Beschreibung
Der Intensivpfad beginnt mit der Qualität von Rohdaten und endet mit einer kontrollierten Reaktion. Jede Erkennung erhält Testkorpus, Kontext, Tuning, Dokumentation und einen definierten Bearbeitungsweg.
Windows-, Linux- und anwendungsspezifische Daten werden in gemeinsamen Hunting- und Incident-Szenarien verwendet. Automatisierung unterstützt Analyse und Verwaltung, ersetzt aber nicht die dokumentierte Freigabe risikoreicher Aktionen.
Zielgruppe
SOC, Detection Engineering, Threat Hunting, Incident Response, Wazuh-Administration und Security Automation
Voraussetzungen
Sicherer Umgang mit Logdaten, JSON, Windows- oder Linux-Ereignissen, grundlegende Wazuh-Administration und Skripterfahrung
Lernziele
- Neue Logquellen Ende zu Ende integrieren und qualitätssichern
- Decoder, Regeln, Korrelationen und CDB-Listen professionell entwickeln
- Windows-, Linux- und Threat-Intelligence-Kontext verbinden
- Hunting-Hypothesen und Fallübergaben reproduzierbar bearbeiten
- API- und Active-Response-Abläufe sicher automatisieren
Inhaltsübersicht
- Logquellen und Verantwortlichkeiten inventarisieren
- Unbekannte Logformate bis zur Erkennung integrieren
- Windows-Ereigniskanäle zielgerichtet erfassen
- Sysmon-Ereignismodell und Konfiguration entwerfen
- Linux-Datenquellen priorisieren und anbinden
- Auditd-Regelwerk für sicherheitsrelevante Aktionen entwerfen
- Eigene Regeln mit klarer Logik erstellen
- Mehrere Ereignisse zeitlich korrelieren
- CDB-Listen für Kontext und IOC-Abgleich einsetzen
- Erkennungen mit MITRE ATT&CK kontextualisieren
- Threat-Hunting-Hypothesen bearbeiten
- Alarme reproduzierbar priorisieren
- Robuste Automatisierungsabläufe entwickeln
- Active-Response-Konzept sicher entwerfen
- Reaktionsskripte robust und sicher entwickeln
- Erkenntnisse in Erkennungen und Betrieb zurückführen
Seminarinhalte
1. Logquellen und Verantwortlichkeiten inventarisieren
Für jede Quelle Zweck, Format, Eigentümer, Kritikalität und erwartete Ereignisrate festhalten.
- Systeme, Anwendungen, Netzwerkgeräte und Cloudquellen vollständig erfassen.
- Transportweg, Zeitstempel, Zeitzone, Rotation und Aufbewahrung dokumentieren.
- Erwartete Felder und repräsentative Rohbeispiele je Quelle sammeln.
- Priorität und Abnahmekriterien anhand der Erkennungsfälle bestimmen.
- Inventar regelmäßig mit tatsächlichem Datenempfang abgleichen.
2. Unbekannte Logformate bis zur Erkennung integrieren
Neue Datenquellen von der Rohzeile über Decoder und Regel bis zur Anzeige produktionsfähig machen.
- Rohbeispiele in normale, fehlerhafte und sicherheitsrelevante Fälle aufteilen.
- Stabile Vorbedingungen und benötigte Felder definieren.
- Decoder und Regeln in lokalen Dateien entwickeln und mit wazuh-logtest prüfen.
- Quelle im Agenten- oder Serverkontext anbinden und Ende-zu-Ende testen.
- Testkorpus, Version und fachliche Eigentümerschaft dokumentieren.
3. Windows-Ereigniskanäle zielgerichtet erfassen
Sicherheits-, System-, Anwendungs- und Spezialkanäle nach konkreten Erkennungsfällen auswählen.
- Server- und Clientrollen sowie aktivierte Ereigniskanäle inventarisieren.
- Sicherheits-, System-, PowerShell-, Defender- und anwendungsspezifische Quellen priorisieren.
- Agentenkonfiguration mit kanalbezogenen Filtern vorbereiten.
- Kontrollereignisse für Anmeldung, Dienst, Richtlinie und Prozess erzeugen.
- Ereignis-ID, Provider, Computer, Benutzer und Nutzdaten prüfen.
4. Sysmon-Ereignismodell und Konfiguration entwerfen
Hochwertige Prozess-, Netzwerk-, Datei- und Registry-Telemetrie mit beherrschbarem Volumen erzeugen.
- Erkennungsszenarien und dafür benötigte Sysmon-Ereignistypen bestimmen.
- Ein- und Ausschlüsse nach Signatur, Pfad, Prozess, Ziel und Umgebung formulieren.
