das erforderliche Untersuchungsziel begrenzen
Seminarinhalte
1. Rechtsrahmen, Auftrag und Datensparsamkeit
- Schritt 1: Autorisierung, Untersuchungszweck und zulässigen Datenumfang dokumentieren.
- Schritt 2: Benötigte System- und Schlüsselverantwortliche festlegen.
- Schritt 3: Sensible Schlüssel- und Inhaltsdaten nach Schutzbedarf klassifizieren.
- Schritt 4: Lösch-, Übergabe- und Zugriffsregeln vor der technischen Arbeit definieren.
2. Erkennung verschlüsselter Schichten
- Schritt 1: Container-, Partition- und Volume-Struktur des Targets inventarisieren.
- Schritt 2: Hinweise auf BitLocker-, LUKS-, VeraCrypt- oder andere unterstützte Verschlüsselung einordnen.
- Schritt 3: Verschlüsselung von bloßer Beschädigung oder unbekanntem Format unterscheiden.
- Schritt 4: Benötigte Schlüsselart und mögliche Herkunftsquellen bestimmen.
3. Schlüsselmaterial und sichere Ablage
- Schritt 1: Schlüssel, Wiederherstellungsinformationen und zugehörige Metadaten eindeutig kennzeichnen.
- Schritt 2: Schlüssel getrennt von Images, Exporten und allgemeinen Fallnotizen speichern.
- Schritt 3: Zugriffe und Verwendung in einem Schlüsselprotokoll erfassen.
- Schritt 4: Test- und Produktivschlüssel strikt voneinander trennen.
4. Kontrollierte Einbindung
- Schritt 1: Target und verschlüsselte Schicht schreibgeschützt öffnen.
- Schritt 2: Passendes Schlüsselmaterial nur für die vorgesehene Quelle zuordnen.
- Schritt 3: Entschlüsselung starten und Warnungen oder Fehlermeldungen protokollieren.
- Schritt 4: Fehlversuche ohne unkontrollierte Wiederholung oder Vermischung von Schlüsseln behandeln.
5. Validierung der entschlüsselten Struktur
- Schritt 1: Innere Partitionen, Volumes und Dateisysteme nach der Einbindung inventarisieren.
- Schritt 2: Erwartete System- oder Benutzerdatenbereiche anhand bekannter Merkmale prüfen.
- Schritt 3: Plausibilität von Dateisystemmetadaten und Pfadauflösung kontrollieren.
- Schritt 4: Teilweise Entschlüsselung oder inkonsistente Schichten sichtbar kennzeichnen.
6. BitLocker- und LUKS-Fallmuster
- Schritt 1: Volume-Zuordnung und Schlüsseltyp für das jeweilige Fallmuster dokumentieren.
- Schritt 2: Entschlüsselte Schicht mit dem Betriebssystemtarget verbinden.
- Schritt 3: Mehrere Volumes oder Schlüssel eindeutig auseinanderhalten.
- Schritt 4: Ergebnis durch Basisartefakte und Stichproben validieren.
7. VeraCrypt- und Containerfallmuster
- Schritt 1: Containerdatei oder Volume im Schichtenmodell korrekt verorten.
- Schritt 2: Autorisierte Zugangsinformationen kontrolliert zuordnen.
- Schritt 3: Innere Dateisystemstruktur und erwarteten Inhalt plausibilisieren.
- Schritt 4: Verdeckte oder alternative Volumeannahmen nur bei ausdrücklichem Untersuchungsauftrag behandeln.
8. Keychains und geschützte Schlüsselartefakte
- Schritt 1: Relevante Keychain- oder Schlüsselbunddateien im Betriebssystemkontext identifizieren.
- Schritt 2: Verfügbare Metadaten zunächst ohne unnötige Offenlegung sensibler Inhalte auswerten.
- Schritt 3: Freigegebene Entschlüsselung nur auf die benötigten Einträge und Fragestellungen begrenzen.
- Schritt 4: Sensible Ergebnisse getrennt speichern und in allgemeinen Exporten vermeiden.
9. Fehleranalyse und alternative Wege
- Schritt 1: Falschen Schlüssel, falsche Quelle und beschädigte Daten als getrennte Fehlerklassen behandeln.
- Schritt 2: Container- und Volume-Erkennung vor einem erneuten Entschlüsselungsversuch prüfen.
- Schritt 3: Alternative autorisierte Schlüsselquellen und Datenträgerstände dokumentiert bewerten.
- Schritt 4: Unauflösbare Grenzen ohne Spekulation in die Fallübergabe aufnehmen.
10. Dokumentation und Übergabe
- Schritt 1: Quelle, Schlüsselkennung, verwendete Methode und Ergebnisstatus dokumentieren.
- Schritt 2: Extrakte mit Herkunft, Prüfsumme und Schutzklassifikation versehen.
- Schritt 3: Schlüsselmaterial nicht in allgemeine Berichte oder ungeschützte Ausgaben übernehmen.
- Schritt 4: Zugriffsrechte, Aufbewahrung und kontrollierte Vernichtung nach Fallabschluss festlegen.
Praxisübungen
- Erkennung und Dokumentation mehrerer Verschlüsselungsschichten
- Kontrollierte Einbindung eines autorisiert bereitgestellten verschlüsselten Volumes
- Validierung der entschlüsselten Dateisystem- und Betriebssystemstruktur
- Datensparsame Auswertung eines geschützten Schlüsselartefakts mit Übergabeprotokoll
Zielgruppe
DFIR-Analysten, Incident Responder, forensische Datensicherer und Spezialisten für verschlüsselte Speichersysteme
Voraussetzungen
Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis von Partitionen, Volumes und Dateisystemen sowie sichere Handhabung sensibler Schlüssel- und Beweisdaten
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | DFIR-Analysten, Incident Responder, forensische Datensicherer und Spezialisten für verschlüsselte Speichersysteme |
| Voraussetzungen: | Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis von Partitionen, Volumes und Dateisystemen sowie sichere Handhabung sensibler Schlüssel- und Beweisdaten |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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