Das Intensivseminar überträgt Dissect auf umfangreiche Sicherheitsvorfälle. Multi-Target-Triage, Active-Directory- und NTDS-Analyse, IOC- und YARA-Prüfung, Timeline-Korrelation, SIEM-Übergabe und eine realistische Fallwerkstatt werden zu einem skalierbaren Enterprise-Response-Workflow verbunden.
Inhaltsverzeichnis
- Enterprise-Fallmodell und Rollen
- Multi-Target-Aufnahme und CMDB-Abgleich
- Standardisierte Ersttriage
- Active Directory und NTDS
- Laterale Bewegung und Privilegienmissbrauch
- IOC- und YARA-Hunting
- Baseline- und Anomalieanalyse
- Timeline und Patient-Zero-Suche
- Scoping und Ausbreitungsanalyse
- Datenexport und SIEM-Übergabe
- Maßnahmenplanung und technische Übergabe
- Enterprise-Abschlussfall
Lernziele
- Große Fallmengen konsistent inventarisieren, priorisieren und abfragen
- Identitäts- und Endpunktartefakte für Active-Directory-Vorfälle korrelieren
- IOC-, YARA- und Baseline-Suchen kontrolliert über mehrere Targets ausführen
- Record-Daten qualitätsgesichert an Analyseplattformen übergeben
- Scoping, Patient-Zero-Suche und technische Maßnahmen aus belastbaren Befunden ableiten
Seminarinhalte
1. Enterprise-Fallmodell und Rollen
- Schritt 1: Erstmeldung, Unternehmenskontext und technische Fragestellungen strukturieren.
- Schritt 2: Fallleitung, Erhebung, Analyse, Hunting und Qualitätssicherung voneinander abgrenzen.
- Schritt 3: Host-, Identitäts- und Datenquelleninventar mit eindeutigen Kennungen anlegen.
- Schritt 4: Entscheidungs- und Eskalationskriterien vor der Massentriage definieren.
2. Multi-Target-Aufnahme und CMDB-Abgleich
- Schritt 1: Targets automatisiert erfassen und Basisinformationen normalisieren.
- Schritt 2: Hostnamen, Rollen, Betriebssysteme und Zeitbezüge mit dem bekannten Inventar vergleichen.
- Schritt 3: Duplikate, veraltete Images und unbekannte Systeme kennzeichnen.
- Schritt 4: Triagegruppen nach Kritikalität, Exposition und Indikatornähe bilden.
3. Standardisierte Ersttriage
- Schritt 1: Einen minimalen Abfragesatz für System-, Benutzer-, Prozess-, Persistenz- und Netzwerkspuren definieren.
- Schritt 2: Abfragen mit konsistenten Parametern über priorisierte Targets ausführen.
- Schritt 3: Fehler, nicht unterstützte Funktionen und leere Ergebnisse separat erfassen.
- Schritt 4: Vertiefungskandidaten anhand transparenter Schwellenwerte auswählen.
4. Active Directory und NTDS
- Schritt 1: Domänenquellen, Datenstand und ergänzende Windows-Artefakte plausibilisieren.
- Schritt 2: Benutzer, Computer und Richtlinien nach auffälligen Eigenschaften untersuchen.
- Schritt 3: Konten- und Berechtigungsänderungen mit Ereignissen und Endpunktspuren verknüpfen.
- Schritt 4: Identitätsbefunde nach Reichweite und möglicher Auswirkung priorisieren.
5. Laterale Bewegung und Privilegienmissbrauch
- Schritt 1: Anmelde-, Dienst-, Aufgaben- und Remotezugriffsspuren normalisieren.
- Schritt 2: Quell- und Zielsysteme sowie verwendete Identitäten in Bewegungspfaden verbinden.
- Schritt 3: Alternative administrative Erklärungen gegen Change- und Baseline-Daten prüfen.
- Schritt 4: Bestätigte Übergänge von bloßen Verdachtsmomenten trennen.
6. IOC- und YARA-Hunting
- Schritt 1: Indikatoren mit Gültigkeit, Quelle, Typ und Zeitbezug in eine Huntingliste überführen.
- Schritt 2: Datei-, Pfad-, Hash-, Konto- und Artefaktabfragen reproduzierbar formulieren.
- Schritt 3: YARA-Regeln zunächst an Testdaten und anschließend gestuft auf Targets anwenden.
