Seminar PowerDNS Recursor – RPZ, Lua-Policies und DNS-Filterung

Kurzprofil

DNS-Filterung greift direkt in die Namensauflösung ein und kann bei unklaren Regeln erhebliche Nebenwirkungen erzeugen. Der Kurs behandelt Richtlinien deshalb als versionierten, getesteten und messbaren Betriebsprozess statt als bloße Blockliste.

RPZ bildet den standardisierten Kern für umfangreiche, häufig aktualisierte Policies. Lua ergänzt klar begrenzte Sonderlogik. Aktionen, Reihenfolge, Ausnahmen, Protokollierung und Rückfall werden gemeinsam entwickelt.

Inhaltsübersicht

  1. Kurzprofil
  2. Zielgruppe
  3. Voraussetzungen
  4. Policyziele und Governance
  5. RPZ-Grundmodell
  6. Feed-Bereitstellung und Aktualisierung
  7. Mehrere Policies und Reihenfolge
  8. Lua-Hooks und Sonderlogik
  9. Diagnose und Nutzertransparenz
  10. Logging und Datenschutz
  11. Leistung und Skalierung
  12. Stufenweiser Rollout und Betrieb
  13. Praxisübungen
  14. Methodik

Zielgruppe

Recursor- und DNS-Administration, IT-Sicherheit, SOC, Provider- und Unternehmensbetrieb sowie technische Teams für Malware-, Jugendschutz- oder Compliance-Filterung.

Voraussetzungen

Praktische Erfahrung mit dem PowerDNS Recursor, sichere DNS-Grundlagen und elementare Lua- oder Skriptkenntnisse. Grundverständnis von Sicherheitsrichtlinien ist hilfreich.

Seminarinhalte

Modul 1: Policyziele und Governance

  1. Schritt 1: Schutzziel, Rechtsgrundlage und betroffene Clientgruppen festlegen.
  2. Schritt 2: Blockierung, Umleitung, Beobachtung und Kennzeichnung unterscheiden.
  3. Schritt 3: Verantwortung für Feeds, Ausnahmen und Freigaben definieren.
  4. Schritt 4: Messbare Kriterien für Wirkung und Fehlalarme vereinbaren.

Modul 2: RPZ-Grundmodell

  1. Schritt 1: Trigger für Namen, Antworten, Adressen und Clientmerkmale einordnen.
  2. Schritt 2: Policyaktionen und ihre Clientwirkung vergleichen.
  3. Schritt 3: Eine kleine lokale RPZ erstellen und laden.
  4. Schritt 4: Treffer mit reproduzierbaren Abfragen verifizieren.

Modul 3: Feed-Bereitstellung und Aktualisierung

  1. Schritt 1: Datei- und zonenbasierte Bereitstellung anhand der Betriebsanforderung auswählen.
  2. Schritt 2: Vollständige und inkrementelle Aktualisierung kontrollieren.
  3. Schritt 3: Authentizität, Aktualität und Fehlerzustand des Feeds überwachen.
  4. Schritt 4: Bei fehlerhaftem Feed auf den letzten geprüften Stand zurückfallen.

Modul 4: Mehrere Policies und Reihenfolge

  1. Schritt 1: Policies nach Vertrauensniveau und fachlicher Priorität ordnen.
  2. Schritt 2: Überschneidungen und widersprüchliche Aktionen identifizieren.
  3. Schritt 3: Ausnahmen mit minimalem Geltungsbereich vorsehen.
  4. Schritt 4: Entscheidungspfad für einen Treffer nachvollziehbar protokollieren.

Modul 5: Lua-Hooks und Sonderlogik

  1. Schritt 1: Geeigneten Hook für die gewünschte Entscheidungsphase auswählen.
  2. Schritt 2: Einfache Klassifikation oder Anpassung implementieren.
  3. Schritt 3: Seiteneffekte, Laufzeit und Fehlerbehandlung begrenzen.
  4. Schritt 4: Bei Skriptfehler einen sicheren Standardpfad beibehalten.

Modul 6: Diagnose und Nutzertransparenz

  1. Schritt 1: Antwortcode, Policyaktion und erweiterte Fehlerinformation abstimmen.
  2. Schritt 2: Technische Diagnose von Nutzerhinweisen und Supportprozessen trennen.
  3. Schritt 3: Fehlalarm mit vollständigem Entscheidungspfad analysieren.
  4. Schritt 4: Ausnahme erst nach dokumentierter Prüfung freigeben.

Modul 7: Logging und Datenschutz

  1. Schritt 1: Trefferzahlen und Policyname als primäre Betriebsdaten verwenden.
  2. Schritt 2: Detaillierte Client- und Abfragedaten nur bei konkretem Bedarf erfassen.
  3. Schritt 3: Maskierung, Zugriff und Aufbewahrung festlegen.
  4. Schritt 4: Sicherheitsanalyse mit minimal notwendiger Datentiefe ermöglichen.

Modul 8: Leistung und Skalierung

  1. Schritt 1: Policygröße, Aktualisierungsrate und Trefferanteil messen.
  2. Schritt 2: Auswirkungen auf Latenz, Speicher und Threads prüfen.
  3. Schritt 3: Große Feeds in kontrollierter Umgebung vorladen und testen.
  4. Schritt 4: Kapazitätsreserve bei Feedwechsel und Lastspitze berücksichtigen.

Modul 9: Stufenweiser Rollout und Betrieb

  1. Schritt 1: Neue Policy zunächst im Beobachtungsmodus bewerten.
  2. Schritt 2: Teilgruppe oder Testresolver für erste Wirkung nutzen.
  3. Schritt 3: Grenzwerte für Abbruch und Rückfall definieren.
  4. Schritt 4: Regelmäßige Qualitäts-, Ausnahme- und Feedreviews durchführen.

Praxisübungen

  • Erstellung einer lokalen RPZ mit mehreren Triggerarten
  • Einbindung und Aktualisierung einer übertragenen Policyzone
  • Kombination mehrerer Policies mit definierter Reihenfolge
  • Lua-Hook für eine begrenzte Sonderentscheidung
  • Analyse und Freigabe eines simulierten Fehlalarms
  • Messung der Policywirkung unter Last
  • Canary-Rollout mit festem Rückfallkriterium

Methodik

Policies werden wie produktiver Code behandelt: versioniert, geprüft, beobachtet und stufenweise aktiviert. Laborfälle enthalten widersprüchliche Regeln, fehlerhafte Feeds und Fehlalarme, um den sicheren Betrieb zu trainieren.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Recursor- und DNS-Administration, IT-Sicherheit, SOC, Provider- und Unternehmensbetrieb sowie technische Teams für Malware-, Jugendschutz- oder Compliance-Filterung.
Voraussetzungen: Praktische Erfahrung mit dem PowerDNS Recursor, sichere DNS-Grundlagen und elementare Lua- oder Skriptkenntnisse. Grundverständnis von Sicherheitsrichtlinien ist hilfreich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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