Seminar Testen, Validieren und Fehlerdiagnose von VC-2.0-Systemen

Der Kurs entwickelt eine mehrschichtige Teststrategie vom Parser und Datenmodell bis zur End-to-End-Entscheidung. Positive Referenzfälle, gezielte Negativtests, Interoperabilitätsmatrizen, Fuzzing, Zeit- und Statusszenarien sowie datensparsame Diagnose werden zu einer automatisierbaren Qualitätssicherung verbunden.

Inhaltsverzeichnis

  • Einordnung
  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen
  • Lernziele
  • Seminarinhalte
  • Testarchitektur und Schichten
  • Goldene Referenzfälle
  • Datenmodell- und Kontexttests
  • Kanonisierungs- und Kryptotests
  • Präsentations- und Replaytests
  • Zeit- und Lifecycle-Tests
  • Statuslisten-Tests
  • Interoperabilitätsmatrix
  • Robustheit und Fuzzing
  • Diagnose und Testbetrieb
  • Praktische Übungen
  • Methodik
  • Einordnung im Seminarprogramm

Einordnung

Der Schwerpunkt liegt auf reproduzierbare Qualitätssicherung für Datenmodell, Proofs, Präsentationen und Status. Die Inhalte werden von der fachlichen Anforderung über Datenmodell und Protokoll bis zu Validierung, Fehlerbehandlung und betrieblichen Kontrollen entwickelt.

Zielgruppe

Softwaretest, Quality Engineering, Entwicklerteams, DevSecOps, Lösungsarchitektur, technische Integration, Support Engineering und Security Testing.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse von VC Data Model 2.0, Data Integrity und Status Lists. Erfahrung mit automatisierten Tests und API-Prüfung ist hilfreich.

Lernziele

  • Testschichten und Verantwortlichkeiten eindeutig trennen
  • deterministische Referenz- und Negativtestvektoren erstellen
  • Kontext-, Kanonisierungs- und Kryptofehler isolieren
  • Zeit-, Challenge-, Domain- und Statusfälle vollständig prüfen
  • Interoperabilität mehrerer Komponenten systematisch messen
  • robuste Parser- und Fuzztests einführen
  • Fehlerdiagnose ohne Speicherung sensibler Credential-Daten gestalten

Seminarinhalte

Modul 1: Testarchitektur und Schichten

  1. Schritt 1: Parser, Schema, JSON-LD-Semantik, Kanonisierung, Kryptografie, Trust, Status und Fachentscheidung werden als getrennte Testobjekte definiert.
  2. Schritt 2: Für jede Schicht werden Eingaben, erwartete Ergebnisse und Verantwortlichkeiten festgelegt.
  3. Schritt 3: Unit-, Komponenten-, Integrations-, System- und Abnahmetests werden auf die Schichten verteilt.
  4. Schritt 4: Ein Fehler darf nicht nur als allgemeines ungültiges Credential erscheinen, sondern muss intern der verursachenden Schicht zugeordnet werden.

Modul 2: Goldene Referenzfälle

  1. Schritt 1: Kleine, lesbare Credentials repräsentieren jeweils einen fachlichen Normalfall.
  2. Schritt 2: Kontext, kanonische Ausgabe, Digest, Proof und Verifikationsergebnis werden versioniert gespeichert.
  3. Schritt 3: Änderungen an Bibliothek oder Konfiguration werden gegen diese festen Zwischenwerte geprüft.
  4. Schritt 4: Referenzfälle bleiben frei von realen personenbezogenen Daten.

Modul 3: Datenmodell- und Kontexttests

  1. Schritt 1: Pflichtfelder, Datentypen, Kardinalitäten und zulässige Typkombinationen werden geprüft.
  2. Schritt 2: Unbekannte, umdefinierte, nicht erreichbare und übergroße Kontexte werden als Negativfälle eingesetzt.
  3. Schritt 3: Expansion und Kompaktierung werden mit erwarteten semantischen Ergebnissen verglichen.
  4. Schritt 4: Semantisch gleiche, syntaktisch unterschiedliche Dokumente müssen konsistent behandelt werden.

Modul 4: Kanonisierungs- und Kryptotests

  1. Schritt 1: Unicode, Eigenschaftsreihenfolge, Zahlen, leere Strukturen und Blank Nodes werden variiert.
  2. Schritt 2: Erwartete kanonische Bytes und Digests werden zwischen Implementierungen verglichen.
  3. Schritt 3: Falscher Schlüsseltyp, falsche Kryptosuite, manipuliertes proofValue und abgelaufene Verification Method werden geprüft.
  4. Schritt 4: Tests unterscheiden kryptografische Ungültigkeit von fehlender fachlicher Autorisierung.

