Seminar KNX – Beleuchtungs-, Beschattungs- und Szenensteuerung mit ETS6

Schwerpunkt und Nutzen

Beleuchtung und Sonnenschutz wirken einfach, werden jedoch durch Rückmeldungen, Zentralbefehle, Prioritäten, Wetterfunktionen, Szenen und manuelle Übersteuerung schnell komplex. Das Seminar entwickelt diese Funktionen aus klaren Betriebsfällen und setzt sie vollständig in ETS6 um.

Mehrere Räume mit unterschiedlichen Nutzungsarten werden schrittweise automatisiert. Lokale Bedienung, Präsenz, Dimmung, Jalousie, Windalarm, Zentralfunktion und Szenen werden einzeln geprüft und anschließend kombiniert. Der Gruppenmonitor dient zur Kontrolle von Befehl, Status und Prioritätswechsel.

Inhaltsübersicht

  • Schwerpunkt und Nutzen
  • Lernziele
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Tag 1: Beleuchtung und Dimmfunktionen
  • Tag 2: Beschattung und Sicherheitsfunktionen
  • Tag 3: Szenen, Automatik und Abnahme
  • Praxisaufgaben
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Schalt-, Dimm- und Statusfunktionen vollständig projektieren
  • Jalousie- und Sonnenschutzfunktionen mit Sicherheitsprioritäten umsetzen
  • Szenen und Betriebsarten mit klarer Rückmeldung aufbauen
  • Gruppenadressen und Datenpunkttypen konsistent strukturieren
  • Automatik, Zentralbedienung und manuelle Übersteuerung konfliktfrei verbinden
  • Funktionen mit Positiv-, Grenz- und Ausfallfällen abnehmen

Schrittweise Seminarinhalte

Jeder Themenblock folgt derselben Arbeitslogik: Ausgangslage und Sollverhalten festlegen, relevante ETS6- und Anlagenobjekte modellieren, Konfiguration schrittweise umsetzen, Funktion mit Positiv- und Negativfällen prüfen und den technischen Prüfbefund dokumentieren.

Tag 1: Beleuchtung und Dimmfunktionen

  1. Schritt 1: Schalten, Rückmelden und Zentralfunktionen Beleuchtungsfunktionen werden aus Bedienung, Aktorverhalten, Rückmeldung, Sperren, Zwangsführung und Zentralbefehlen aufgebaut. Gruppenadressen und Flags werden so gewählt, dass Bedienung und Status eindeutig bleiben; lokale, zentrale und automatische Befehle werden mit einer Prioritätsmatrix getestet.
  2. Schritt 2: Dimmen, Werte und Regelverhalten Relatives und absolutes Dimmen, Helligkeitswerte, Statusobjekte, Rampen und Mindestwerte werden parametriert. Mehrere Bedienstellen und automatische Vorgaben werden kombiniert; Telegrammfolge, Rückmeldung und Verhalten nach Spannungswiederkehr werden nachvollzogen und optimiert.
  3. Schritt 3: Gruppenadresskonzept und Benennungsstandard Eine dreistufige Gruppenadressstruktur wird aus Gebäude, Gewerk und Funktion entwickelt und gegen alternative Schemata bewertet. Schreib-, Rückmelde-, Status-, Zentral- und Alarmobjekte erhalten eindeutige Namen; Reserven, Wiederverwendbarkeit und Importmöglichkeiten werden berücksichtigt, bevor die Struktur im Projekt ausgerollt wird.
  4. Schritt 4: Datenpunkttypen, Kommunikationsobjekte und Flags Kommunikationsobjekte werden passenden Datenpunkttypen zugeordnet und hinsichtlich Richtung, Einheit, Wertebereich sowie Statusverhalten geprüft. Kommunikations-, Schreib-, Lese-, Übertragungs- und Aktualisierungsflags werden bewusst gesetzt; fehlerhafte Kombinationen werden im Busmonitor sichtbar gemacht und korrigiert.

Tagesprüfung: Die am 1. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 2: Beschattung und Sicherheitsfunktionen

