Das Intensivformat bündelt methodischen Einstieg und zentrale Modellierungsarbeit in einem durchgängigen Fallbeispiel. Von Managementeinordnung und Arcadia-Grundsätzen führt der Weg über Operational und System Analysis bis zu Verhalten, Navigation und Modellpflege.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Lernorganisation
- Einordnung im Lernpfad
Zielsetzung
Ziel ist die sichere Durchführung eines zusammenhängenden Capella-Modellierungszyklus vom operativen Bedarf bis zum geprüften Systembedarfsmodell.
Zielgruppe
Systemingenieure, Architekten, Requirements Engineers, Modellierende und technische Projektleitungen mit kompaktem Qualifizierungsbedarf.
Voraussetzungen
Allgemeine Kenntnisse der Systementwicklung; Capella-Erfahrung ist nicht erforderlich.
Seminarinhalte
1. MBSE, Systemarchitektur und Einsatzgrenzen einordnen
- Schritt 1: Ausgangslage, Systemgrenze und Architekturentscheidungen eines Beispielvorhabens erfassen.
- Schritt 2: Dokumentenzentrierte und modellzentrierte Arbeitsweisen anhand konkreter Informationsflüsse vergleichen.
- Schritt 3: Rollen, Artefakte und Freigaben für eine belastbare MBSE-Arbeitsweise zuordnen.
- Schritt 4: Geeignete Einsatzszenarien, Ausschlusskriterien und einen realistischen Einführungsumfang festlegen.
2. Arcadia-Prinzipien und Ebenen sauber trennen
- Schritt 1: Bedarf, erwartete Systemleistungen und Lösungsarchitektur begrifflich voneinander trennen.
- Schritt 2: Operational Analysis, System Analysis, Logical Architecture, Physical Architecture und EPBS ihren Leitfragen zuordnen.
- Schritt 3: Übergänge zwischen den Ebenen als nachvollziehbare Verfeinerung statt als Kopierprozess behandeln.
- Schritt 4: Iterationen, Architekturtreiber und fachliche Rücksprünge in einem Modellierungsplan festhalten.
3. Capella-Arbeitsweise und Modellstruktur verstehen
- Schritt 1: Workbench, Projektstruktur, semantisches Modell und grafische Repräsentationen voneinander abgrenzen.
- Schritt 2: Modellbereiche für Operational Analysis, System Analysis, Logical Architecture, Physical Architecture und EPBS lokalisieren.
- Schritt 3: Eigenschaften, semantischen Browser, Tabellen, Matrizen und Diagramme gezielt einsetzen.
- Schritt 4: Änderungen speichern, Modellzustände prüfen und typische Bedienfehler vermeiden.
4. Operativen Bedarf und Nutzungskontext analysieren
- Schritt 1: Stakeholder, operative Akteure, externe Systeme und Umgebungsbedingungen identifizieren.
- Schritt 2: Missionen, Fähigkeiten und operative Aktivitäten aus realistischen Nutzungssituationen ableiten.
- Schritt 3: Operative Interaktionen und Informationsflüsse ohne vorweggenommene Lösung beschreiben.
- Schritt 4: Abdeckung und Widerspruchsfreiheit durch Szenarien, Matrizen und Reviews prüfen.
5. Operational-Analysis-Diagramme konsistent aufbauen
- Schritt 1: Operational Capability Blank und Operational Entity Blank zweckbezogen auswählen.
- Schritt 2: Operative Aktivitäten hierarchisch gliedern und Akteuren beziehungsweise Entitäten zuordnen.
- Schritt 3: Interaktionen, Szenarien und operative Prozesse aus demselben semantischen Modell ableiten.
- Schritt 4: Diagramme filtern, beschriften und für ein fachliches Review vorbereiten.
6. Systemgrenze, Akteure und Fähigkeiten festlegen
- Schritt 1: System von externen Akteuren und Nachbarsystemen eindeutig abgrenzen.
- Schritt 2: Operative Fähigkeiten in Systemfähigkeiten überführen und fachlich begründen.
- Schritt 3: Erwartete Dienste, Randbedingungen und externe Wechselwirkungen strukturieren.
- Schritt 4: Abdeckung der operativen Bedarfe mit nachvollziehbaren Übergängen und Matrizen kontrollieren.
7. Systemfunktionen und funktionale Architektur entwickeln
- Schritt 1: Systemfunktionen aus Fähigkeiten, Szenarien und externen Erwartungen ableiten.
- Schritt 2: Funktionen hierarchisch zerlegen und funktionale Austauschbeziehungen definieren.
- Schritt 3: Funktionale Ketten zur Beschreibung durchgängiger Leistungen aufbauen.
- Schritt 4: Vollständigkeit, Verantwortungsgrenzen und Rückverfolgbarkeit systematisch prüfen.
