Das fünftägige Intensivseminar bündelt Analystengrundlagen, Artefaktmanagement, Workflow-Design, Incident-Response-Abläufe, Log- und Timeline-Analyse, Browserforensik, Malware-Triage und einen vollständigen Praxisfall. Es bildet den umfassenden fachlichen Lernpfad für operative DFIR-Teams.
Inhaltsübersicht
- Zielsetzung und Kompetenzziele
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktischer Aufbau
- Gebündelte Themenfelder
- Seminarinhalte mit schrittweisen Praxisaufträgen
- Praxisübungen
- Methodik
Zielsetzung
Das Seminar verbindet fachliche Einordnung, geführte Demonstrationen und eigenständige Arbeit am System. Jeder Themenblock führt von der Planung über die kontrollierte Ausführung bis zur Prüfung und Dokumentation. Damit entstehen nicht nur Bedienkenntnisse, sondern reproduzierbare Arbeitsweisen für den Einsatz im DFIR-Umfeld.
Kompetenzziele
- OpenRelik sicher als operativen DFIR-Arbeitsraum einsetzen
- Artefakte und Analyseergebnisse strukturiert und nachvollziehbar verwalten
- Workflows für Triage, Timeline, Browser- und Malwareanalyse entwerfen
- einen komplexen Untersuchungsfall korrelieren, prüfen und dokumentieren
Zielgruppe
Forensische Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und technische Fallleitungen, die OpenRelik als zentrale Untersuchungsplattform einsetzen möchten.
Voraussetzungen
Grundkenntnisse digitaler Forensik und praktische Erfahrung mit mindestens einer Artefaktklasse. OpenRelik-Vorerfahrung ist nicht erforderlich.
Didaktischer Aufbau
Fünf Tage sind die maximal sinnvolle Dauer für den zusammengefassten Analysepfad. Sie ermöglichen Grundlagen, mehrere spezialisierte Analysearten, iterative Workflow-Arbeit, Peer-Review und einen durchgängigen Abschlussfall ohne die Lernziele auf reine Demonstrationen zu reduzieren. Die Lernabschnitte bauen aufeinander auf; nach jeder Demonstration folgt eine angeleitete Umsetzung, anschließend eine eigenständige Prüfung anhand definierter Qualitätskriterien. Fehlerbilder und Grenzfälle werden bewusst einbezogen, damit Entscheidungen im späteren Betrieb nachvollziehbar bleiben.
Gebündelte Themenfelder
Dieses Intensivformat fasst die folgenden Einzel- und Kompaktthemen in einem durchgängigen Lernpfad zusammen. Überschneidungen werden konsolidiert, während die praktischen Kernaufgaben und Qualitätskontrollen erhalten bleiben.
- OpenRelik – Einführung für Analysten – 2 Tage
- OpenRelik – Artefaktmanagement und Beweisdatenorganisation – 1 Tag
- OpenRelik – Browser- und Anwendungsartefakte analysieren – 1 Tag
- OpenRelik – DFIR-Praxislabor: End-to-End-Untersuchung – 4 Tage
- OpenRelik – DFIR-Workflows für Incident Response – 2 Tage
- OpenRelik – Ereignisprotokolle und Timeline-Analyse – 2 Tage
- OpenRelik – Malware-Triage und Binäranalyse – 2 Tage
- OpenRelik – Timesketch-Integration und Timeline-Pipelines – 1 Tag
- OpenRelik – Workflow-Design und Templates – 2 Tage
- OpenRelik – Kompaktseminar: Plattform, Workflows und DFIR-Praxis – 3 Tage
Seminarinhalte
Modul 1: Tag 1: Plattform, Fallstruktur und Artefaktmanagement
Der erste Tag schafft ein gemeinsames Arbeitsmodell und etabliert belastbare Intake- und Strukturregeln.
- Schritt 1: Kernobjekte, Navigation und Rollen im Analyseprozess einordnen.
- Schritt 2: Fall- und Ordnerstruktur mit Rohdaten-, Analyse- und Review-Bereichen anlegen.
- Schritt 3: Artefakte aufnehmen, Metadaten prüfen und Integritätsinformationen dokumentieren.
Praxisauftrag: Aufbau des Intensiv-Laborfalls und vollständiger Intake.
Modul 2: Tag 1: Worker und erste Triage
Aus der Untersuchungsfrage entsteht eine kostengünstige erste Analysefolge.
- Schritt 1: Worker nach Dateityp, Ziel, Kosten und Ausgabe auswählen.
- Schritt 2: Schnelle Prüfungen für Metadaten, Strings, Entropie und Indikatoren ausführen.
- Schritt 3: Ergebnisse priorisieren und Vertiefungspfade begründet festlegen.
Praxisauftrag: Triage eines heterogenen Artefaktbestands.
Modul 3: Tag 2: Workflow-Modellierung
Sequenzen, Parallelgruppen und kontrollierte Zusammenführung werden als wiederverwendbarer Workflow aufgebaut.
- Schritt 1: Abhängige und unabhängige Schritte in einem Prozessmodell markieren.
- Schritt 2: Parameter, Eingaben und erwartete Ausgaben pro Task definieren.
