Seminar / Training
Überblick
Das Seminar behandelt ereignisbasierte Boot-Integrität mit PCRs, UEFI-Protokollen und belastbaren Systemklassen. Theorie, Konfiguration und technische Prüfung werden in einem durchgängigen Szenario verbunden, sodass aus einzelnen Funktionen ein nachvollziehbarer Betriebs- oder Sicherheitsprozess entsteht.
Zwei Tage sind erforderlich, da Grundlagen und Konfiguration zunächst belastbar aufgebaut und anschließend mit Vertiefung, negativen Prüffällen, Fehleranalyse und Betriebsübergabe abgesichert werden. Im Mittelpunkt stehen reproduzierbare Arbeitsschritte, positive und negative Testfälle sowie eine dokumentierte technische Abnahme.
Inhaltsübersicht
- Bootkette und Schutzgrenzen erfassen
- PCR-Auswahl und Verlängerung verstehen
- UEFI Event Log erfassen und parsen
- Secure Boot und Measured Boot abgrenzen
- Referenzzustand aufbauen
- Hardware- und Firmwarevarianten modellieren
- Measured-Boot-Policy erzeugen
- Policy beim Enrollment zuordnen
- Bootabweichung bis zum Ereignis analysieren
- Firmware- und Bootupdate steuern
Lernziele
- Ereignisbasierte boot-integrität mit pcrs, uefi-protokollen und belastbaren systemklassen fachlich einordnen und für ein konkretes Einsatzszenario planen.
- Bootkette und Schutzgrenzen erfassen.
- PCR-Auswahl und Verlängerung verstehen.
- UEFI Event Log erfassen und parsen.
- Secure Boot und Measured Boot abgrenzen.
- Positive und negative Prüfergebnisse technisch bewerten, Fehler schichtweise lokalisieren und die Betriebs- oder Freigabeentscheidung dokumentieren.
Seminarinhalte Schritt für Schritt
Schritt 1: Bootkette und Schutzgrenzen erfassen
Firmware, Secure-Boot-Datenbanken, Bootloader, Kernel und frühe Konfiguration werden als mess- und prüfbare Ereigniskette modelliert. Der resultierende Sollzustand wird mit einer Kontrollabfrage bestätigt und als Ausgangspunkt für den nächsten Arbeitsschritt festgehalten.
Schritt 2: PCR-Auswahl und Verlängerung verstehen
Relevante Register, Hashbänke und Extend-Operationen werden an einer nachvollziehbaren Ereignisfolge berechnet. Konfiguration, erwartete Werte und tatsächliches Ergebnis werden versioniert dokumentiert; ein gezielter Negativtest prüft die Wirksamkeit.
Schritt 3: UEFI Event Log erfassen und parsen
Das Protokoll wird ausgelesen, auf Vollständigkeit und Konsistenz mit den PCR-Werten geprüft und in Ereignistypen zerlegt. Die Umsetzung erfolgt in einer Laborumgebung und wird anhand von Statusdaten, Dienstprotokollen und einem reproduzierbaren Prüffall abgenommen.
Schritt 4: Secure Boot und Measured Boot abgrenzen
Signaturdurchsetzung und Messung werden getrennt bewertet, damit ein erlaubtes Artefakt nicht mit einem unveränderten Messwert gleichgesetzt wird. Fehlerbilder werden nicht pauschal behoben, sondern der verursachenden Identitäts-, Netzwerk-, Policy-, TPM- oder Betriebsschicht zugeordnet.
Schritt 5: Referenzzustand aufbauen
Firmwarestand, Bootvariablen, Bootloader, Kernel und Konfiguration eines freigegebenen Systems werden über mehrere Neustarts dokumentiert. Der resultierende Sollzustand wird mit einer Kontrollabfrage bestätigt und als Ausgangspunkt für den nächsten Arbeitsschritt festgehalten.
Schritt 6: Hardware- und Firmwarevarianten modellieren
Systemklassen werden nach tatsächlich relevanten Unterschieden gebildet; zulässige Variabilität wird eng begrenzt. Konfiguration, erwartete Werte und tatsächliches Ergebnis werden versioniert dokumentiert; ein gezielter Negativtest prüft die Wirksamkeit.
Schritt 7: Measured-Boot-Policy erzeugen
Referenzlog, erwartete Schlüssel, Ereignisse und Variablen werden versioniert, signiert und gegen gute sowie schlechte Logs getestet. Die Umsetzung erfolgt in einer Laborumgebung und wird anhand von Statusdaten, Dienstprotokollen und einem reproduzierbaren Prüffall abgenommen.
Schritt 8: Policy beim Enrollment zuordnen
Agent und Systemklasse werden mit der passenden Boot-Policy verbunden; erste Attestation und Eventauswertung werden protokolliert. Fehlerbilder werden nicht pauschal behoben, sondern der verursachenden Identitäts-, Netzwerk-, Policy-, TPM- oder Betriebsschicht zugeordnet.
Schritt 9: Bootabweichung bis zum Ereignis analysieren
Bootreihenfolge, Kernel oder Firmwarevariable wird kontrolliert verändert und vom Verifier-Fehler bis zum konkreten Event zurückverfolgt. Der resultierende Sollzustand wird mit einer Kontrollabfrage bestätigt und als Ausgangspunkt für den nächsten Arbeitsschritt festgehalten.
Schritt 10: Firmware- und Bootupdate steuern
Neue Referenz, Pilotgruppe, parallele Policy-Versionen, Rückfall und Archivierung werden in einen kontrollierten Updateprozess überführt. Konfiguration, erwartete Werte und tatsächliches Ergebnis werden versioniert dokumentiert; ein gezielter Negativtest prüft die Wirksamkeit.
Praxisübungen
- UEFI-Ereignisprotokoll erfassen und mit PCR-Werten abgleichen.
- Stabile und variable Bootereignisse mehrerer Systeme vergleichen.
- Measured-Boot-Policy erstellen, signieren und testen.
- Kontrollierte Bootänderung auslösen und Ursachenpfad dokumentieren.
- Freigabeprozess für Firmware- oder Bootloaderupdate entwerfen.
Einordnung in den Lernpfad
Nach TPM-Grundlagen und Architektur. Zusammen mit IMA und Keylime-Policy entsteht ein vollständiger Boot- und Laufzeitintegritätspfad.
Fachbereichsleitung / Trainerleitung / Ansprechpersonen
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Security Engineering, Plattformarchitektur, Firmware- und Linux-Betrieb, Incident Response und Keylime-Administration. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse zu TPM 2.0, PCRs, UEFI und Keylime-Architektur. Sicherer Umgang mit Linux-Systemen. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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