Seminar Trusted Firmware-A – Intensivseminar Architektur, Build und Portierung

Seminar / Training

Dieses Intensivseminar bündelt die technischen Grundlagen, den Build- und Imageprozess sowie die Plattformportierung in einer durchgehenden fünftägigen Laborstrecke. Vom Resetpfad über BL-Stufen, Toolchain, FIP, Speicherlayout, Device Tree und FCONF bis zu BL2, BL31, PSCI, GIC, Integration und erstem vollständigem Boot entsteht eine belastbare Portierungsbaseline.

Inhaltsübersicht

  1. Tag 1: Architektur und Bootkette
  2. Tag 1: Buildsystem und Toolchain
  3. Tag 2: FIP, Images und Bootmedien
  4. Tag 2: Device Tree, FCONF und Handoff
  5. Tag 3: Speicherlayout und XLAT
  6. Tag 3: Plattformgerüst und frühe Initialisierung
  7. Tag 4: BL2, BL31 und Image-Handoff
  8. Tag 4: Topologie, PSCI und GIC
  9. Tag 5: Integration mit U-Boot, UEFI, Linux und Trusted OS
  10. Tag 5: Test und Portierungsabnahme

Lernziele

  • TF-A-Architektur und Bootphasen anhand realer Quell- und Laufzeitpfade erklären.
  • Reproduzierbare Buildprofile und FIP-Artefakte erstellen und untersuchen.
  • Device Tree, FCONF, Handoff und Speicherlayout für eine Plattform konfigurieren.
  • Eine neue Plattform bis BL33 portieren und grundlegende PSCI- und GIC-Funktionen integrieren.
  • Die Portierung mit Tests, Logs und einer technischen Abnahme dokumentieren.

Seminarinhalte

1. Tag 1: Architektur und Bootkette

  1. Schritt 1: Sicherheitszustände, Exception Levels und TF-A-Komponenten werden als Gesamtarchitektur modelliert.
  2. Schritt 2: BL1, BL2, BL31, BL32 und BL33 werden im Quellbaum und in einem Bootlog verfolgt.
  3. Schritt 3: Cold Boot, Warm Boot und Übergabedaten werden mit festen Prüfpunkten dokumentiert.

Praxis: Ein vollständiger Referenzboot wird gebaut, ausgeführt und als kommentierte Zeitleiste ausgewertet.

2. Tag 1: Buildsystem und Toolchain

  1. Schritt 1: Toolchain, Plattformwahl, Buildoptionen und Featureabhängigkeiten werden reproduzierbar festgelegt.
  2. Schritt 2: Debug-, Release- und Securityprofile werden getrennt erzeugt.
  3. Schritt 3: Map-, Symbol- und Größeninformationen werden zur frühen Fehlererkennung genutzt.

Praxis: Eine Buildmatrix erzeugt mehrere vergleichbare Artefakte mit dokumentierter Konfiguration.

3. Tag 2: FIP, Images und Bootmedien

  1. Schritt 1: Image-IDs, Zertifikate, FIP-Einträge und Ladebeziehungen werden inventarisiert.
  2. Schritt 2: Ein Paket wird erstellt, inspiziert, verändert und erneut geprüft.
  3. Schritt 3: Fehlerpfade für fehlende, beschädigte oder inkompatible Images werden getestet.

Praxis: Ein eigenes FIP-Layout mit BL31, BL32 und BL33 wird aufgebaut und analysiert.

4. Tag 2: Device Tree, FCONF und Handoff

  1. Schritt 1: Statische und dynamische Konfigurationsdaten werden nach Vertrauen und Lebenszyklus getrennt.
  2. Schritt 2: Parser und Getter werden mit strikter Validierung ergänzt.
  3. Schritt 3: Übergabedaten werden über Device Tree oder Transferstruktur an die nächste Stufe bereitgestellt.

Praxis: Eine Plattformoption wird dynamisch konfiguriert und mit Negativfällen abgesichert.

5. Tag 3: Speicherlayout und XLAT

  1. Schritt 1: ROM, SRAM, DRAM, Geräte und sichere Reservierungen werden in einem konsistenten Plan erfasst.
  2. Schritt 2: XLAT-Regionen erhalten minimale Attribute und korrekte Ausrichtung.
  3. Schritt 3: MMU-, Cache- und Fault-Diagnosen werden mit Symbolen und Seitentabellen korreliert.

