Seminar KNX – Inbetriebnahme, Abnahme und Dokumentation mit ETS6

Schwerpunkt und Nutzen

Eine erfolgreiche Inbetriebnahme ist mehr als ein fehlerfreier Download. Geräteidentität, physikalische Adressen, Applikationsstand, Funktionsprüfung, Abweichungsmanagement, Projektberichte und Betriebsunterlagen müssen zusammenpassen, bevor eine Anlage übergeben werden kann.

Ein vorbereitetes Projekt wird von der Schnittstellenprüfung bis zur technischen Abnahme bearbeitet. Geräte werden adressiert, geladen und funktionsweise geprüft. Abweichungen werden dokumentiert, behoben und erneut getestet; anschließend entstehen Sicherungsstand, Bestandsunterlagen und Serviceinformationen.

Inhaltsübersicht

  • Schwerpunkt und Nutzen
  • Lernziele
  • Schrittweise Seminarinhalte
  • Tag 1: Geräteaufnahme und Funktionsinbetriebnahme
  • Tag 2: Abnahme, Dokumentation und Übergabe
  • Praxisaufgaben
  • Zielgruppe und Voraussetzungen
  • Didaktik und Arbeitsweise

Lernziele

  • Inbetriebnahme in prüfbare Arbeitsschritte gliedern
  • Schnittstellen, Geräteidentität und physikalische Adressen sicher prüfen
  • Downloads und Funktionsprüfungen kontrolliert durchführen
  • Abweichungen klassifizieren, nachbessern und erneut verifizieren
  • ETS6-Berichte und Bestandsunterlagen konsistent erstellen
  • Projekt, Sicherung und Serviceinformationen geordnet übergeben

Schrittweise Seminarinhalte

Jeder Themenblock folgt derselben Arbeitslogik: Ausgangslage und Sollverhalten festlegen, relevante ETS6- und Anlagenobjekte modellieren, Konfiguration schrittweise umsetzen, Funktion mit Positiv- und Negativfällen prüfen und den technischen Prüfbefund dokumentieren.

Tag 1: Geräteaufnahme und Funktionsinbetriebnahme

  1. Schritt 1: Schnittstellen, Verbindungsauswahl und Buszugang USB-, IP-Tunneling- und lokale Schnittstellen werden im ETS6-Verbindungsmanager eingerichtet, benannt und priorisiert. Erreichbarkeit, individuelle Adresse, Buszugriff und mögliche Parallelverbindungen werden geprüft; anschließend entsteht ein Standard für Baustelle, Servicezugang und Fernwartungsumgebung.
  2. Schritt 2: Physikalische Adressen und Programmiermodus Geräte werden anhand ihrer Einbauorte identifiziert, in den Programmiermodus versetzt und mit der geplanten physikalischen Adresse versehen. Doppelte Adressen, vertauschte Geräte und nicht erreichbare Teilnehmer werden mit einer festen Prüfreihenfolge erkannt und in einer Inbetriebnahmeliste dokumentiert.
  3. Schritt 3: Geräteidentifikation und Download über Seriennummer Seriennummern werden als zusätzliches Identifikationsmerkmal in den Inbetriebnahmeprozess aufgenommen. Die Zuordnung von geplanter Geräteposition, physikalischer Adresse und eingebautem Teilnehmer wird überprüft, damit besonders bei größeren Installationen Verwechslungen reduziert und Nacharbeiten nachvollziehbar dokumentiert werden.
  4. Schritt 4: Applikationsdownload und Funktionsinbetriebnahme Nach dem Adressieren werden Applikation, Parameter und Gruppenverknüpfungen kontrolliert geladen. Jede Funktion wird mit definierten Auslösern, erwarteten Telegrammen und sichtbaren Reaktionen geprüft; Abweichungen werden entweder der Projektierung, dem Gerät, der Verdrahtung oder dem Netzwerkzugang zugeordnet.

