Inhaltsverzeichnis
- Einordnung und Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen
- Technische Arbeitsmittel
Einordnung und Zielsetzung
Das Seminar behandelt den Aufbau eines reproduzierbaren und kontrollierten Fertigungsprozesses für EdgeLock-basierte Geräte. SPSDK, Secure Provisioning Tool und plattformspezifische Provisionierungsabläufe werden mit Schlüsselrollen, Manifesten, Fuse-Programmierung, Geräteidentität, Verifikation, Quarantäne und Nachweisführung verbunden.
Die Werkzeuge werden als Teil einer Fertigungsarchitektur verwendet, nicht als Ersatz für Rollen- und Schlüsseltrennung. Test, Pilot und Serie erhalten getrennte Eingaben, Freigaben und Abnahmekriterien. Kritische Schritte werden vor irreversiblen Änderungen validiert.
Die angesetzte Dauer von 3 Tagen ist erforderlich, weil die Inhalte von „Fertigungsarchitektur und Bedrohungsmodell“ bis „Pilotierung und Serienfreigabe“ fachlich aufeinander aufbauen und in 7 praktischen Arbeitsszenarien geprüft werden. Eine stärkere Kürzung würde entweder die sichere Konfiguration oder die notwendigen Positiv-, Negativ- und Wiederanlauftests verdrängen.
Zielgruppe
- Produktions- und Testingenieure
- Provisionierungs- und Security-Integratoren
- Firmware-, Bootloader- und PKI-Verantwortliche
- Qualitäts- und Fertigungsfreigabeteams
Voraussetzungen
Grundkenntnisse in Secure Boot, Schlüsseln, Fuses und Produktionsautomatisierung. Erfahrung mit Kommandozeile, Skripting und einer NXP-Zielplattform wird vorausgesetzt.
Lernziele
- Fertigungsrollen, Vertrauensgrenzen und Schlüsselzugriffe sicher trennen
- SPSDK- und Provisioning-Tool-Abläufe reproduzierbar konfigurieren
- versionierte Manifeste für Fuses, Schlüssel, Zertifikate und Tests erstellen
- irreversible Schritte mit Vorprüfung und Vier-Augen-Freigabe absichern
- Geräte nach jedem kritischen Schritt technisch verifizieren
- Quarantäne, Wiederanlauf, Auditdaten und Serienkennzahlen integrieren
Seminarinhalte
1. Fertigungsarchitektur und Bedrohungsmodell
- Schritt 1: OEM, Auftragsfertiger, Station, Bediener, Zielgerät und Backend abgrenzen.
- Schritt 2: Schutzwerte und mögliche Insider-, Prozess- und Lieferkettenrisiken erfassen.
- Schritt 3: Vertrauen und Berechtigung pro Produktionsschritt festlegen.
- Schritt 4: kritische Geheimnisse so verteilen, dass keine Station unnötig Vollzugriff erhält.
2. Werkzeugrollen und Plattformpfade
- Schritt 1: SPSDK, grafisches Provisioning Tool und plattformspezifische Dienstprogramme zuordnen.
- Schritt 2: interaktive Entwicklung von automatisierter Serienausführung trennen.
- Schritt 3: unterstützte Gerätefamilie, Bootpfad und Eingabeformate prüfen.
- Schritt 4: Tool- und Konfigurationsversionen für die Fertigung fixieren.
3. Manifest und versionierte Eingabedaten
- Schritt 1: Gerätekennung, Produktvariante, Fuse-Werte, Schlüsselreferenzen und Tests modellieren.
- Schritt 2: veränderliche Chargendaten von freigegebenen Sicherheitsparametern trennen.
- Schritt 3: Plausibilitätsregeln und Abhängigkeiten maschinenlesbar festhalten.
- Schritt 4: Manifest signieren oder anderweitig gegen unbemerkte Änderung schützen.
4. Schlüssel- und Zertifikatsbereitstellung
- Schritt 1: Produktions-, OEM-, Geräte- und Backend-Schlüsselrollen trennen.
- Schritt 2: geräteseitige Erzeugung, sicheren Import und Zertifikatsausstellung zuordnen.
- Schritt 3: temporäre Artefakte und Stationenspeicher minimieren.
- Schritt 4: Erfolg erst nach geschützter Nutzung auf dem Gerät bestätigen.
5. Fuse-Programmierung und Lebenszyklus
- Schritt 1: Fuse-Abhängigkeiten und irreversible Wirkungen vorab prüfen.
