Seminar PowerDNS dnsdist – DDoS-Schutz und Missbrauchsabwehr

Kurzprofil

DNS-Dienste müssen legitime Last von fehlerhaftem, missbräuchlichem und gezielt schädlichem Verkehr unterscheiden. dnsdist stellt dafür DNS-bewusste Regeln, Ratenbegrenzung, dynamische Sperren und detaillierte Laufzeitinformationen bereit.

Der Kurs entwickelt Schutzmaßnahmen schrittweise aus einer gemessenen Ausgangslage. Jede Regel wird auf Nebenwirkungen, Umgehungsmöglichkeiten und Auswirkungen auf legitime Clients geprüft; Ausnahmen und Rückfallwerte sind fester Bestandteil.

Inhaltsübersicht

  1. Kurzprofil
  2. Zielgruppe
  3. Voraussetzungen
  4. Bedrohungsbild und Messbasis
  5. Statische Regeln und Aktionen
  6. Ratenbegrenzung und Client-Gruppen
  7. Dynamische Sperren
  8. Missbrauchsmuster und Datenschutz
  9. Test und Kapazitätsreserve
  10. Betriebsrunbook und Störungsbearbeitung
  11. Praxisübungen
  12. Methodik

Zielgruppe

DNS- und Netzwerkbetrieb, IT-Sicherheit, SOC- und Incident-Response-Teams sowie Plattformverantwortliche für öffentliche oder stark belastete DNS-Dienste.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse von dnsdist oder Teilnahme am Seminar zu Load Balancing und Hochverfügbarkeit. Sichere DNS- und Netzwerkkenntnisse werden vorausgesetzt.

Seminarinhalte

Modul 1: Bedrohungsbild und Messbasis

  1. Schritt 1: Volumenangriffe, Verstärkung, zufällige Subdomains, Tunneling und fehlerhafte Clients unterscheiden.
  2. Schritt 2: Normale Last nach Client, Abfragetyp, Name und Antwortstatus messen.
  3. Schritt 3: Schutzbedarf und tolerierbare Fehlblockierungsrate festlegen.
  4. Schritt 4: Eine belastbare Ausgangslinie vor jeder Regeländerung sichern.

Modul 2: Statische Regeln und Aktionen

  1. Schritt 1: Quellnetze, Abfragetypen, Namen und Paketmerkmale als Selektoren verwenden.
  2. Schritt 2: Blockieren, verwerfen, ablehnen und umleiten fachlich unterscheiden.
  3. Schritt 3: Regelreihenfolge und Überschneidungen sichtbar machen.
  4. Schritt 4: Regeln zunächst nur beobachten und erst danach wirksam schalten.

Modul 3: Ratenbegrenzung und Client-Gruppen

  1. Schritt 1: Grenzwerte aus Messdaten statt aus Schätzungen ableiten.
  2. Schritt 2: Einzeladressen und Präfixe angemessen zusammenfassen.
  3. Schritt 3: Burst-Verhalten und dauerhafte Überschreitung getrennt behandeln.
  4. Schritt 4: Vertrauenswürdige Infrastruktur mit eng begrenzten Ausnahmen versehen.

Modul 4: Dynamische Sperren

  1. Schritt 1: Laufzeitdaten in geeigneten Ringen und Zeitfenstern auswerten.
  2. Schritt 2: Schwellwerte für Antwortfehler, Abfrageraten und besondere Muster kombinieren.
  3. Schritt 3: Sperrdauer und Eskalation nach Wiederholung festlegen.
  4. Schritt 4: Aktive Sperren kontrollieren, erklären und vorzeitig aufheben.

Modul 5: Missbrauchsmuster und Datenschutz

  1. Schritt 1: Anzeichen für Tunneling und Datenabfluss in Namen und Abfragetypen erkennen.
  2. Schritt 2: Erkennung mit minimal notwendiger Protokollierung umsetzen.
  3. Schritt 3: Fehlalarme durch legitime große oder ungewöhnliche Antworten prüfen.
  4. Schritt 4: Befunde an nachgelagerte Sicherheitsprozesse übergeben.

Modul 6: Test und Kapazitätsreserve

  1. Schritt 1: Regeln mit aufgezeichnetem oder synthetischem Verkehr prüfen.
  2. Schritt 2: Auswirkungen auf UDP, TCP und verschlüsselte Frontends getrennt messen.
  3. Schritt 3: CPU-, Speicher- und Backend-Reserve während Schutzmaßnahmen überwachen.
  4. Schritt 4: Grenzwerte unter Wartungs- und Ausfallbedingungen erneut validieren.

Modul 7: Betriebsrunbook und Störungsbearbeitung

  1. Schritt 1: Alarm, Erstbewertung und Schutzstufe eindeutig definieren.
  2. Schritt 2: Notfallregeln mit Ablaufzeit und Freigabeverfahren vorbereiten.
  3. Schritt 3: Änderungen und aktive Sperren während eines Vorfalls dokumentieren.
  4. Schritt 4: Nach dem Vorfall Regeln, Schwellen und Ausnahmen anhand der Messdaten überarbeiten.

Praxisübungen

  • Ermittlung einer Last- und Client-Baseline
  • Aufbau statischer Regeln mit Beobachtungsphase
  • Konfiguration von Ratenbegrenzung und Präfixgruppen
  • Einrichtung dynamischer Sperren mit kontrollierter Ablaufzeit
  • Simulation eines Abfrageanstiegs und eines Zufallsnamenangriffs
  • Erstellung eines abgestuften Schutz- und Freigaberunbooks

Methodik

Schutzregeln werden nie blind aktiviert. Der Ablauf folgt Messung, Beobachtungsregel, kontrolliertem Test, schrittweiser Aktivierung und Nachmessung; vorbereitete Angriffsmuster zeigen Wirkung und Nebenwirkungen.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weiterer Tag 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DNS- und Netzwerkbetrieb, IT-Sicherheit, SOC- und Incident-Response-Teams sowie Plattformverantwortliche für öffentliche oder stark belastete DNS-Dienste.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse von dnsdist oder Teilnahme am Seminar zu Load Balancing und Hochverfügbarkeit. Sichere DNS- und Netzwerkkenntnisse werden vorausgesetzt.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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