- Konfiguration in einer Testgruppe ausrollen und Dienststatus prüfen.
- Kontrollaktivitäten für Prozessstart, Netzwerkverbindung und Dateierstellung durchführen.
- Volumen und Feldqualität messen und Filter eng nachschärfen.
5. Linux-Datenquellen priorisieren und anbinden
Authentisierung, Systemdienste, Anwendungen, Kernel und Paketverwaltung mit klarer Zielsetzung überwachen.
- Distributionen, Logpfade, journald-Nutzung und zentrale Weiterleitung inventarisieren.
- Relevante Quellen nach Authentisierung, Privileg, Prozess, Netzwerk und Änderung gruppieren.
- Erfassung über Dateien, Journal oder Syslog passend zur Quelle konfigurieren.
- Kontrollereignisse erzeugen und Zeit, Host, Benutzer, Prozess und Ergebnis prüfen.
- Dubletten und Lücken zwischen mehreren Transportwegen beseitigen.
6. Auditd-Regelwerk für sicherheitsrelevante Aktionen entwerfen
Kernelnahe Aktivitäten zielgerichtet erfassen, ohne das System mit ungerichteten Regeln zu überlasten.
- Überwachungsziele für Identität, Privilegien, Dateien, Prozesse und Systemaufrufe festlegen.
- Regeln mit eindeutigen Schlüsseln und begrenztem Geltungsbereich formulieren.
- Regelwerk laden und Syntax sowie Aktivierungsstatus prüfen.
- Testaktionen durchführen und Auditdatensatz vollständig auswerten.
- Last, Backlog und verlorene Ereignisse überwachen.
7. Eigene Regeln mit klarer Logik erstellen
Aus dekodierten Feldern nachvollziehbare Erkennungen mit angemessener Alarmstufe ableiten.
- Erkennungsziel, notwendige Bedingungen und erwartete Ausnahmefälle formulieren.
- Eindeutige Regel-ID, Gruppe, Beschreibung und Feldbedingungen festlegen.
- Abhängigkeiten zu vorhandenen Regeln nur bewusst und dokumentiert verwenden.
- Positive, negative und Grenzfälle mit wazuh-logtest ausführen.
- Regel zunächst im Beobachtungsmodus bewerten und anschließend freigeben.
8. Mehrere Ereignisse zeitlich korrelieren
Wiederholungen, Sequenzen und Kontextwechsel erkennen, die ein Einzelereignis nicht ausreichend abbildet.
- Basisevent und korrelierendes Verhalten mit Zeitfenster und Gruppierung definieren.
- Frequenz, Zeitrahmen und Bezug auf Quelle, Benutzer oder Agent festlegen.
- Normalverhalten und erwartete Spitzen als Negativtests aufnehmen.
- Korrelation mit synthetischen Ereignisfolgen und realen Stichproben testen.
- Auswirkung auf Alarmmenge und Untersuchungskontext messen.
9. CDB-Listen für Kontext und IOC-Abgleich einsetzen
Verwaltete Wertelisten in Regeln nutzen, ohne Logik und Datenbestand unkontrolliert zu vermischen.
- Anwendungsfall und Schlüsselstruktur für Allow-, Deny-, Asset- oder IOC-Liste bestimmen.
- Daten normalisieren, Dubletten entfernen und Herkunft intern dokumentieren.
- Liste im vorgesehenen Verzeichnis bereitstellen und Serverkonfiguration aktualisieren.
- Treffer und Nichttreffer mit repräsentativen Werten testen.
- Aktualisierung, Freigabe, Ablauf und Rücknahme der Liste organisieren.
10. Erkennungen mit MITRE ATT&CK kontextualisieren
Regeln mit Taktiken und Techniken verbinden, um Abdeckung und Untersuchung zu strukturieren.
- Erkennungslogik und tatsächlich beobachtetes Verhalten fachlich beschreiben.
- Passende Technik nur bei nachvollziehbarer Evidenz auswählen.
- Zuordnung in der Regelmetadatenpflege ergänzen.
- Darstellung und Filterung im Dashboard kontrollieren.
- Abdeckungsmatrix auf Überschneidungen, Lücken und überbreite Zuordnungen prüfen.
11. Threat-Hunting-Hypothesen bearbeiten
Aus einer Annahme einen überprüfbaren Suchplan mit klarer Entscheidungslogik entwickeln.
- Hypothese, betroffene Taktik, Systeme und erwartete Spuren formulieren.
- Verfügbare Datenquellen und notwendige Felder gegen die Hypothese prüfen.
