Kryptographie beweist, dass eine Aussage von einem bestimmten Schlüsselzustand stammt. Sie beweist nicht, ob der Aussteller qualifiziert, die Aussage fachlich korrekt, die Rolle rechtlich zulässig oder der Betrieb ausreichend kontrolliert ist. Diese Lücke schließt Governance.
Inhaltsübersicht
- Seminarprofil
- Zielgruppe
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisanteile
- Voraussetzungen
Seminarprofil
Der Kurs entwickelt aus einem Trust-Ökosystem ein umsetzbares Governance- und Assurance-Modell. Technische Regeln, Verträge, Betriebsprozesse, Kontrollen und Evidenzen werden konsistent aufeinander abgestimmt.
Zielgruppe
Governance- und Compliance-Verantwortliche, Identity-Architekten, Auditoren, Risk Manager, Produktverantwortliche, Juristen mit Technikbezug und Betreiber von Credential-Ökosystemen.
Lernziele
- Governance- und Technikschichten klar voneinander abgrenzen
- Rollen, Rechte, Pflichten und Haftung nachvollziehbar definieren
- Credential- und Identifier-Policies operationalisieren
- Assurance-Ziele, Kontrollen und Evidenzen aufbauen
- Änderung, Ausschluss und Incident Handling beherrschbar gestalten
Seminarinhalte
Schritt 1: Ökosystem und Geltungsbereich bestimmen
Teilnehmer, Rollen, Jurisdiktionen, Use Cases, Datenarten und Trust Domains werden abgegrenzt. Der Governance-Rahmen soll weder unkontrolliert wachsen noch kritische Abhängigkeiten auslassen.
- Scope und Nicht-Scope festhalten
- Stakeholder und Begünstigte benennen
- Konflikte zwischen Jurisdiktionen erfassen
Schritt 2: Rollen und Verantwortlichkeiten definieren
Governance Authority, Issuer, Registrar, Holder, Verifier, Auditor, Operator und Trust Service erhalten eindeutige Pflichten. Delegation wird mit Kontroll- und Widerrufsrechten verbunden.
- RACI erstellen
- Interessenkonflikte behandeln
- Vertretung und Eskalation festlegen
Schritt 3: Normative Policies strukturieren
Muss-, Soll- und Kann-Regeln werden nach Identifier, Credential, Issuance, Verification, Revocation, Datenschutz, Sicherheit und Betrieb gegliedert. Jede Regel erhält Owner, Prüfverfahren und Änderungsweg.
- Regeln testbar formulieren
- Ausnahmen kontrollieren
- Policy und technische Konfiguration verknüpfen
Schritt 4: Zulassung und Lifecycle organisieren
Onboarding, Qualifikation, regelmäßige Re-Qualifikation, Statusänderung, Suspendierung und Ausschluss werden als dokumentierte Prozesse gestaltet.
- Evidenzen vor Zulassung prüfen
- Fristen und Trigger festlegen
- geordneten Exit und Credential-Folgen planen
Schritt 5: Credential Framework entwickeln
Zweck, Issuer, Holder, Claims, Schema, Gültigkeit, Status, Revocation, Disclosure und zulässige Nutzung werden für jeden Credential-Typ definiert.
- Semantik und Policy verbinden
- Missbrauchsszenarien berücksichtigen
- Versionierung und Migration regeln
Schritt 6: Assurance und Audit aufbauen
Kontrollziele werden aus Risiken und normativen Regeln abgeleitet. Technische Logs, Prozessbelege, Stichproben und externe Zertifizierungen werden als Evidenzquellen bewertet.
- Kontrollmatrix erstellen
- Design- und Wirksamkeitsprüfung trennen
- Evidenzqualität und Aufbewahrung festlegen
Schritt 7: Incident und Trust Recovery behandeln
Schlüsselkompromittierung, Falschausgabe, Registry-Ausfall, Datenschutzverletzung und Governance-Verstoß erhalten getrennte Reaktionspfade. Technische Revocation allein reicht häufig nicht.
- Melde- und Eskalationswege definieren
- Containment und Kommunikation planen
- Wiederzulassung und Vertrauensaufbau regeln
Schritt 8: Change und Weiterentwicklung steuern
Neue Credential-Typen, Kryptoverfahren, Teilnehmerrollen und regulatorische Anforderungen durchlaufen kontrollierte Änderung, öffentliche beziehungsweise interne Konsultation, Freigabe und Übergangsfristen.
- Änderungsklassen definieren
- Abwärtskompatibilität prüfen
- alte Fassungen geordnet auslaufen lassen
Praxisanteile
- Ökosystem- und Rollenmodell erstellen
- normative Policy in testbare Anforderungen überführen
- Assurance- und Kontrollmatrix aufbauen
- Incident- und Change-Prozess modellieren
Voraussetzungen
Grundverständnis digitaler Identitäten, Credentials und Organisationsprozesse. Technische Detailkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Governance- und Compliance-Verantwortliche, Identity-Architekten, Auditoren, Risk Manager, Produktverantwortliche, Juristen mit Technikbezug und Betreiber von Credential-Ökosystemen. |
| Voraussetzungen: | Grundverständnis digitaler Identitäten, Credentials und Organisationsprozesse. Technische Detailkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, strukturierte Übungen, Architektur- und Fallstudienarbeit |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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