- Schritt 2: Werte aus freigegebenem Manifest statt manueller Eingabe übernehmen.
- Schritt 3: Readback und erwartete Sicherheitsfunktion nach jedem Block kontrollieren.
- Schritt 4: Gerät erst nach vollständigen Positiv- und Negativtests schließen.
6. Secure Boot und Funktionsverifikation
- Schritt 1: freigegebenes signiertes Image schreiben.
- Schritt 2: positiven Bootpfad und Geräteidentität prüfen.
- Schritt 3: definierten Manipulations- oder Falschschlüsselfall als Stichprobe ausführen.
- Schritt 4: Testergebnis eindeutig mit Seriennummer und Manifestversion verbinden.
7. Stationsidentität und Zugriffskontrolle
- Schritt 1: jede Station und Automatisierungsinstanz eindeutig authentisieren.
- Schritt 2: Berechtigungen auf Produkt, Schicht oder Auftrag begrenzen.
- Schritt 3: Bedieneraktionen und automatische Schritte getrennt protokollieren.
- Schritt 4: gesperrte, abgelaufene oder manipulierte Stationen zuverlässig ablehnen.
8. Fehlerabbruch, Wiederanlauf und Quarantäne
- Schritt 1: Fehler vor und nach irreversiblen Schritten unterscheiden.
- Schritt 2: idempotente Wiederholung nur für sichere Schritte zulassen.
- Schritt 3: unklaren Gerätezustand in eine physische und logische Quarantäne überführen.
- Schritt 4: Freigabe für Nacharbeit oder Ausschuss durch qualifizierte Rolle verlangen.
9. Taktzeit und Offline-Szenarien
- Schritt 1: Messpunkte pro Provisionierungs- und Prüfschritt definieren.
- Schritt 2: Engpässe ohne Kürzung sicherheitskritischer Kontrollen optimieren.
- Schritt 3: begrenzten Offline-Betrieb mit vorautorisierten und gezählten Aufträgen planen.
- Schritt 4: Synchronisation und Konfliktbehandlung nach Wiederverbindung festlegen.
10. Auditdaten und Datenschutz
- Schritt 1: notwendige Geräte-, Prozess-, Tool- und Freigabeinformationen bestimmen.
- Schritt 2: private Schlüssel und unnötige personenbezogene Daten ausschließen.
- Schritt 3: Manipulationsschutz, Aufbewahrung und Zugriff auf Produktionsnachweise festlegen.
- Schritt 4: Berichte für Charge, Gerät, Fehlerklasse und Sicherheitsversion erzeugen.
11. Pilotierung und Serienfreigabe
- Schritt 1: Golden Sample, Testcharge und Prozessfähigkeitsnachweis planen.
- Schritt 2: Negativtests für falsches Manifest, falsches Gerät und unterbrochene Kommunikation ausführen.
- Schritt 3: Grenzwerte für Fehlerrate, Taktzeit und Nacharbeit festlegen.
- Schritt 4: Serienfreigabe mit offenen Risiken und Rückfallplan dokumentieren.
Praxisübungen
- Modellierung einer sicheren Fertigungszelle mit Rollen und Vertrauensgrenzen
- Erstellung eines versionierten Provisionierungsmanifests
- Konfiguration eines SPSDK- oder Provisioning-Tool-Testablaufs
- Testprovisionierung mit Schlüssel-, Fuse- und Bootverifikation
- Simulation von Abbruch, Wiederanlauf und Quarantäne
- Erzeugung eines gerätebezogenen Produktionsnachweises
- Planung einer Pilotcharge und der technischen Serienfreigabe
Technische Arbeitsmittel
- NXP-Zielplattform und geeignete Programmierschnittstelle
- SPSDK und Secure Provisioning Tool beziehungsweise plattformspezifische Werkzeuge
- Test-PKI, Testschlüssel und sichere Konfigurationsablage
- Automatisierungsskripte, serielle Diagnose und Prüfdatenerfassung
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt. Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Produktions- und Testingenieure; Provisionierungs- und Security-Integratoren; Firmware-, Bootloader- und PKI-Verantwortliche; Qualitäts- und Fertigungsfreigabeteams |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse in Secure Boot, Schlüsseln, Fuses und Produktionsautomatisierung. Erfahrung mit Kommandozeile, Skripting und einer NXP-Zielplattform wird vorausgesetzt. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, schrittweise Konfiguration, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