8. Funktionale Ketten für Ende-zu-Ende-Leistungen modellieren
- Schritt 1: Start-, Ziel- und Zwischenfunktionen einer Leistungskette identifizieren.
- Schritt 2: Reihenfolge und Austauschbeziehungen semantisch korrekt verbinden.
- Schritt 3: Ketten in Fähigkeiten und Szenarien einordnen und auf Varianten prüfen.
- Schritt 4: Abdeckung, Lücken und unerwünschte Abhängigkeiten anhand der Kette analysieren.
9. Szenarien als dynamische Architektursicht einsetzen
- Schritt 1: Geeigneten Szenariotyp anhand der Fragestellung auswählen.
- Schritt 2: Teilnehmer, Nachrichten, Zeitreihenfolge und Referenzen auf Exchanges festlegen.
- Schritt 3: Alternativen, Schleifen und Ausnahmen mit nachvollziehbarer Semantik abbilden.
- Schritt 4: Szenario gegen statische Architektur, Fähigkeiten und funktionale Ketten validieren.
10. Zustände, Modi und Verfügbarkeiten modellieren
- Schritt 1: Zustände, Modi, Übergänge, Ereignisse und Bedingungen fachlich definieren.
- Schritt 2: Hierarchische Zustandsautomaten für System oder Komponenten erstellen.
- Schritt 3: Verfügbarkeit von Funktionen, Komponenten und Fähigkeiten an Zustände binden.
- Schritt 4: Zustandsabhängiges Verhalten mit Szenarien und Matrizen auf Konsistenz prüfen.
11. Diagramme, semantischen Browser und Matrizen effizient nutzen
- Schritt 1: Zwischen semantischem Modell, Diagrammrepräsentation und Tabellenansicht unterscheiden.
- Schritt 2: Semantischen Browser zur Analyse von Beziehungen und Auswirkungen einsetzen.
- Schritt 3: Filter, Ebenen, Kategorien und Synchronisierung zur Lesbarkeit konfigurieren.
- Schritt 4: Matrizen und Abfragen für Vollständigkeits- und Zuordnungsprüfungen verwenden.
12. Modelle sicher ändern, bereinigen und reorganisieren
- Schritt 1: Auswirkungen geplanter Änderungen vor dem Löschen oder Verschieben analysieren.
- Schritt 2: Semantisches Löschen, Umbenennen und Reorganisation kontrolliert durchführen.
- Schritt 3: Verwaiste Repräsentationen, doppelte Elemente und inkonsistente Zuordnungen erkennen.
- Schritt 4: Änderungsumfang dokumentieren und nach jeder Änderung gezielte Validierungen ausführen.
13. Validierungsregeln, Profile und Schnellkorrekturen einsetzen
- Schritt 1: Integritäts-, Design-, Vollständigkeits- und Traceability-Prüfungen unterscheiden.
- Schritt 2: Passendes Validierungsprofil für Modellierungsphase und Reviewziel auswählen.
- Schritt 3: Befunde priorisieren, Ursachen analysieren und Schnellkorrekturen kontrolliert anwenden.
- Schritt 4: Restbefunde begründen und als überprüfbare Qualitätsentscheidung dokumentieren.
Praxisübungen
- Eine Entscheidungsvorlage für den MBSE-Einsatz in einem Beispielprojekt erstellen.
- Eine unscharfe Aufgabenstellung den passenden Arcadia-Ebenen und Modellartefakten zuordnen.
- Ein vorbereitetes Modell systematisch navigieren und die Herkunft ausgewählter Beziehungen nachweisen.
- Für ein Beispielsystem eine operative Kontextanalyse mit Aktivitäten und Interaktionen erstellen.
- Ein operatives Szenario modellieren und seine Konsistenz mit Aktivitäten und Interaktionen prüfen.
- Eine Systemgrenze mit Akteuren, Fähigkeiten und externen Austauschbeziehungen modellieren.
- Eine funktionale Kette aus einem Systemdienst ableiten und auf Lücken untersuchen.
- Eine Ende-zu-Ende-Funktionskette modellieren und durch einen Fehlerfall ergänzen.
Lernorganisation
Ein durchgängiges Modell wächst in klaren Arbeitspaketen. Wiederholte Reviews sichern, dass die Verdichtung nicht zu bloßer Bedienübung ohne methodische Begründung wird.
Einordnung im Lernpfad
Deckt die Einzelseminare zu Entscheidergrundlagen, Arcadia, Operational Analysis, System Analysis, Verhalten sowie Diagrammen und Modellpflege in verdichteter Form ab.
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage, ca. 6 Stunden pro Tag; 1. Tag 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Systemingenieure, Architekten, Requirements Engineers und technische Projektleitungen |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse der Systementwicklung, keine Capella-Erfahrung erforderlich |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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