Modul 5: Präsentations- und Replaytests

  1. Schritt 1: Korrekte Challenge, Domain und Zeitfenster bilden den positiven Ausgangsfall.
  2. Schritt 2: Wiederverwendete, unbekannte, abgelaufene und für eine andere Domain ausgestellte Challenges werden abgelehnt.
  3. Schritt 3: Holder Binding wird mit richtigem, falschem und fehlendem Holder-Schlüssel geprüft.
  4. Schritt 4: Parallelität und Mehrfachzustellung werden unter realistischen Race Conditions getestet.

Modul 6: Zeit- und Lifecycle-Tests

  1. Schritt 1: Prüfzeiten vor validFrom, innerhalb der Gültigkeit und nach validUntil werden abgedeckt.
  2. Schritt 2: Uhrabweichung und Grenzwerte unmittelbar an Zeitpunkten werden reproduzierbar simuliert.
  3. Schritt 3: Ersetzung, Aussetzung, Reaktivierung und Widerruf werden als Zustandsfolgen getestet.
  4. Schritt 4: Alte und neue Credentials in einem Migrationsfenster erhalten eindeutige Erwartungen.

Modul 7: Statuslisten-Tests

  1. Schritt 1: Nicht gesetzte, gesetzte und mehrwertige Einträge werden mit bekannten Indizes geprüft.
  2. Schritt 2: Defekte Kompression, ungültige Kodierung, zu große Indizes und unpassende Statuszwecke werden simuliert.
  3. Schritt 3: Veraltete, manipulierte, falsch signierte und nicht erreichbare Listen decken Betriebsfehler ab.
  4. Schritt 4: Cache- und Rollback-Szenarien prüfen, ob Aktualitätsregeln tatsächlich erzwungen werden.

Modul 8: Interoperabilitätsmatrix

  1. Schritt 1: Issuer-, Wallet-, Verifier- und Statuskomponenten werden mit Version und Konfiguration erfasst.
  2. Schritt 2: Unterstützte Kontexte, Kryptosuiten, Credential-Typen und Präsentationsvarianten werden dokumentiert.
  3. Schritt 3: Jede relevante Kombination wird automatisiert mit identischen Testvektoren ausgeführt.
  4. Schritt 4: Abweichungen werden auf Datenmodell, Kanonisierung, Kryptografie oder Policy zurückgeführt.

Modul 9: Robustheit und Fuzzing

  1. Schritt 1: Generatoren erzeugen strukturierte Varianten statt nur zufälliger Bytes.
  2. Schritt 2: Größen-, Tiefen-, Rekursions-, Unicode- und Kompressionsgrenzen werden systematisch überschritten.
  3. Schritt 3: Timeouts, Speichergrenzen und kontrollierte Abbrüche werden überwacht.
  4. Schritt 4: Gefundene Abstürze oder Fehlentscheidungen werden zu dauerhaften Regressionstests.

Modul 10: Diagnose und Testbetrieb

  1. Schritt 1: Eine korrelierbare Testfallkennung ersetzt die Protokollierung vollständiger Credentials.
  2. Schritt 2: Zwischenwerte werden nur in isolierten Testumgebungen und ohne Schlüsselmaterial ausgegeben.
  3. Schritt 3: Fehlercodes bleiben stabil, während interne Details geschützt werden.
  4. Schritt 4: Qualitätskennzahlen messen Abdeckung, Interoperabilität, Flakiness und Zeit bis zur Ursachenbestimmung.

Praktische Übungen

  • Aufbau eines mehrschichtigen Testplans
  • Erstellung positiver und negativer Proof-Testvektoren
  • Implementierung einer Statuslisten-Testsuite
  • Entwurf einer Issuer-Wallet-Verifier-Interoperabilitätsmatrix
  • Fehlerdiagnose anhand absichtlich manipulierter Daten

Methodik

Fachliche Einordnung, strukturierte Demonstrationen, gemeinsame Modellierung, angeleitete Implementierungs- und Prüfaufgaben, Negativtests sowie Auswertung typischer Fehlersituationen. Die Übungen verwenden synthetische Beispieldaten und werden schrittweise von einem kontrollierten Normalfall zu Manipulations-, Grenz- und Ausfallszenarien erweitert.

Einordnung im Seminarprogramm

Empfohlen nach den fachlichen und technischen Grundlagen. Besonders geeignet vor Produktivsetzung, Bibliothekswechsel oder Interoperabilitätstests mit Partnern.

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weiterer Tag 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Softwaretest, Quality Engineering, Entwicklerteams, DevSecOps, Lösungsarchitektur, technische Integration, Support Engineering und Security Testing.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse von VC Data Model 2.0, Data Integrity und Status Lists. Erfahrung mit automatisierten Tests und API-Prüfung ist hilfreich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, strukturierte Schritt-für-Schritt-Übungen, praktische Prüf- und Implementierungsaufgaben
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Sankt Gallen 2 Tage
Basel 2 Tage
Winterthur 2 Tage
Zürich 2 Tage
Stream live 2 Tage
Stream gespeichert 2 Tage
Luzern 2 Tage
Bern 2 Tage
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
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