Praxis: Ein Speicherplan wird implementiert und durch Zugriffs- sowie Überlappungstests geprüft.

6. Tag 3: Plattformgerüst und frühe Initialisierung

  1. Schritt 1: Eine Referenzplattform wird ausgewählt und in eine neue Plattformstruktur überführt.
  2. Schritt 2: Buildintegration, frühe Konsole und minimale Hardwareinitialisierung werden umgesetzt.
  3. Schritt 3: Der erste Bootmeilenstein wird mit eindeutigen Logmarken erreicht.

Praxis: Eine neue Plattform baut und erreicht die frühe BL2- oder BL31-Konsole.

7. Tag 4: BL2, BL31 und Image-Handoff

  1. Schritt 1: Bootmedium und Image-Policies werden an die Zielplattform angebunden.
  2. Schritt 2: BL31 initialisiert GIC, Timer und Runtime-Service-Grundlage in korrekter Reihenfolge.
  3. Schritt 3: Entry-Point-Informationen und Sicherheitszustände werden vor der Übergabe validiert.

Praxis: BL31 und BL33 werden geladen und kontrolliert bis zum nächsten Softwarelayer gestartet.

8. Tag 4: Topologie, PSCI und GIC

  1. Schritt 1: Core- und Clusterstruktur werden aus MPIDR und Hardwaredaten abgeleitet.
  2. Schritt 2: CPU_ON, CPU_OFF und Reset werden mit Plattformoperationen verbunden.
  3. Schritt 3: Sichere Interruptgruppen und Sekundärkernstart werden gemeinsam getestet.

Praxis: Mehrere Kerne starten, führen PSCI-Aufrufe aus und verarbeiten einen sicheren Interrupt.

9. Tag 5: Integration mit U-Boot, UEFI, Linux und Trusted OS

  1. Schritt 1: BL33- und optionale BL32-Payloads werden mit kompatiblen Übergabedaten eingebunden.
  2. Schritt 2: Device Tree, Bootargs, Speicherreservierungen und Runtime-Aufrufe werden schichtübergreifend geprüft.
  3. Schritt 3: Fehler werden anhand einer gemeinsamen Boot- und Schnittstellenmatrix eingegrenzt.

Praxis: Eine vollständige Startkette bis Linux oder UEFI wird ausgeführt und validiert.

10. Tag 5: Test und Portierungsabnahme

  1. Schritt 1: Build-, Boot-, Multicore-, PSCI- und Negativtests werden in einer Matrix zusammengeführt.
  2. Schritt 2: Bekannte Grenzen und Plattformverträge werden versionsfest dokumentiert.
  3. Schritt 3: Die Portierung erhält klare Freigabe- und nächste Ausbaukriterien.

Praxis: Ein Abschlusslauf erzeugt Artefakte, Testbericht und technische Portierungsbaseline.

Zielgruppe

Firmware- und BSP-Entwickler, SoC-Integratoren, Embedded-Linux-Teams und Plattformarchitekten, die TF-A auf eine eigene Plattform bringen.

Voraussetzungen

Gute C- und Linux-Kenntnisse, AArch64-Grundlagen, Cross-Compilation und grundlegendes Verständnis von Bootloadern, Device Tree, MMU und Multicore-Systemen.

Praxisumgebung

Linux-Arbeitsplatz mit TF-A, AArch64-Toolchain, Binutils, Debugger, QEMU oder FVP sowie U-Boot, UEFI, Linux oder Trusted-OS-Testkomponenten.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Firmware- und BSP-Entwickler, SoC-Integratoren, Embedded-Linux-Teams und Plattformarchitekten, die TF-A auf eine eigene Plattform bringen.
Voraussetzungen: Gute C- und Linux-Kenntnisse, AArch64-Grundlagen, Cross-Compilation und grundlegendes Verständnis von Bootloadern, Device Tree, MMU und Multicore-Systemen.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Quellcodeanalyse, Demonstrationen, praktische Übungen am System und kontrollierte Fehlerfälle
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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