Seminar / Training
Der Aufbaukurs vertieft die Portierung von TF-A für produktionsnahe SoCs und Boards. Behandelt werden komplexe Topologien, mehrere Bootmedien, dynamische Konfiguration, alternative Sicherheitskomponenten, Interrupt- und Power-Domänen, Fehlerpfade sowie die Abnahme einer Plattformportierung. Die Übungen orientieren sich an typischen Integrationsproblemen, die erst nach dem ersten erfolgreichen Boot sichtbar werden.
Inhaltsübersicht
- Portierungsbaseline und technische Schulden
- Komplexe Prozessortopologien
- Mehrere Bootmedien und FIP-Varianten
- Dynamische Plattformkonfiguration
- Interrupts, Timer und asynchrone Ereignisse
- Sicherheitskomponenten und Trusted OS
- Warm Boot, Suspend und Reset
- Performance und Footprint
- Abnahme und Freigabe
Lernziele
- Mehrcluster- und Mehrsockel-Topologien korrekt in Plattformdaten und PSCI abbilden.
- Mehrere Bootquellen, FIP-Layouts und Recovery-Pfade robust integrieren.
- Plattformdienste, Sicherheitskomponenten und dynamische Konfiguration kontrolliert erweitern.
- Concurrency-, Cache-, Interrupt- und Warm-Boot-Probleme systematisch analysieren.
- Eine Portierung mit reproduzierbaren Tests, Dokumentation und Freigabekriterien produktionsreif machen.
Seminarinhalte
1. Portierungsbaseline und technische Schulden
- Schritt 1: Vorhandene Plattformschichten werden nach Architektur-, Board- und Produktanteilen getrennt.
- Schritt 2: Workarounds, hart codierte Adressen und implizite Startannahmen werden inventarisiert.
- Schritt 3: Für jede Abweichung wird entschieden, ob sie bereinigt, gekapselt oder dokumentiert wird.
Praxis: Eine bestehende Portierung wird anhand einer strukturierten Reifegradprüfung bewertet.
2. Komplexe Prozessortopologien
- Schritt 1: MPIDR-Werte, Affinitätsebenen und Power-Domänen werden aus der Hardwaretopologie abgeleitet.
- Schritt 2: Core-, Cluster- und Systemzustände werden mit den PSCI-Plattformoperationen abgestimmt.
- Schritt 3: Fehlende, deaktivierte und asymmetrische Kerne werden in Erkennung und Validierung berücksichtigt.
Praxis: Eine Mehrcluster-Topologie wird modelliert und mit positiven sowie negativen CPU_ON-Tests geprüft.
3. Mehrere Bootmedien und FIP-Varianten
- Schritt 1: Bootquelle, Partitionslayout und Image-Suchreihenfolge werden explizit beschrieben.
- Schritt 2: FIP- und Raw-Image-Pfade erhalten gemeinsame Validierungs- und Fehlerbehandlungsschritte.
- Schritt 3: Fallback und Recovery werden so gestaltet, dass keine unkontrollierte Vertrauensabsenkung entsteht.
Praxis: Zwei Bootmedien werden mit kontrolliertem Fallback in einen gemeinsamen Ladepfad integriert.
4. Dynamische Plattformkonfiguration
- Schritt 1: FCONF-, Device-Tree- und Compile-Time-Daten werden nach Lebenszyklus und Vertrauensbedarf getrennt.
- Schritt 2: Parser, Getter und Standardwerte werden mit strikter Bereichsprüfung implementiert.
- Schritt 3: Nicht unterstützte oder widersprüchliche Konfigurationen brechen mit eindeutiger Diagnose ab.
Praxis: Eine dynamische Plattformoption wird ergänzt und durch Fehlkonfigurationstests abgesichert.
5. Interrupts, Timer und asynchrone Ereignisse
- Schritt 1: GIC-Initialisierung, sichere Interruptgruppen und Plattformtimer werden der richtigen Bootstufe zugeordnet.
- Schritt 2: Race Conditions zwischen Primär- und Sekundärkernen werden mit Barrieren und Zustandsautomaten vermieden.
- Schritt 3: SDEI- oder plattformspezifische Ereignisse werden mit klaren Prioritäten und Rückkehrpfaden integriert.
Praxis: Ein sicherer Interruptpfad wird implementiert und unter konkurrierender Last geprüft.
6. Sicherheitskomponenten und Trusted OS
- Schritt 1: BL32-Varianten, Secure Partition Manager und alternative Payloads werden nach Boot- und Laufzeitvertrag eingebunden.
- Schritt 2: Speicherbereiche, Interruptzuordnung und Kommunikationsschnittstellen werden gegeneinander isoliert.
- Schritt 3: Fehler oder Nichterreichbarkeit einer sicheren Komponente führen zu einer definierten Plattformreaktion.
Praxis: Eine alternative sichere Payload wird eingebunden und ihr Handoff kontrolliert getestet.
7. Warm Boot, Suspend und Reset
- Schritt 1: Cold-Boot-Initialisierung wird von wiederholbarer Warm-Boot-Initialisierung getrennt.
- Schritt 2: Kontext, Cachezustände und gemeinsam genutzte Register werden vor Suspend gesichert und nach Resume validiert.
- Schritt 3: Resetpfade werden für Normalbetrieb, Watchdog und Recovery voneinander abgegrenzt.
Praxis: Mehrere Suspend-Resume-Zyklen werden mit Prüfpunkten und Fehlerprovokation ausgeführt.
8. Performance und Footprint
- Schritt 1: Bootzeiten werden pro Stufe und Treiber messbar gemacht.
- Schritt 2: Code-, Daten- und Stackverbrauch werden gegen Plattformgrenzen geprüft.
- Schritt 3: Optimierungen werden nur übernommen, wenn Sicherheits- und Diagnosefähigkeit erhalten bleiben.
Praxis: Ein Bootprofil wird erstellt und eine nachweislich sichere Optimierung umgesetzt.
9. Abnahme und Freigabe
- Schritt 1: Buildmatrix, Bootvarianten, Powerzustände und Sicherheitsfunktionen werden in eine Testmatrix überführt.
- Schritt 2: Bekannte Einschränkungen und Plattformverträge werden versionsfest dokumentiert.
- Schritt 3: Freigabekriterien umfassen Wiederholbarkeit, Negativtests, Recovery und Updatefähigkeit.
Praxis: Eine Portierungsabnahme mit Testprotokoll und Freigabecheckliste wird durchgeführt.
Zielgruppe
Erfahrene Firmware- und BSP-Entwickler, SoC-Integratoren, Plattformarchitekten und technische Verantwortliche produktiver TF-A-Portierungen.
Voraussetzungen
Sichere C- und AArch64-Kenntnisse, praktische TF-A-Portierungserfahrung sowie Kenntnisse zu Device Tree, PSCI, GIC, MMU und Build-System.
Praxisumgebung
Linux-Arbeitsplatz mit TF-A-Quellbaum, AArch64-Toolchain, Debugger, QEMU oder FVP und einer vorbereiteten Referenzportierung mit mehreren Fehlerbildern.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Erfahrene Firmware- und BSP-Entwickler, SoC-Integratoren, Plattformarchitekten und technische Verantwortliche produktiver TF-A-Portierungen. |
| Voraussetzungen: | Sichere C- und AArch64-Kenntnisse, praktische TF-A-Portierungserfahrung sowie Kenntnisse zu Device Tree, PSCI, GIC, MMU und Build-System. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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