Seminar VC Data Model 2.0 – Claims, Metadaten und Semantik

Im Zentrum steht die fachlich und semantisch saubere Konstruktion eigener Credential-Modelle. Claims, Typen, Kontexte, Issuer- und Subject-Angaben, Gültigkeit, Schemas, Status und Erweiterungsmetadaten werden so kombiniert, dass unterschiedliche Implementierungen dieselbe Aussage verstehen und prüfen können.

Inhaltsverzeichnis

  • Einordnung
  • Zielgruppe
  • Voraussetzungen
  • Lernziele
  • Seminarinhalte
  • Vom Fachnachweis zum Datenmodell
  • Grundstruktur eines Credentials
  • Claims und credentialSubject
  • Typen und semantische Vererbung
  • Issuer und Identifikatoren
  • Zeitliche Metadaten
  • Schemas und Validierungsmetadaten
  • Status, Refresh und ergänzende Metadaten
  • Versionierung und Interoperabilität
  • Praktische Übungen
  • Methodik
  • Einordnung im Seminarprogramm

Einordnung

Der Schwerpunkt liegt auf präzise Modellierung interoperabler Credential-Typen. Die Inhalte werden von der fachlichen Anforderung über Datenmodell und Protokoll bis zu Validierung, Fehlerbehandlung und betrieblichen Kontrollen entwickelt.

Zielgruppe

Daten- und Domänenmodellierung, API- und Backend-Entwicklung, Softwarearchitektur, technische Produktverantwortung, Issuer- und Verifier-Teams sowie Governance von Credential-Typen.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse der Rollen und Grundstruktur des VC Data Model 2.0. Sichere JSON-Kenntnisse werden vorausgesetzt.

Lernziele

  • fachliche Aussagen in minimale Claims zerlegen
  • Kontexte und Typen semantisch konsistent einsetzen
  • Issuer-, Subject- und Credential-Kennungen passend wählen
  • zeitliche Gültigkeit und Lifecycle-Metadaten modellieren
  • Schemas, Status und weitere Metadaten sinnvoll abgrenzen
  • Erweiterungen versionierbar und interoperabel gestalten
  • Modelle mit positiven und negativen Beispielen validieren

Seminarinhalte

Modul 1: Vom Fachnachweis zum Datenmodell

  1. Schritt 1: Der zu bestätigende Sachverhalt wird in atomare, überprüfbare Aussagen zerlegt.
  2. Schritt 2: Ausstellungsgrundlage, Ausstellerkompetenz und Zielgruppe der Verifier werden dokumentiert.
  3. Schritt 3: Notwendige Claims werden von komfortablen, aber entbehrlichen Daten getrennt.
  4. Schritt 4: Datenschutz, Gültigkeit und Aktualisierungsbedarf werden bereits vor der JSON-Struktur berücksichtigt.

Modul 2: Grundstruktur eines Credentials

  1. Schritt 1: Kontext und Typen legen die semantische Grundlage fest.
  2. Schritt 2: Issuer, Credential Subject und gegebenenfalls Credential-Kennung werden eingesetzt.
  3. Schritt 3: Zeitliche Gültigkeit, Status und weitere Metadaten werden nur bei fachlicher Notwendigkeit ergänzt.
  4. Schritt 4: Die Struktur wird gegen Kardinalitäten und zulässige Datentypen geprüft.

Modul 3: Claims und credentialSubject

  1. Schritt 1: Claims werden mit klarer Bedeutung, Einheit, Wertebereich und Kardinalität spezifiziert.
  2. Schritt 2: Verschachtelung wird nur verwendet, wenn sie eine echte fachliche Beziehung ausdrückt.
  3. Schritt 3: Eine Subject-Kennung wird nur aufgenommen, wenn Bindung oder Wiedererkennung erforderlich ist.
  4. Schritt 4: Mehrere Subjects werden nur mit einer eindeutigen gemeinsamen Aussage modelliert.

Modul 4: Typen und semantische Vererbung

  1. Schritt 1: VerifiableCredential bleibt die allgemeine Basisklasse.
  2. Schritt 2: Fachliche Credential-Typen werden mit stabilen Begriffen ergänzt.
  3. Schritt 3: Mehrere Typen werden auf widerspruchsfreie Bedeutung und Verifier-Unterstützung geprüft.
  4. Schritt 4: Verifier leiten keine ungesicherten Annahmen allein aus einem frei gewählten Typnamen ab.

