Seminar Dissect – Verschlüsselte Datenträger und Keychains

Der Kurs behandelt den autorisierten Umgang mit verschlüsselten Datenträgern und geschützten Schlüsselartefakten innerhalb von Dissect-Untersuchungen. Erkennung, Schlüsselverwaltung, kontrollierte Einbindung, Validierung der entschlüsselten Schicht und datensparsame Auswertung werden in einen revisionsfähigen Ablauf überführt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Rechtsrahmen, Auftrag und Datensparsamkeit
  2. Erkennung verschlüsselter Schichten
  3. Schlüsselmaterial und sichere Ablage
  4. Kontrollierte Einbindung
  5. Validierung der entschlüsselten Struktur
  6. BitLocker- und LUKS-Fallmuster
  7. VeraCrypt- und Containerfallmuster
  8. Keychains und geschützte Schlüsselartefakte
  9. Fehleranalyse und alternative Wege
  10. Dokumentation und Übergabe

Lernziele

  • Verschlüsselungsschichten und benötigtes Schlüsselmaterial zuverlässig identifizieren
  • Autorisierte Schlüssel sicher, getrennt und nachvollziehbar verwalten
  • Unterstützte verschlüsselte Volumes kontrolliert in Targets einbinden
  • Erfolg und Vollständigkeit der entschlüsselten Schicht validieren
  • Keychain- und Schutzartefakte auf das erforderliche Untersuchungsziel begrenzen

Seminarinhalte

1. Rechtsrahmen, Auftrag und Datensparsamkeit

  1. Schritt 1: Autorisierung, Untersuchungszweck und zulässigen Datenumfang dokumentieren.
  2. Schritt 2: Benötigte System- und Schlüsselverantwortliche festlegen.
  3. Schritt 3: Sensible Schlüssel- und Inhaltsdaten nach Schutzbedarf klassifizieren.
  4. Schritt 4: Lösch-, Übergabe- und Zugriffsregeln vor der technischen Arbeit definieren.

2. Erkennung verschlüsselter Schichten

  1. Schritt 1: Container-, Partition- und Volume-Struktur des Targets inventarisieren.
  2. Schritt 2: Hinweise auf BitLocker-, LUKS-, VeraCrypt- oder andere unterstützte Verschlüsselung einordnen.
  3. Schritt 3: Verschlüsselung von bloßer Beschädigung oder unbekanntem Format unterscheiden.
  4. Schritt 4: Benötigte Schlüsselart und mögliche Herkunftsquellen bestimmen.

3. Schlüsselmaterial und sichere Ablage

  1. Schritt 1: Schlüssel, Wiederherstellungsinformationen und zugehörige Metadaten eindeutig kennzeichnen.
  2. Schritt 2: Schlüssel getrennt von Images, Exporten und allgemeinen Fallnotizen speichern.
  3. Schritt 3: Zugriffe und Verwendung in einem Schlüsselprotokoll erfassen.
  4. Schritt 4: Test- und Produktivschlüssel strikt voneinander trennen.

4. Kontrollierte Einbindung

  1. Schritt 1: Target und verschlüsselte Schicht schreibgeschützt öffnen.
  2. Schritt 2: Passendes Schlüsselmaterial nur für die vorgesehene Quelle zuordnen.
  3. Schritt 3: Entschlüsselung starten und Warnungen oder Fehlermeldungen protokollieren.
  4. Schritt 4: Fehlversuche ohne unkontrollierte Wiederholung oder Vermischung von Schlüsseln behandeln.

5. Validierung der entschlüsselten Struktur

  1. Schritt 1: Innere Partitionen, Volumes und Dateisysteme nach der Einbindung inventarisieren.
  2. Schritt 2: Erwartete System- oder Benutzerdatenbereiche anhand bekannter Merkmale prüfen.
  3. Schritt 3: Plausibilität von Dateisystemmetadaten und Pfadauflösung kontrollieren.
  4. Schritt 4: Teilweise Entschlüsselung oder inkonsistente Schichten sichtbar kennzeichnen.

