Seminar VC Data Model 2.0 – Issuing, Holding und Verifying

Der Kurs überführt das Datenmodell in belastbare Prozess- und Schnittstellenabläufe. Von der autorisierten Ausgabe über sichere Wallet-Speicherung und Auswahl bis zur mehrschichtigen Verifier-Entscheidung werden Verantwortlichkeiten, Fehlerfälle, Wiederholbarkeit, Datenschutz und Betriebsanforderungen konkretisiert.

Inhaltsverzeichnis

  • Einordnung
  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen
  • Lernziele
  • Seminarinhalte
  • End-to-End-Systemgrenzen
  • Autorisierte Ausgabe
  • Credential-Erzeugung
  • Idempotenz und Zustellfehler
  • Wallet-Aufnahme und Speicherung
  • Auswahl für eine Präsentation
  • Verifier-Pipeline
  • Fehler- und Entscheidungsmodell
  • Betrieb und Beobachtbarkeit
  • Praktische Übungen
  • Methodik
  • Einordnung im Seminarprogramm

Einordnung

Der Schwerpunkt liegt auf End-to-End-Prozesse für Ausgabe, Wallet-Verwaltung und Prüfung. Die Inhalte werden von der fachlichen Anforderung über Datenmodell und Protokoll bis zu Validierung, Fehlerbehandlung und betrieblichen Kontrollen entwickelt.

Zielgruppe

Issuer-, Wallet- und Verifier-Entwicklung, Backend- und API-Architektur, IAM, Produktmanagement, Integration, Qualitätssicherung und technischer Betrieb.

Voraussetzungen

Kenntnisse der VC-2.0-Grundstruktur und digitaler Signaturen. Für praktische Übungen sind API- und JSON-Erfahrungen empfehlenswert.

Lernziele

  • Issuance-Prozess mit Authentisierung und Autorisierung entwerfen
  • Credential-Erzeugung deterministisch und auditierbar umsetzen
  • Wallet-Speicherung, Auswahl und Lifecycle-Aufgaben planen
  • Presentation-Anfragen datensparsam formulieren
  • mehrschichtige Verifier-Prüfung implementieren
  • Fehler, Wiederholungen und Race Conditions beherrschen
  • End-to-End-Telemetrie ohne unnötige Credential-Daten gestalten

Seminarinhalte

Modul 1: End-to-End-Systemgrenzen

  1. Schritt 1: Fachsystem, Issuer, Schlüsselverwaltung, Wallet, Verifier, Statusdienst und Trust-Quelle werden als getrennte Komponenten erfasst.
  2. Schritt 2: Für jeden Datenfluss werden Authentisierung, Autorisierung, Integrität und Datenschutz festgelegt.
  3. Schritt 3: Synchroner Protokollschritt und asynchroner Lifecycle-Prozess werden unterschieden.
  4. Schritt 4: Verantwortlichkeiten bei Fehlern und unklaren Zuständen werden vor der Implementierung geklärt.

Modul 2: Autorisierte Ausgabe

  1. Schritt 1: Die antragstellende Person oder das antragstellende System wird angemessen authentisiert.
  2. Schritt 2: Ein Fachsystem bestätigt, dass die Voraussetzungen für die Ausgabe erfüllt sind.
  3. Schritt 3: Claims werden aus autoritativen Datenquellen übernommen und auf den vorgesehenen Zweck minimiert.
  4. Schritt 4: Ausgabeberechtigung und Claim-Herkunft werden protokolliert, ohne unnötige Datenkopien anzulegen.

Modul 3: Credential-Erzeugung

  1. Schritt 1: Credential-Typ, Kontext, Issuer, Subject, Claims und Gültigkeit werden aus einer versionierten Vorlage aufgebaut.
  2. Schritt 2: Statusreferenz und Index werden konsistent reserviert.
  3. Schritt 3: Das vollständige Dokument wird validiert und mit der vorgesehenen Kryptosuite gesichert.
  4. Schritt 4: Vor Auslieferung werden Proof, Statusreferenz und erwartete Metadaten unabhängig gegengeprüft.

Modul 4: Idempotenz und Zustellfehler

  1. Schritt 1: Jeder Ausgabevorgang erhält eine eindeutige, nicht erratbare Transaktionskennung.
  2. Schritt 2: Wiederholte Aufrufe liefern dasselbe Ergebnis oder einen klaren bereits-abgeschlossen-Status.
  3. Schritt 3: Abbruch zwischen Signatur, Statuszuweisung und Übergabe wird mit einer Zustandsmaschine behandelt.
  4. Schritt 4: Doppelte Credentials werden verhindert oder als ausdrücklich versionierte Ersatzobjekte behandelt.