- Schritt 3: Workflow ausführen, Zwischenstände prüfen und eine erste Revision erstellen.
Praxisauftrag: Aufbau eines modularen Analyseworkflows.
Modul 4: Tag 2: Incident-Response-Playbooks
Ein Alarmtyp wird in Hypothesen, Artefaktbedarf, Triage und Eskalation übersetzt.
- Schritt 1: Primär- und Alternativhypothese formulieren.
- Schritt 2: Triage-, Vertiefungs- und Ausnahmewege modellieren.
- Schritt 3: Abnahmekriterien und Fehlerbehandlung in das Playbook integrieren.
Praxisauftrag: Erstellung eines einsatzfähigen IR-Workflows.
Modul 5: Tag 3: Logs und Timeline
Zeitbezogene Artefakte werden normalisiert, gefiltert und korreliert.
- Schritt 1: Quelleninventar und Zeitbasis je Artefakt erstellen.
- Schritt 2: Log- und Timeline-Verarbeitung mit geeigneten Workern durchführen.
- Schritt 3: Ereignisse entlang von Konto, Host, Prozess und Indikator verbinden.
Praxisauftrag: Rekonstruktion einer mehrquelligen Ereigniskette.
Modul 6: Tag 3: Browser- und Anwendungsartefakte
Benutzeraktivitäten werden aus Profil- und Anwendungsdaten abgeleitet und mit der Timeline verbunden.
- Schritt 1: Profile und Datenbanken dem richtigen Nutzerkontext zuordnen.
- Schritt 2: Konfigurations-, Credential- und IndexedDB-bezogene Ergebnisse validieren.
- Schritt 3: Browserbefunde mit Ereignisprotokollen und Dateifunden korrelieren.
Praxisauftrag: Ergänzung der Falltimeline um Benutzeraktivität.
Modul 7: Tag 4: Malware-Triage
Verdächtige Binärdateien werden mit statischen Verfahren priorisiert und in den Vorfallkontext eingeordnet.
- Schritt 1: Dateityp, Hash, Entropie und Zeichenketten auswerten.
- Schritt 2: Fähigkeits- und Obfuskationshinweise aus Capa- und FLOSS-Ergebnissen prüfen.
- Schritt 3: Befundstärke, offene Fragen und Eskalationsbedarf dokumentieren.
Praxisauftrag: Triage eines Binärsatzes mit Vergleichsmatrix.
Modul 8: Tag 4: Korrelation und Hypothesenprüfung
Alle Analysepfade werden in einer Evidenzmatrix zusammengeführt.
- Schritt 1: Befunde nach Zeit, Identität, Host und technischer Aktion gruppieren.
- Schritt 2: Hypothesen gegen bestätigende und widersprechende Evidenz prüfen.
- Schritt 3: Lücken und zusätzliche Untersuchungsschritte priorisieren.
Praxisauftrag: Erstellung einer Hypothesen- und Evidenzmatrix.
Modul 9: Tag 5: End-to-End-Fall
Der letzte Tag verlangt eigenständige Planung, Ausführung und Anpassung eines vollständigen Falls.
- Schritt 1: Auftrag und Artefakte in einen priorisierten Analyseplan überführen.
- Schritt 2: Workflows ausführen, Fehler behandeln und Ergebnisse iterativ bewerten.
- Schritt 3: Kernergebnisse mit Evidenzbezug und Einschränkungen dokumentieren.
Praxisauftrag: Eigenständige Bearbeitung des Abschlussfalls.
Modul 10: Tag 5: Review und Befundverteidigung
Die Ergebnisse werden reproduziert, peer-reviewed und in einer strukturierten Übergabe verteidigt.
- Schritt 1: Kritische Befunde gegen Rohdaten und Workflow-Ausgaben prüfen.
- Schritt 2: Review-Kommentare einarbeiten und Unsicherheiten explizit kennzeichnen.
- Schritt 3: Abschlussbefund präsentieren und methodische Entscheidungen begründen.
Praxisauftrag: Peer-Review und Präsentation des Abschlussfalls.
Praxisübungen
- Durchgängiger Intensivfall mit Dateien, Logs, Browserdaten und Binärartefakten
- Entwicklung und Revision mehrerer wiederverwendbarer Workflows
- Evidenzmatrix, Peer-Review und technische Befundpräsentation
Methodik
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar mit Live-Demonstrationen, geführten Konfigurations- und Analyseschritten, eigenständigen Laboraufgaben sowie strukturierten Reviews verbunden. Für jede Übung werden Ausgangslage, Arbeitsschritte, erwartete Kontrollpunkte und typische Fehlerbilder festgelegt. Die verwendeten Beispiele sind so aufgebaut, dass sie als Vorlage für interne Standards, Checklisten und Testfälle weiterverwendet werden können.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Forensische Analysten, Incident Responder, SOC-Analysten und technische Fallleitungen, die OpenRelik als zentrale Untersuchungsplattform einsetzen möchten. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse digitaler Forensik und praktische Erfahrung mit mindestens einer Artefaktklasse. OpenRelik-Vorerfahrung ist nicht erforderlich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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