6. BitLocker- und LUKS-Fallmuster

  1. Schritt 1: Volume-Zuordnung und Schlüsseltyp für das jeweilige Fallmuster dokumentieren.
  2. Schritt 2: Entschlüsselte Schicht mit dem Betriebssystemtarget verbinden.
  3. Schritt 3: Mehrere Volumes oder Schlüssel eindeutig auseinanderhalten.
  4. Schritt 4: Ergebnis durch Basisartefakte und Stichproben validieren.

7. VeraCrypt- und Containerfallmuster

  1. Schritt 1: Containerdatei oder Volume im Schichtenmodell korrekt verorten.
  2. Schritt 2: Autorisierte Zugangsinformationen kontrolliert zuordnen.
  3. Schritt 3: Innere Dateisystemstruktur und erwarteten Inhalt plausibilisieren.
  4. Schritt 4: Verdeckte oder alternative Volumeannahmen nur bei ausdrücklichem Untersuchungsauftrag behandeln.

8. Keychains und geschützte Schlüsselartefakte

  1. Schritt 1: Relevante Keychain- oder Schlüsselbunddateien im Betriebssystemkontext identifizieren.
  2. Schritt 2: Verfügbare Metadaten zunächst ohne unnötige Offenlegung sensibler Inhalte auswerten.
  3. Schritt 3: Freigegebene Entschlüsselung nur auf die benötigten Einträge und Fragestellungen begrenzen.
  4. Schritt 4: Sensible Ergebnisse getrennt speichern und in allgemeinen Exporten vermeiden.

9. Fehleranalyse und alternative Wege

  1. Schritt 1: Falschen Schlüssel, falsche Quelle und beschädigte Daten als getrennte Fehlerklassen behandeln.
  2. Schritt 2: Container- und Volume-Erkennung vor einem erneuten Entschlüsselungsversuch prüfen.
  3. Schritt 3: Alternative autorisierte Schlüsselquellen und Datenträgerstände dokumentiert bewerten.
  4. Schritt 4: Unauflösbare Grenzen ohne Spekulation in die Fallübergabe aufnehmen.

10. Dokumentation und Übergabe

  1. Schritt 1: Quelle, Schlüsselkennung, verwendete Methode und Ergebnisstatus dokumentieren.
  2. Schritt 2: Extrakte mit Herkunft, Prüfsumme und Schutzklassifikation versehen.
  3. Schritt 3: Schlüsselmaterial nicht in allgemeine Berichte oder ungeschützte Ausgaben übernehmen.
  4. Schritt 4: Zugriffsrechte, Aufbewahrung und kontrollierte Vernichtung nach Fallabschluss festlegen.

Praxisübungen

  • Erkennung und Dokumentation mehrerer Verschlüsselungsschichten
  • Kontrollierte Einbindung eines autorisiert bereitgestellten verschlüsselten Volumes
  • Validierung der entschlüsselten Dateisystem- und Betriebssystemstruktur
  • Datensparsame Auswertung eines geschützten Schlüsselartefakts mit Übergabeprotokoll

Zielgruppe

DFIR-Analysten, Incident Responder, forensische Datensicherer und Spezialisten für verschlüsselte Speichersysteme

Voraussetzungen

Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis von Partitionen, Volumes und Dateisystemen sowie sichere Handhabung sensibler Schlüssel- und Beweisdaten

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DFIR-Analysten, Incident Responder, forensische Datensicherer und Spezialisten für verschlüsselte Speichersysteme
Voraussetzungen: Grundlagen digitaler Forensik, Verständnis von Partitionen, Volumes und Dateisystemen sowie sichere Handhabung sensibler Schlüssel- und Beweisdaten
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Basel 2 Tage
Winterthur 2 Tage
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Luzern 2 Tage
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
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