Seminar Exein Runtime Lite: Schutz von Legacy-Linux-Geräten

Einordnung: Das Seminar behandelt Runtime-Schutz für ressourcenarme oder ältere Linux-Geräte, bei denen moderne eBPF-Anforderungen nicht erfüllt werden. Fanotify- und Netlink-basierte Überwachung, statische Bereitstellung, minimale Capabilities, deklarative Richtlinien, Prozesskontext, Performance und ein kontrollierter Flottenbetrieb stehen im Mittelpunkt.

Inhaltsübersicht

  1. Legacy-Flotte technisch segmentieren
  2. Kernel- und Systemvoraussetzungen prüfen
  3. Agent minimal bereitstellen
  4. Dateizugriffe mit Fanotify kontrollieren
  5. Prozessstarts mit Netlink überwachen
  6. Deklarative Richtlinien entwickeln
  7. Forensik und Plattformanbindung
  8. Performance, Rollout und Koexistenz

Zielgruppe

Betreiber und Entwickler langlebiger Embedded-Linux-Produkte, OT- und Geräteadministration, Product Security, Plattformteams und Verantwortliche für Altgeräteflotten.

Lernziele

  • Eignung und Grenzen von Runtime Lite für ältere Linux-Plattformen beurteilen.
  • Erforderliche Kerneloptionen, Capabilities und Betriebsbedingungen prüfen.
  • Dateizugriffe und Prozessstarts mit deklarativen Richtlinien kontrollieren.
  • Alarme anhand vollständiger Prozesshierarchien untersuchen.
  • Rollout, Ressourcenverbrauch und Migration in heterogenen Flotten planen.

Seminarinhalte

Legacy-Flotte technisch segmentieren

  1. Schritt 1: Architektur, Kernelversion, RAM, Speicher, Updatefähigkeit und Netzwerkanbindung erfassen.
  2. Schritt 2: Geräte mit moderner eBPF-Eignung von echten Legacy-Zielen trennen.
  3. Schritt 3: Sicherheitskritikalität und verbleibende Einsatzdauer für die Priorisierung berücksichtigen.

Kernel- und Systemvoraussetzungen prüfen

  1. Schritt 1: Fanotify-, Connector- und Prozessereignis-Unterstützung in der Kernelkonfiguration verifizieren.
  2. Schritt 2: Dateisysteme, Init-System, verfügbare Capabilities und eingeschränkte Benutzerkonten prüfen.
  3. Schritt 3: Technische Grenzen und notwendige Kompensationsmaßnahmen dokumentieren.

Agent minimal bereitstellen

  1. Schritt 1: Statische Binärdatei, Konfiguration und Dienststart ohne zusätzliche Laufzeitabhängigkeiten einrichten.
  2. Schritt 2: CAP_SYS_ADMIN und CAP_KILL gezielt zuweisen und Root-Ausführung vermeiden.
  3. Schritt 3: Dateirechte, Protokollpfade und sichere Standardwerte für Produktionsgeräte festlegen.

Dateizugriffe mit Fanotify kontrollieren

  1. Schritt 1: Schutzwürdige Dateien und erlaubte Prozesse präzise bestimmen.
  2. Schritt 2: Synchrones Erlauben oder Verweigern anhand enger Bedingungen konfigurieren.
  3. Schritt 3: Auswirkung auf legitime Dienste und zeitkritische Zugriffe messen und nachjustieren.

Prozessstarts mit Netlink überwachen

  1. Schritt 1: Ausführungsereignisse und Prozessargumente für verdächtige Werkzeuge oder Pfade auswerten.
  2. Schritt 2: Reaktive Prozessbeendigung mit realistischen Zeitfenstern und Sicherheitszielen einordnen.
  3. Schritt 3: Eltern-Kind-Beziehungen für Malware-, Debugger- und Exploit-Szenarien nutzen.

Deklarative Richtlinien entwickeln

  1. Schritt 1: Trigger, Aktion, Schweregrad, Kategorie und Bedingung strukturiert formulieren.
  2. Schritt 2: Regeln für Ausführung aus temporären Verzeichnissen, Schlüsselzugriff und ungewöhnliche Prozessketten erstellen.
  3. Schritt 3: Positive und negative Tests durchführen und Ausnahmen eng begrenzen.

Forensik und Plattformanbindung

  1. Schritt 1: Vollständige Prozesshierarchien bis zum Systemstartprozess interpretieren.
  2. Schritt 2: Einstiegspunkt, Ausführungskette und betroffene Ressource aus einem Alarm rekonstruieren.
  3. Schritt 3: Alarmübermittlung, Zwischenspeicherung und optionale SIEM-Weiterleitung für schwache Verbindungen planen.

Performance, Rollout und Koexistenz

  1. Schritt 1: Speicher, CPU, I/O und Startverhalten vor und nach Aktivierung vergleichen.
  2. Schritt 2: Pilotgruppen, Richtlinienprofile und Rückfalloptionen für Altgeräte definieren.
  3. Schritt 3: Koexistenz von Runtime Lite, modernem Runtime Agent und anderen Agenten in einer gemischten Flotte planen.

Praxisübungen

  • Ein älteres Linux-Laborsystem wird auf Kernelvoraussetzungen geprüft und mit minimalen Capabilities vorbereitet.
  • Richtlinien für Dateischutz, temporäre Ausführung und verdächtige Prozessketten werden umgesetzt.
  • Ein simuliertes Ereignis wird anhand der Prozesshierarchie forensisch rekonstruiert.
  • Ressourcenmessung und gestufter Legacy-Flottenrollout werden ausgearbeitet.

Arbeitsweise

Systemprüfung, schlanke Agentenbereitstellung, Richtlinienlabore und Forensikübungen sind auf typische Altgerätebedingungen zugeschnitten.

Voraussetzungen

Gute Linux-Administrationskenntnisse und Erfahrung mit älteren Embedded-Systemen. Grundkenntnisse zu Prozessen, Dateirechten und Kernelkonfigurationen werden vorausgesetzt.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Legacy Embedded Linux, OT- und Gerätebetrieb, Product Security und Plattformteams
Voraussetzungen: Gute Linux-Kenntnisse und Erfahrung mit älteren Embedded-Systemen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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