- Breite Basissuche erstellen und anschließend über Kontext eingrenzen.
- Treffer stichprobenartig bis zum Rohereignis validieren.
- Ergebnis als bestätigt, widerlegt oder nicht entscheidbar dokumentieren.
12. Alarme reproduzierbar priorisieren
Aus Alarmstufe, Kontext und Assetkritikalität eine konsistente Erstbewertung ableiten.
- Zeit, Agent, Regel, Quellereignis und relevante Felder vollständig erfassen.
- Erkennung gegen erwartete Aktivität, Wartungsfenster und bekannte Änderungen prüfen.
- Betroffene Identität, Prozess, Datei, Netzwerkziel und Umfang bestimmen.
- Alarm als Fehlalarm, benign, verdächtig oder bestätigter Vorfall klassifizieren.
- Entscheidung, Begründung und nächste Aktion strukturiert dokumentieren.
13. Robuste Automatisierungsabläufe entwickeln
API-Aufrufe in wiederholbare, fehlertolerante und prüfbare Workflows überführen.
- Eingaben validieren und zwischen Lese-, Planungs- und Änderungsmodus unterscheiden.
- Zeitüberschreitungen, Wiederholungen mit Begrenzung und Rate-Limits berücksichtigen.
- Änderungen idempotent ausführen und vorab den Istzustand prüfen.
- Dry-Run, Bestätigung und Rollback für risikoreiche Aktionen vorsehen.
- Maschinenlesbares Ergebnis und verständlichen Betriebsreport erzeugen.
14. Active-Response-Konzept sicher entwerfen
Automatisierte Aktionen nur für ausreichend sichere, reversible und überwachte Szenarien einsetzen.
- Geeignete Anwendungsfälle nach Erkennungsqualität, Auswirkung und Reversibilität auswählen.
- Befehl, Ausführungsort, Parameter, Timeout und Rücknahme festlegen.
- Allowlist, Assetkritikalität und Wartungsfenster als Schutzgrenzen berücksichtigen.
- Protokollierung und Alarm bei fehlgeschlagener Reaktion definieren.
- Vier-Augen-Freigabe und stufenweisen Übergang von Simulation zu Produktion planen.
15. Reaktionsskripte robust und sicher entwickeln
Eingaben validieren, Rechte begrenzen und unerwartete Seiteneffekte verhindern.
- Ein- und Ausgabeformat sowie zulässige Parameter exakt definieren.
- Shell-Injection, Pfadmanipulation und unkontrollierte Wildcards ausschließen.
- Mit kleinstmöglichen Rechten arbeiten und sensible Daten nicht protokollieren.
- Exitcodes und verständliche Statusmeldungen für Erfolg, Nichtanwendbarkeit und Fehler zurückgeben.
- Skript mit positiven, negativen und bösartigen Eingaben testen.
16. Erkenntnisse in Erkennungen und Betrieb zurückführen
Nach einem Vorfall Regeln, Datenquellen und Runbooks gezielt verbessern.
- Erkennungszeitpunkt, fehlende Signale und unnötige Verzögerungen analysieren.
- Neue Testereignisse aus der bestätigten Zeitlinie ableiten.
- Regel, Decoder, Dashboard oder Datenquelle mit kontrollierter Änderung anpassen.
- Regressionstest und Beobachtungsphase durchführen.
- Maßnahme, Eigentümer und Wirksamkeitsprüfung terminieren.
Praxislabor
- Eine Datei-, Syslog- und Windows-/Linux-Quelle mit Abnahmekriterien integrieren.
- Decoder, Regeln, Korrelation und CDB-Kontext gegen einen vollständigen Testkorpus entwickeln.
- Ein plattformübergreifendes Szenario mit Sysmon-, Audit- und Intelligence-Daten untersuchen.
- Eine Hunting-Hypothese in eine strukturierte Fallübergabe und Regelverbesserung überführen.
- Einen API-gestützten Analyseablauf und eine reversible Active Response mit Rollback testen.
Betriebliche Qualitätssicherung
- Rohereignisbezug und Zeitbasis für jede Schlussfolgerung
- Versionierung und Vier-Augen-Freigabe für Regeln, Listen und Skripte
- Dry-Run und Minimalrechte für Automatisierung
- Beweissicherung und getesteter Rückweg vor automatischer Eindämmung
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | SOC, Detection Engineering, Threat Hunting, Incident Response, Wazuh-Administration und Security Automation |
| Voraussetzungen: | Sicherer Umgang mit Logdaten, JSON, Windows- oder Linux-Ereignissen, grundlegende Wazuh-Administration und Skripterfahrung |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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