- Schritt 4: Treffer durch Kontextartefakte bestätigen und Fehlalarme dokumentiert verwerfen.
7. Baseline- und Anomalieanalyse
- Schritt 1: Vergleichsgruppen nach Systemrolle, Version und organisatorischer Funktion bilden.
- Schritt 2: Seltene Dienste, Aufgaben, Konten, Pfade und Konfigurationswerte ermitteln.
- Schritt 3: Seltenheit von Bösartigkeit unterscheiden und betriebliche Sonderfälle berücksichtigen.
- Schritt 4: Anomalien als neue Hypothesen in die Fallsteuerung zurückführen.
8. Timeline und Patient-Zero-Suche
- Schritt 1: Relevante Record-Streams aus Endpunkt-, Identitäts- und Infrastrukturquellen auswählen.
- Schritt 2: Zeitstempel normalisieren und Qualitätsprobleme sichtbar kennzeichnen.
- Schritt 3: Früheste bestätigte Aktivität und vorausgehende Vorbereitungsereignisse suchen.
- Schritt 4: Patient Zero, erster beobachteter Host und tatsächlicher Eintrittspunkt begrifflich trennen.
9. Scoping und Ausbreitungsanalyse
- Schritt 1: Indikatoren und Verhaltensmerkmale in abgestufte Suchpakete überführen.
- Schritt 2: Betroffene, wahrscheinlich betroffene und freigegebene Targets klassifizieren.
- Schritt 3: Ergebnisse gegen Datenvollständigkeit und Erhebungszeitpunkt gewichten.
- Schritt 4: Scope-Änderungen mit Begründung und auslösendem Befund protokollieren.
10. Datenexport und SIEM-Übergabe
- Schritt 1: Benötigte Felder, Zeitformate und Zielschemata vor dem Export festlegen.
- Schritt 2: Records filtern, normalisieren und mit Fall- sowie Hostkontext anreichern.
- Schritt 3: Testimporte auf Feldtypen, Zeitinterpretation und Dubletten kontrollieren.
- Schritt 4: Rohdaten, Transformationsregeln und produktive Ausgaben versioniert ablegen.
11. Maßnahmenplanung und technische Übergabe
- Schritt 1: Befunde nach Bestätigungsgrad, Reichweite und Geschäftsrisiko ordnen.
- Schritt 2: Sofortige Eindämmung, zusätzliche Erhebung und langfristige Bereinigung trennen.
- Schritt 3: Betroffene Identitäten, Systeme und Zeiträume in einer Befundmatrix zusammenführen.
- Schritt 4: Offene Fragen und Restrisiken für die weitere Einsatzleitung transparent halten.
12. Enterprise-Abschlussfall
- Schritt 1: Einen Vorfall mit Endpunkten, Domäne und virtualisierter Infrastruktur aufnehmen.
- Schritt 2: Massentriage, Hunting und vertiefte Analysen arbeitsteilig durchführen.
- Schritt 3: Patient Zero, Ausbreitungspfad und Persistenz mit belastbaren Belegen rekonstruieren.
- Schritt 4: Ergebnisstand in Peer Review prüfen und als priorisierte technische Übergabe abschließen.
Praxisübungen
- Aufbau eines Inventars und priorisierte Massentriage für zahlreiche Targets
- Korrelation von Active-Directory-, Windows- und Infrastrukturartefakten
- Gestuftes IOC-, YARA- und Baseline-Hunting mit Fehlalarmprüfung
- Enterprise-Fallwerkstatt mit Scoping, Patient-Zero-Suche und SIEM-Übergabe
Zielgruppe
Erfahrene Incident Responder, DFIR- und SOC-Analysten, Threat Hunter, Detection Engineers und technische Einsatzleiter
Voraussetzungen
Praktische Grundlagen mit Dissect oder vergleichbaren DFIR-Werkzeugen, sichere Windows- und Netzwerkkenntnisse sowie Erfahrung mit Incident-Response-Prozessen
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Incident Responder, DFIR- und SOC-Analysten, Threat Hunter, Detection Engineers und technische Einsatzleiter |
| Voraussetzungen: | Praktische Grundlagen mit Dissect oder vergleichbaren DFIR-Werkzeugen, sichere Windows- und Netzwerkkenntnisse sowie Erfahrung mit Incident-Response-Prozessen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Analysen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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