Seminar Tetragon – Architektur und eBPF-Grundlagen

Seminar / Training

Das Seminar ordnet Tetragon technisch ein und vermittelt die Grundlagen, die für belastbare Beobachtungs- und Durchsetzungsregeln erforderlich sind. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel von Linux-Kernel, eBPF-Programmen, Sensoren, Ereignisexport und Richtlinienauswertung.

Die Inhalte verbinden konzeptionelles Verständnis mit systematischer Analyse. Dadurch lassen sich spätere Policies nicht nur nach Vorlage erstellen, sondern hinsichtlich Wirkung, Reichweite, Datenmenge und Betriebsrisiko begründen.

Inhaltsverzeichnis

  • Lernziele
  • Seminarinhalte
  • Schritt 1: Linux-Kernel und Sicherheitsbeobachtung einordnen
  • Schritt 2: eBPF-Bausteine verstehen
  • Schritt 3: Tetragon-Komponenten zuordnen
  • Schritt 4: Ereignis- und Prozessmodell analysieren
  • Schritt 5: Hook-Punkte methodisch auswählen
  • Schritt 6: Datenfluss und Export bewerten
  • Schritt 7: Sicherheits- und Betriebsgrenzen bestimmen
  • Schritt 8: Referenzarchitektur dokumentieren
  • Praxisübungen
  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen

Lernziele

  • die Komponenten und Datenflüsse einer Tetragon-Installation erklären
  • eBPF-Programme, Maps, Verifier und Hook-Punkte fachlich einordnen
  • Prozess-, Container- und Kubernetes-Kontext in Ereignissen unterscheiden
  • geeignete Beobachtungspunkte für konkrete Sicherheitsfragen auswählen
  • technische Grenzen, Performancefolgen und Fehlerszenarien früh erkennen

Seminarinhalte

Schritt 1: Linux-Kernel und Sicherheitsbeobachtung einordnen

Kernel-Space, User-Space, Systemaufrufe und Prozesslebenszyklen werden als Ausgangspunkt strukturiert.

  • Die Unterschiede zwischen periodischer Abfrage, Audit-Protokollierung und ereignisnaher Kernel-Beobachtung werden herausgearbeitet.
  • Sicherheitsfragen werden in messbare technische Signale übersetzt.

Schritt 2: eBPF-Bausteine verstehen

Programme, Maps, Hilfsfunktionen, Verifier und Attachments werden anhand eines vollständigen Datenflusses erläutert.

  • Lebensdauer, Kontextgrenzen und Datentypen werden hinsichtlich Policy-Entwurf und Fehlersuche bewertet.
  • Die Trennung zwischen Beobachtung und Reaktion wird technisch begründet.

Schritt 3: Tetragon-Komponenten zuordnen

Agent, Operator, Sensoren, Exportpfade, CLI und Richtlinienobjekte werden in einer Referenzarchitektur angeordnet.

  • Kommunikationswege und Verantwortungsgrenzen werden für Kubernetes- und Standalone-Betrieb verglichen.
  • Konfigurationsorte und typische Betriebsabhängigkeiten werden dokumentiert.

Schritt 4: Ereignis- und Prozessmodell analysieren

Prozessstart, Prozessende, Eltern-Kind-Beziehungen, Binärdatei, Argumente, Identitäten und Namespaces werden untersucht.

  • Container- und Workload-Metadaten werden vom reinen Linux-Prozesskontext abgegrenzt.
  • Unvollständige oder verspätete Kontextinformationen werden als Auswertungsrisiko behandelt.

Schritt 5: Hook-Punkte methodisch auswählen

Systemaufrufe, Kernel-Funktionen, Tracepoints, LSM-Punkte und User-Space-Hooks werden nach Stabilität und Aussagekraft verglichen.

  • Für typische Anforderungen werden Beobachtungspunkt, Argumente, Rückgabewerte und Filterbedarf abgeleitet.
  • Redundante oder zu breite Instrumentierung wird vermieden.

Schritt 6: Datenfluss und Export bewerten

Vom Kernel-Ereignis bis zur Ausgabe werden Pufferung, Anreicherung, Filterung und Serialisierung nachvollzogen.

  • Verlust, Drosselung, Rückstau und hohe Kardinalität werden als Betriebsindikatoren eingeordnet.
  • Für verschiedene Verbraucher werden geeignete Ausgabestrukturen festgelegt.

Schritt 7: Sicherheits- und Betriebsgrenzen bestimmen

Kernel-Version, Funktionsverfügbarkeit, Berechtigungen, Container-Laufzeit und Hostkonfiguration werden geprüft.

  • Fehlannahmen bei Namespace-, Identitäts- und Pfadauflösung werden anhand von Gegenbeispielen untersucht.
  • Ein technischer Entscheidungsrahmen für produktionsreife Policies wird erstellt.

Schritt 8: Referenzarchitektur dokumentieren

Eine Zielarchitektur mit Datenquellen, Policy-Verantwortung, Export, Monitoring und Änderungsprozess wird entwickelt.

  • Abhängigkeiten und Ausfallwirkungen werden in einer übersichtlichen Betriebsdarstellung festgehalten.
  • Die Architektur wird gegen vorgegebene Sicherheits- und Verfügbarkeitsanforderungen geprüft.

Praxisübungen

  1. Ereignispfad eines Prozessstarts vom Kernel bis zum Export nachvollziehen
  2. mehrere Hook-Punkte für dieselbe Sicherheitsfrage bewerten und begründet auswählen
  3. Prozess- und Kubernetes-Kontext in Beispieldaten auseinanderhalten
  4. eine kleine Referenzarchitektur mit Betriebs- und Sicherheitsgrenzen erstellen

Zielgruppe

Linux- und Kubernetes-Administratoren, Plattformteams, Security Engineers, DevSecOps-Verantwortliche und technische Architekten.

Voraussetzungen

Sichere Linux-Grundkenntnisse, Verständnis von Prozessen und Containern sowie grundlegende Kubernetes-Kenntnisse.

Fachbereichsleitung / Trainerleitung / Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Linux- und Kubernetes-Administratoren, Plattformteams, Security Engineers, DevSecOps-Verantwortliche und technische Architekten.
Voraussetzungen: Sichere Linux-Grundkenntnisse, Verständnis von Prozessen und Containern sowie grundlegende Kubernetes-Kenntnisse.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
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Sankt Gallen 2 Tage
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