Seminar Exein Analyzer: Firmware-Härtung, Credentials und Kryptografie

Einordnung: Der Schwerpunkt liegt auf Befunden, die unmittelbar auf die technische Härtung einer Firmware wirken: unsichere Zugangsdaten, eingebettete Geheimnisse, fehlerhafte Zertifikate, schwache Kryptografie, riskante Dienste und unzureichende Compiler-Schutzmaßnahmen. Aus jedem Befund wird eine konkrete, überprüfbare Härtungsmaßnahme abgeleitet.

Inhaltsübersicht

  1. Firmware-Struktur und Angriffsflächen ordnen
  2. Credentials und eingebettete Geheimnisse behandeln
  3. Zertifikate und kryptografische Materialien bewerten
  4. Dienste, Rechte und Konfigurationen härten
  5. Compiler- und Binary-Schutzmaßnahmen umsetzen
  6. Behebung und Verifikation durchführen

Zielgruppe

Embedded-Entwickler, Firmware- und Plattformteams, Product-Security-Fachkräfte, Security-Tester sowie technische Verantwortliche für Härtungsrichtlinien.

Lernziele

  • Credential-, Secret- und Zertifikatsbefunde fachlich korrekt bewerten.
  • Unsichere Dienste, Dateirechte und Standardkonfigurationen priorisiert härten.
  • Compiler- und Binary-Schutzmechanismen in Build-Vorgaben übersetzen.
  • Kryptografische Materialien über ihren gesamten Lebenszyklus kontrollieren.
  • Behebungen durch Wiederholungsscan und gezielte Negativtests verifizieren.

Seminarinhalte

Firmware-Struktur und Angriffsflächen ordnen

  1. Schritt 1: Dateisystem, Startskripte, Dienste, Benutzerkonten, Bibliotheken und Update-Komponenten eines Images inventarisieren.
  2. Schritt 2: Sicherheitskritische Pfade und privilegierte Prozesse gegenüber gewöhnlichen Anwendungsdaten abgrenzen.
  3. Schritt 3: Befunde nach erreichbarer Angriffsfläche, Privileg und möglicher Auswirkung priorisieren.

Credentials und eingebettete Geheimnisse behandeln

  1. Schritt 1: Standardkonten, schwache Kennwort-Hashes, feste Schlüssel und Zugangstoken im Befundbild erkennen.
  2. Schritt 2: Zwischen Testdaten, Produktionsgeheimnissen, Geräteidentitäten und absichtlich öffentlichen Informationen unterscheiden.
  3. Schritt 3: Provisionierung, Rotation, Sperrung und sichere Speicherung als verbindlichen Lebenszyklus definieren.

Zertifikate und kryptografische Materialien bewerten

  1. Schritt 1: Zertifikatsketten, Gültigkeiten, Schlüsselverwendung und Vertrauensanker systematisch prüfen.
  2. Schritt 2: Abgelaufene, wiederverwendete oder unzureichend geschützte Schlüsselmaterialien auf ihre Auswirkung untersuchen.
  3. Schritt 3: Gerätespezifische Identitäten und Erneuerungsprozesse so planen, dass Seriengeräte nicht denselben Schlüssel teilen.

Dienste, Rechte und Konfigurationen härten

  1. Schritt 1: Nicht benötigte Netzwerkdienste, Debug-Schnittstellen und administrative Werkzeuge identifizieren.
  2. Schritt 2: Dateirechte, Benutzertrennung, Mount-Optionen und Dienstprivilegien auf das erforderliche Minimum reduzieren.
  3. Schritt 3: Sichere Standardwerte festlegen und unsichere Fallback-Konfigurationen aus Produktionsimages entfernen.

Compiler- und Binary-Schutzmaßnahmen umsetzen

  1. Schritt 1: Befunde zu fehlenden Schutzmechanismen in konkrete Compiler-, Linker- und Build-Vorgaben übersetzen.
  2. Schritt 2: Ausnahmen für technisch begründete Komponenten dokumentieren und mit zusätzlichen Kontrollen absichern.
  3. Schritt 3: Die Einhaltung der Härtungsvorgaben über Build-Profile und automatisierte Prüfungen stabilisieren.

Behebung und Verifikation durchführen

  1. Schritt 1: Für jeden Befund eine technische Änderung, verantwortliche Stelle und überprüfbare Akzeptanzbedingung formulieren.
  2. Schritt 2: Ein neues Image erzeugen und durch Wiederholungsscan gegen den ursprünglichen Bericht vergleichen.
  3. Schritt 3: Gezielte Negativtests durchführen, damit eine formale Befundbereinigung nicht unbemerkt neue Risiken erzeugt.

Praxisübungen

  • Ein präpariertes Firmware-Image wird auf Standardkonten, Schlüsselmaterial und unsichere Dienstkonfigurationen untersucht.
  • Compiler- und Linker-Vorgaben werden aus Befunden abgeleitet und in ein reproduzierbares Härtungsprofil überführt.
  • Nach der Behebung wird ein Differenzscan erstellt und mit technischen Negativtests ergänzt.

Arbeitsweise

Befundinterpretation, Konfigurationsanalyse und Build-Härtung wechseln mit praktischen Änderungs- und Verifikationsaufgaben.

Voraussetzungen

Sichere Linux-Grundkenntnisse und Verständnis typischer Firmware-Strukturen. Kenntnisse in C/C++, Build-Systemen oder Kryptografie sind hilfreich.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Embedded-Entwicklung, Firmware Engineering, Product Security und Security Testing
Voraussetzungen: Linux- und Firmware-Grundkenntnisse; C/C++- oder Kryptografieerfahrung ist hilfreich
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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