Modul 5: Wallet-Aufnahme und Speicherung

  1. Schritt 1: Die Wallet validiert Format, Proof, Issuer, Gültigkeit und erwarteten Ausgabevorgang.
  2. Schritt 2: Credential-Inhalte und Schlüssel werden geschützt und nach Benutzer- oder Mandantengrenzen getrennt.
  3. Schritt 3: Metadaten für Anzeige, Auswahl, Ablauf und Status werden lokal verwaltet.
  4. Schritt 4: Export, Sicherung, Gerätewechsel und Löschung erhalten kontrollierte Prozesse.

Modul 6: Auswahl für eine Präsentation

  1. Schritt 1: Die Verifier-Anfrage wird auf Herkunft, Zweck, Challenge, Domain und benötigte Claims geprüft.
  2. Schritt 2: Die Wallet ermittelt passende Credentials nach Typ, Issuer, Gültigkeit und Status.
  3. Schritt 3: Bei mehreren Optionen wird die datensparsamste zulässige Kombination gewählt.
  4. Schritt 4: Vor Freigabe werden Empfänger und Offenlegungsumfang nachvollziehbar dargestellt.

Modul 7: Verifier-Pipeline

  1. Schritt 1: Eingabegrenzen, Syntax und erwarteter Präsentationstyp werden geprüft.
  2. Schritt 2: Challenge, Domain, Holder Binding und Präsentationsproof werden validiert.
  3. Schritt 3: Jedes enthaltene Credential wird hinsichtlich Datenmodell, Proof, Zeit und Status geprüft.
  4. Schritt 4: Issuer- und Fachpolicy bewerten die verifizierten Aussagen; technische Gültigkeit führt nicht automatisch zur Annahme.

Modul 8: Fehler- und Entscheidungsmodell

  1. Schritt 1: Fehlerklassen für Eingabe, Proof, Status, Trust, Policy und Systemausfall werden definiert.
  2. Schritt 2: Externe Antworten bleiben datensparsam und vermeiden Informationen über interne Trust-Regeln.
  3. Schritt 3: Wiederholbare technische Fehler werden von endgültigen fachlichen Ablehnungen getrennt.
  4. Schritt 4: Manuelle Prüfung erhält nur die minimal notwendigen, bereits validierten Informationen.

Modul 9: Betrieb und Beobachtbarkeit

  1. Schritt 1: Durchsatz, Latenz, Fehlerraten, Statusalter und Proof-Fehler werden als technische Kennzahlen erfasst.
  2. Schritt 2: Credential-Inhalte, vollständige Identifikatoren und Schlüsselmaterial bleiben aus Standardlogs entfernt.
  3. Schritt 3: Synthetische Transaktionen überwachen Issuance und Verification unabhängig von realen Nutzerdaten.
  4. Schritt 4: Änderungen an Templates, Policies und Kryptosuiten werden versioniert und kontrolliert ausgerollt.

Praktische Übungen

  • Modellierung eines Issuance-Zustandsautomaten
  • Erzeugung eines Credentials aus einer versionierten Vorlage
  • Entwurf einer Wallet-Auswahlentscheidung für mehrere Credentials
  • Implementierung einer schichtweisen Verifier-Prüfung
  • Analyse von Doppelzustellung, Statusausfall und Policy-Ablehnung

Methodik

Fachliche Einordnung, strukturierte Demonstrationen, gemeinsame Modellierung, angeleitete Implementierungs- und Prüfaufgaben, Negativtests sowie Auswertung typischer Fehlersituationen. Die Übungen verwenden synthetische Beispieldaten und werden schrittweise von einem kontrollierten Normalfall zu Manipulations-, Grenz- und Ausfallszenarien erweitert.

Einordnung im Seminarprogramm

Aufbaukurs nach Grundlagen und Claims-Modellierung. Er bereitet auf Präsentationen, Data Integrity, Lifecycle, Test und End-to-End-Implementierung vor.

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weiterer Tag 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Issuer-, Wallet- und Verifier-Entwicklung, Backend- und API-Architektur, IAM, Produktmanagement, Integration, Qualitätssicherung und technischer Betrieb.
Voraussetzungen: Kenntnisse der VC-2.0-Grundstruktur und digitaler Signaturen. Für praktische Übungen sind API- und JSON-Erfahrungen empfehlenswert.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, strukturierte Schritt-für-Schritt-Übungen, praktische Prüf- und Implementierungsaufgaben
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Luzern 2 Tage
Bern 2 Tage
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
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Winterthur 2 Tage
Zürich 2 Tage
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