Tagesprüfung: Die am 1. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Tag 2: Abnahme, Dokumentation und Übergabe

  1. Schritt 1: Funktionsprüfung und technische Abnahme Aus der Funktionsbeschreibung entsteht eine Testmatrix mit Vorbedingungen, Auslöser, erwarteten Telegrammen, sichtbarer Reaktion und Akzeptanzkriterium. Abweichungen werden klassifiziert, nachgebessert und erneut geprüft; erst vollständige Nachweise führen zur Freigabe des jeweiligen Funktionspakets.
  2. Schritt 2: ETS6-Berichte und technische Nachweise Projekt-, Topologie-, Geräte-, Parameter- und Gruppenadressinformationen werden zu einem konsistenten Dokumentationspaket zusammengestellt. Berichte werden auf Verständlichkeit, Versionsstand und Übereinstimmung mit der realen Anlage geprüft, bevor sie für Abnahme, Betrieb oder spätere Erweiterung freigegeben werden.
  3. Schritt 3: Bestandsdokumentation und Änderungsnachweis ETS6-Projekt, Funktionslisten, Gruppenadresskonzept, Netzplan, Gerätelisten, Parameterberichte und Prüfprotokolle werden auf denselben Versionsstand gebracht. Abweichungen zwischen Planung und Einbau werden eingearbeitet; offene Punkte erhalten Verantwortlichkeit und Termin statt einer informellen Notiz.
  4. Schritt 4: Betriebsübergabe und Servicekonzept Für Betrieb und Service werden Zugänge, Sicherungen, Projektverantwortung, Ersatzgeräte, Diagnosewege und Eskalation festgelegt. Eine Störung wird vom Eingang bis zur dokumentierten Wiederherstellung durchgespielt; dabei zeigt sich, ob Unterlagen und Berechtigungen auch ohne Projektwissen einzelner Personen ausreichen.

Tagesprüfung: Die am 2. Seminartag erstellten Konfigurationen und Unterlagen werden gegen definierte Sollwerte, Telegramme, Zustände und Dokumentationsanforderungen geprüft. Offene Abweichungen werden vor dem nächsten Themenblock eindeutig klassifiziert.

Praxisaufgaben

  1. Übung 1: Schnittstelle und Buszugang vor Beginn der Gerätearbeit vollständig prüfen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  2. Übung 2: Mehrere Geräte identifizieren, adressieren und mit korrektem Projektstand laden. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  3. Übung 3: Eine Funktionsmatrix mit Positiv-, Grenz- und Fehlerfällen abarbeiten. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  4. Übung 4: Abweichungen nach Ursache, Verantwortung und Nachtest dokumentieren. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.
  5. Übung 5: Ein vollständiges Übergabepaket aus Projekt, Berichten, Sicherung und Servicekonzept erstellen. Die Bearbeitung umfasst Bestandsaufnahme, Zieldefinition, kontrollierte Umsetzung, Funktionsprüfung, Fehlerkorrektur und dokumentierte Wiederholungsprüfung.

Zielgruppe und Voraussetzungen

Zielgruppe: KNX-Systemintegratoren, Inbetriebnahmetechniker, Elektrofachkräfte, Bauleitung, Fachplanung, technische Abnahme, Betrieb und Service.

Voraussetzungen: Praktische ETS6-Grundkenntnisse, Verständnis von Topologie, Gruppenadressen und Geräteparametrierung. Ein vorbereiteter Laboraufbau wird bereitgestellt.

Didaktik und Arbeitsweise

Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch ETS6-Demonstrationen, strukturierte Laboraufgaben und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jede Übung werden Ausgangsstand, Prüfkriterien und Dokumentationspflicht vorgegeben. Änderungen erfolgen einzeln und nachvollziehbar; eine Korrektur gilt erst nach Wiederholung des ursprünglichen Tests als bestätigt.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: KNX-Systemintegratoren, Inbetriebnahmetechniker, Elektrofachkräfte, Bauleitung, Fachplanung, technische Abnahme, Betrieb und Service.
Voraussetzungen: Praktische ETS6-Grundkenntnisse, Verständnis von Topologie, Gruppenadressen und Geräteparametrierung. Ein vorbereiteter Laboraufbau wird bereitgestellt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, strukturierte ETS6- und Laborübungen, kontrollierte Fehlerfälle und technische Prüflisten
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Basel 2 Tage
Winterthur 2 Tage
Zürich 2 Tage
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Stream gespeichert 2 Tage
Luzern 2 Tage
Bern 2 Tage
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
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Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
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