  1. Schritt 1: Jalousie-, Rollladen- und Sonnenschutzfunktionen Fahrbefehle, Lamellenposition, Status, Sperren, Windalarm und automatische Beschattung werden in ein priorisiertes Funktionsmodell überführt. Lokale Bedienung, Zentralfunktion, Wettervorgabe und Sicherheitsstellung werden nacheinander geprüft, damit widersprüchliche Befehle kontrolliert aufgelöst werden.
  2. Schritt 2: Geräteparameter, Kanäle und Funktionsabhängigkeiten Sensor- und Aktorkanäle werden von der Grundfunktion bis zu Sperren, Prioritäten, Rückmeldungen und Verhalten nach Busspannungswiederkehr parametriert. Abhängigkeiten zwischen Parametern werden nachvollzogen, in einer Prüfliste festgehalten und mit einem reproduzierbaren Sollverhalten verbunden.
  3. Schritt 3: Logikfunktionen, Verriegelungen und Prioritäten UND-, ODER-, Vergleichs-, Grenzwert-, Sperr- und Prioritätsfunktionen werden aus fachlichen Bedingungen abgeleitet. Eingänge, Ausgang, Rücksetzung und Fehlerzustand werden explizit beschrieben; anschließend wird die Logik mit Wahrheitstabelle, Telegrammfolge und Negativfällen geprüft.
  4. Schritt 4: Gruppenmonitor, Busmonitor und Filter Gruppenmonitor und Busmonitor werden für unterschiedliche Diagnoseziele eingesetzt und mit Zeit-, Adress- sowie Ereignisfiltern kombiniert. Telegramme werden nach Quelle, Ziel, Datenpunkttyp, Wert, Wiederholung und Bestätigung bewertet; relevante Ausschnitte werden als Diagnosebeleg gesichert.

Tagesprüfung: Die am 2. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 3: Szenen, Automatik und Abnahme

  1. Schritt 1: Szenen, Presets und Betriebsarten Szenen werden hinsichtlich Speichern, Abrufen, Rückmeldung und Änderungsschutz parametriert. Beleuchtung, Beschattung und weitere Gewerke werden schrittweise zusammengeführt; der Test berücksichtigt unvollständig erreichbare Geräte, manuelle Übersteuerung und die Wiederherstellung eines definierten Ausgangszustands.
  2. Schritt 2: Zeitprogramme, Kalender und Nachlaufzeiten Schaltzeiten, Feiertage, Nachlauf, Mindestlaufzeit und manuelle Übersteuerung werden in einen klaren Zustandsablauf überführt. Zeitabhängige Funktionen werden mit simulierten Zeitpunkten geprüft; ein Ausfall der Zeitquelle oder ein Neustart darf nicht zu einem unbestimmten Anlagenzustand führen.
  3. Schritt 3: Kontrollierte Fehlerfälle und Negativtests Typische Fehler wie falsche Gruppenadresse, ungeeigneter Datenpunkttyp, blockiertes Filter, doppelte physikalische Adresse oder fehlende Rückmeldung werden gezielt eingebaut. Die Diagnose wird unter Zeitdruck wiederholt; Ursache, Korrektur, Wirksamkeitsprüfung und Präventionsmaßnahme werden in einem einheitlichen Störungsprotokoll festgehalten.
  4. Schritt 4: Funktionsprüfung und technische Abnahme Aus der Funktionsbeschreibung entsteht eine Testmatrix mit Vorbedingungen, Auslöser, erwarteten Telegrammen, sichtbarer Reaktion und Akzeptanzkriterium. Abweichungen werden klassifiziert, nachgebessert und erneut geprüft; erst vollständige Nachweise führen zur Freigabe des jeweiligen Funktionspakets.

Tagesprüfung: Die am 3. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Praxisaufgaben

  1. Übung 1: Eine Beleuchtungsfunktion mit Schalten, Dimmen, Wert und Rückmeldung aufbauen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  2. Übung 2: Sonnenschutz mit lokaler Bedienung, Zentralbefehl, Windalarm und Sperre parametrieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  3. Übung 3: Eine gewerkeübergreifende Szene mit Speichern, Abrufen und definiertem Fehlerverhalten erstellen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  4. Übung 4: Prioritätskonflikte zwischen Automatik und Handbedienung diagnostizieren und lösen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  5. Übung 5: Eine Abnahmematrix für mehrere Raumtypen durchführen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: KNX-Systemintegratoren, Elektrofachkräfte, Licht- und Sonnenschutzplanung, TGA-Fachkräfte, Inbetriebnahme und Service.

Voraussetzungen: Grundkenntnisse in KNX und ETS6, insbesondere Gebäude- und Topologiestruktur, Gruppenadressen, Datenpunkttypen sowie einfache Geräteparametrierung.

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch ETS6-Demonstrationen, strukturierte Laboraufgaben und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Übung werden Ausgangsstand, Prüfkriterien und Dokumentationspflicht vorgegeben. Änderungen erfolgen einzeln und nachvollziehbar; eine Korrektur gilt erst nach Wiederholung des ursprünglichen Tests als bestätigt.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: KNX-Systemintegratoren, Elektrofachkräfte, Licht- und Sonnenschutzplanung, TGA-Fachkräfte, Inbetriebnahme und Service.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in KNX und ETS6, insbesondere Gebäude- und Topologiestruktur, Gruppenadressen, Datenpunkttypen sowie einfache Geräteparametrierung.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, strukturierte ETS6- und Laborübungen, kontrollierte Fehlerfälle und technische Prüflisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Stream gespeichert 3 Tage
Luzern 3 Tage
Bern 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Sankt Gallen 3 Tage
Basel 3 Tage
Winterthur 3 Tage
Zürich 3 Tage
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