Modul 5: Issuer und Identifikatoren

  1. Schritt 1: Der Issuer wird mit einer prüfbaren Kennung und gegebenenfalls ergänzenden Metadaten modelliert.
  2. Schritt 2: Die Kennung wird von der Verification Method und dem konkreten Signaturschlüssel getrennt.
  3. Schritt 3: Credential- und Subject-Kennungen werden auf Stabilität, Datenschutz und Lebensdauer geprüft.
  4. Schritt 4: Identifikatorwechsel und organisatorische Nachfolge erhalten Migrationsregeln.

Modul 6: Zeitliche Metadaten

  1. Schritt 1: validFrom beschreibt den frühesten Akzeptanzzeitpunkt.
  2. Schritt 2: validUntil begrenzt die zeitliche Akzeptanz, ohne einen Widerruf zu ersetzen.
  3. Schritt 3: Zeitzone, Genauigkeit und zulässige Uhrabweichung werden für Issuer und Verifier festgelegt.
  4. Schritt 4: Claims mit eigenem Fachzeitraum werden nicht mit der Credential-Gültigkeit verwechselt.

Modul 7: Schemas und Validierungsmetadaten

  1. Schritt 1: Strukturelle Validierung und semantische Interpretation werden getrennt.
  2. Schritt 2: Eine Schemaangabe wird nur verwendet, wenn Verifier sie verlässlich auflösen und gegen die richtige Version prüfen können.
  3. Schritt 3: Schemaänderungen erhalten Kompatibilitätsregeln und Testfälle.
  4. Schritt 4: Ein bestandenes Schema ersetzt weder Signatur- noch Trust-Prüfung.

Modul 8: Status, Refresh und ergänzende Metadaten

  1. Schritt 1: credentialStatus wird an einen klar definierten Statusmechanismus gebunden.
  2. Schritt 2: Refresh- oder Erneuerungshinweise werden von Status und Gültigkeit abgegrenzt.
  3. Schritt 3: Evidenz-, Nutzungs- oder Ressourcendaten werden nur mit klarer Verifier-Semantik ergänzt.
  4. Schritt 4: Externe Abhängigkeiten werden versioniert, vertrauenswürdig und ausfallsicher geplant.

Modul 9: Versionierung und Interoperabilität

  1. Schritt 1: Änderungen werden als kompatibel, erweiternd oder brechend klassifiziert.
  2. Schritt 2: Neue optionale Claims erhalten sichere Standardinterpretationen.
  3. Schritt 3: Alte und neue Modellversionen werden mit einer Issuer-Verifier-Matrix getestet.
  4. Schritt 4: Eine fachliche Spezifikation beschreibt Bedeutung und Regeln zusätzlich zur technischen Beispieldatei.

Praktische Übungen

  • Zerlegung eines Fachnachweises in minimale Claims
  • Modellierung eines eigenen Credential-Typs mit Kontext und Typen
  • Bewertung mehrerer Identifikator- und Gültigkeitsvarianten
  • Validierung fehlerhafter oder mehrdeutiger Credential-Beispiele
  • Entwurf einer kompatiblen Modellversion 2

Methodik

Fachliche Einordnung, strukturierte Demonstrationen, gemeinsame Modellierung, angeleitete Implementierungs- und Prüfaufgaben, Negativtests sowie Auswertung typischer Fehlersituationen. Die Übungen verwenden synthetische Beispieldaten und werden schrittweise von einem kontrollierten Normalfall zu Manipulations-, Grenz- und Ausfallszenarien erweitert.

Einordnung im Seminarprogramm

Aufbaukurs nach dem Rollen- und Grundlagenmodul. Er sollte vor Issuing-, Data-Integrity- und Implementierungsseminaren besucht werden, wenn eigene Credential-Typen entwickelt werden.

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weiterer Tag 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Daten- und Domänenmodellierung, API- und Backend-Entwicklung, Softwarearchitektur, technische Produktverantwortung, Issuer- und Verifier-Teams sowie Governance von Credential-Typen.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse der Rollen und Grundstruktur des VC Data Model 2.0. Sichere JSON-Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, strukturierte Schritt-für-Schritt-Übungen, praktische Prüf- und Implementierungsaufgaben
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
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Winterthur 2 Tage
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Luzern 2 Tage
Bern 2 Tage
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