Seminar KNX – Logik, Zeitfunktionen und Visualisierungskonzepte

Schwerpunkt und Nutzen

Logik- und Zeitfunktionen verbinden einzelne KNX-Datenpunkte zu Betriebsabläufen. Ohne klare Zustandsmodelle, Prioritäten und Rückmeldungen entstehen schwer nachvollziehbare Automationen. Visualisierung benötigt zusätzlich ein konsistentes Bedien- und Alarmkonzept.

Mehrere Automationsaufgaben werden zunächst als Wahrheitstabelle oder Zustandsablauf beschrieben und danach mit geeigneten Logikbausteinen umgesetzt. Zeitprogramme, Nachlauf und manuelle Übersteuerung werden geprüft. Anschließend entsteht ein Visualisierungskonzept mit Befehlen, Status, Sollwerten, Alarmen und Trends.

Inhaltsübersicht

  • Schwerpunkt und Nutzen
  • Lernziele
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Tag 1: Logik und Zeitfunktionen
  • Tag 2: Bedienmodell und Visualisierung
  • Praxisaufgaben
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Logikfunktionen aus fachlichen Bedingungen ableiten
  • Prioritäten, Rücksetzung und Fehlerzustände explizit modellieren
  • Zeitprogramme, Kalender und Nachlauf sicher kombinieren
  • Manuelle Übersteuerung und automatische Rückkehr definieren
  • Datenpunkte für Bedienung, Status, Alarm und Trend strukturieren
  • Automationen mit Wahrheitstabellen und Negativfällen prüfen

Schrittweise Seminarinhalte

Jeder Themenblock folgt derselben Arbeitslogik: Ausgangslage und Sollverhalten festlegen, relevante ETS6- und Anlagenobjekte modellieren, Konfiguration schrittweise umsetzen, Funktion mit Positiv- und Negativfällen prüfen und den technischen Prüfbefund dokumentieren.

Tag 1: Logik und Zeitfunktionen

  1. Schritt 1: Logikfunktionen, Verriegelungen und Prioritäten UND-, ODER-, Vergleichs-, Grenzwert-, Sperr- und Prioritätsfunktionen werden aus fachlichen Bedingungen abgeleitet. Eingänge, Ausgang, Rücksetzung und Fehlerzustand werden explizit beschrieben; anschließend wird die Logik mit Wahrheitstabelle, Telegrammfolge und Negativfällen geprüft.
  2. Schritt 2: Zeitprogramme, Kalender und Nachlaufzeiten Schaltzeiten, Feiertage, Nachlauf, Mindestlaufzeit und manuelle Übersteuerung werden in einen klaren Zustandsablauf überführt. Zeitabhängige Funktionen werden mit simulierten Zeitpunkten geprüft; ein Ausfall der Zeitquelle oder ein Neustart darf nicht zu einem unbestimmten Anlagenzustand führen.
  3. Schritt 3: Datenpunkttypen, Kommunikationsobjekte und Flags Kommunikationsobjekte werden passenden Datenpunkttypen zugeordnet und hinsichtlich Richtung, Einheit, Wertebereich sowie Statusverhalten geprüft. Kommunikations-, Schreib-, Lese-, Übertragungs- und Aktualisierungsflags werden bewusst gesetzt; fehlerhafte Kombinationen werden im Busmonitor sichtbar gemacht und korrigiert.
  4. Schritt 4: Kontrollierte Fehlerfälle und Negativtests Typische Fehler wie falsche Gruppenadresse, ungeeigneter Datenpunkttyp, blockiertes Filter, doppelte physikalische Adresse oder fehlende Rückmeldung werden gezielt eingebaut. Die Diagnose wird unter Zeitdruck wiederholt; Ursache, Korrektur, Wirksamkeitsprüfung und Präventionsmaßnahme werden in einem einheitlichen Störungsprotokoll festgehalten.

Tagesprüfung: Die am 1. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 2: Bedienmodell und Visualisierung

  1. Schritt 1: Visualisierungskonzept und Bedienmodell Bedienseiten werden aus Rollen, Räumen, Gewerken und Störungsprioritäten abgeleitet. Befehle, Status, Sollwerte, Alarme und Trends erhalten eindeutige Datenpunkte; Bedienberechtigung, Rückmeldung und Fehlerdarstellung werden vor der gestalterischen Umsetzung festgelegt.
  2. Schritt 2: Gruppenadresskonzept und Benennungsstandard Eine dreistufige Gruppenadressstruktur wird aus Gebäude, Gewerk und Funktion entwickelt und gegen alternative Schemata bewertet. Schreib-, Rückmelde-, Status-, Zentral- und Alarmobjekte erhalten eindeutige Namen; Reserven, Wiederverwendbarkeit und Importmöglichkeiten werden berücksichtigt, bevor die Struktur im Projekt ausgerollt wird.
  3. Schritt 3: Datenpunktmapping und Semantik KNX-Gruppenobjekte werden externen Datenpunkten mit Einheit, Wertebereich, Richtung, Qualität und Aktualisierungsregel zugeordnet. Skalierung, Enumerationen, Nullwerte und ungültige Zustände werden explizit behandelt; eine Mapping-Tabelle dient gleichzeitig als Implementierungs- und Prüfdokument.
  4. Schritt 4: Funktionsprüfung und technische Abnahme Aus der Funktionsbeschreibung entsteht eine Testmatrix mit Vorbedingungen, Auslöser, erwarteten Telegrammen, sichtbarer Reaktion und Akzeptanzkriterium. Abweichungen werden klassifiziert, nachgebessert und erneut geprüft; erst vollständige Nachweise führen zur Freigabe des jeweiligen Funktionspakets.

Tagesprüfung: Die am 2. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Praxisaufgaben

  1. Übung 1: Eine Verriegelungslogik aus Wahrheitstabelle und Rücksetzbedingungen aufbauen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  2. Übung 2: Nachlauf, Mindestlaufzeit und Zeitprogramm mit Handbedienung kombinieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  3. Übung 3: Fehlerzustand und Wiederanlauf einer zeitabhängigen Automation prüfen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  4. Übung 4: Ein rollen- und raumbezogenes Visualisierungskonzept mit Status und Alarmen erstellen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: KNX-Systemintegratoren, Gebäudeautomation, TGA-Fachkräfte, Visualisierungsplanung, Inbetriebnahme und Betrieb.

Voraussetzungen: KNX- und ETS6-Grundkenntnisse sowie sicherer Umgang mit Gruppenadressen, Datenpunkttypen und Statusobjekten.

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch ETS6-Demonstrationen, strukturierte Laboraufgaben und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Übung werden Ausgangsstand, Prüfkriterien und Dokumentationspflicht vorgegeben. Änderungen erfolgen einzeln und nachvollziehbar; eine Korrektur gilt erst nach Wiederholung des ursprünglichen Tests als bestätigt.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: KNX-Systemintegratoren, Gebäudeautomation, TGA-Fachkräfte, Visualisierungsplanung, Inbetriebnahme und Betrieb.
Voraussetzungen: KNX- und ETS6-Grundkenntnisse sowie sicherer Umgang mit Gruppenadressen, Datenpunkttypen und Statusobjekten.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, strukturierte ETS6- und Laborübungen, kontrollierte Fehlerfälle und technische Prüflisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
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