Seminarprofil
Das Seminar ergänzt SLA- und Vertragssteuerung um Experience Level Agreements und kontinuierliche Experience-Daten. Interne Teams, Managed Service Provider und weitere Lieferanten werden über gemeinsame Populationen, Messdefinitionen, Zielwerte, Review-Rhythmen und Verbesserungsmechanismen ausgerichtet. Rankings ohne Kontext werden vermieden; im Mittelpunkt stehen gemeinsame Verantwortung, Transparenz und überprüfbare Wirkung.
Zielgruppe: SIAM- und Provider-Management, Vendor Management, ITSM-Leitung, Service-Owner, Einkauf, Vertragsmanagement und Managed Service Provider
Voraussetzungen: Kenntnisse von Serviceverträgen, SLA-Steuerung und den eigenen Provider- beziehungsweise SIAM-Strukturen
Didaktische Einordnung: Zwei Tage sind erforderlich, weil fachliche XLA-Konstruktion, vertragliche Einbettung, Daten- und Rollenmodell sowie ein vollständiger Provider-Review praktisch entwickelt und gegeneinander geprüft werden.
Lernziele
- SLA, KPI, Experience-Ziel und XLA klar voneinander abgrenzen
- Messpopulation, Baseline, Ziel und Zeitfenster belastbar definieren
- Provider- und SIAM-Rollen für Experience-Daten ausrichten
- Scorecards und Reviews ohne Fehlanreize gestalten
- Verbesserungs-, Eskalations- und Nachweislogik in die Steuerung integrieren
Inhaltsverzeichnis
- Von SLA zu Experience Outcome
- XLA-Design und Messdefinition
- Provider-Datenmodell und Verantwortlichkeiten
- Scorecard und Review-Rhythmus
- Fehlanreize, Eskalation und Vertragsbezug
- Gemeinsame Verbesserungsinitiative
- Praxisprojekt und Leistungsnachweis
1. Von SLA zu Experience Outcome
SLAs beschreiben häufig Prozess- oder Technikleistung. XLAs ergänzen diese Sicht um die wahrgenommene Experience und die Auswirkung auf Produktivität.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
- Bestehende SLA- und KPI-Landschaft erfassen.
- Nicht abgedeckte Experience-Risiken benennen.
- Geeignete Happiness- und Lost-Time-Signale zuordnen.
- Gemeinsame Steuerungsfrage formulieren.
- SLA und XLA in einer Zielhierarchie verbinden.
Praxisaufgabe
Ein vorhandener Servicevertrag wird um ein Experience-Outcome-Modell ergänzt.
2. XLA-Design und Messdefinition
Ein XLA benötigt eine eindeutige Population, Messbereich, Filter, Kennzahl, Baseline, Ziel, Zeitraum und Ausnahmeregel. Unklare Definitionen erzeugen Streit statt Verbesserung.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
- Service und betroffene Nutzerpopulation abgrenzen.
- Messbereich und Filterkombination festlegen.
- Happiness-, Lost-Time- oder kombinierte Zielgröße wählen.
- Baseline und realistischen Zielkorridor bestimmen.
- Ausnahmen, Mindestvolumen und Prüfrhythmus dokumentieren.
Praxisaufgabe
Zwei XLA-Varianten werden auf Manipulationsrisiko und Messstabilität geprüft.
3. Provider-Datenmodell und Verantwortlichkeiten
Providervergleich setzt konsistente Service-, Anbieter-, Länder- und Teamdaten voraus. Verantwortlichkeiten für Datenqualität, Analyse und Maßnahmen werden explizit festgelegt.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
- Provider- und Servicekatalog abgleichen.
- Feldmapping und Wertelisten harmonisieren.
- Datenqualitäts-Owner benennen.
- Analyse- und Maßnahmenverantwortung trennen.
- Streit- und Korrekturverfahren definieren.
Praxisaufgabe
Eine Governance-Matrix wird für Kunde, SIAM-Funktion und zwei Provider erstellt.
4. Scorecard und Review-Rhythmus
Eine Experience-Scorecard zeigt Trend, Zielerreichung, Lost Time, Volumen, qualitative Themen und Maßnahmenstatus. Sie dient dem gemeinsamen Review, nicht einer eindimensionalen Rangliste.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
- Maximal relevante Kennzahlen auswählen.
- Trend und Vergleichsmaßstab festlegen.
- Qualitative Evidenz und Datenqualität ergänzen.
- Maßnahmenstatus und Entscheidungen aufnehmen.
- Monatlichen und quartalsweisen Review unterscheiden.
Praxisaufgabe
Ein providerübergreifendes Review wird mit Agenda, Scorecard und Entscheidungslog vorbereitet.
5. Fehlanreize, Eskalation und Vertragsbezug
Direkte finanzielle Kopplung an instabile oder beeinflussbare Experience-Werte kann Fehlverhalten erzeugen. Zunächst werden Transparenz und gemeinsame Verbesserung etabliert.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
- Beeinflussbarkeit und Datenstabilität bewerten.
- Mögliche Gaming- und Vermeidungsanreize identifizieren.
- Eskalationsstufen und Korrekturfenster definieren.
- Vertragliche Nutzung von Lernphase zu Zielbindung staffeln.
- Änderung der Messdefinition kontrolliert regeln.
Praxisaufgabe
Ein problematisches Bonus-Malus-Modell wird in eine risikoärmere Steuerungslogik überführt.
6. Gemeinsame Verbesserungsinitiative
XLA-Steuerung wird wirksam, wenn Auffälligkeiten in gemeinsame, überprüfbare Verbesserungen überführt werden. Kunde und Provider teilen Ziel, Maßnahme, Nachweis und Lernschleife.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
- Fokusbereich datenbasiert auswählen.
- Gemeinsame Ursachenhypothese formulieren.
- Maßnahmen und Verantwortlichkeiten festlegen.
- Vorher-Nachher-Messung planen.
- Entscheidung über Skalierung oder Korrektur terminieren.
Praxisaufgabe
Eine gemeinsame Initiative für einen kanal- oder servicebezogenen Experience-Hotspot wird ausgearbeitet.
7. Praxisprojekt und Leistungsnachweis
Ein vollständiges Provider-Steuerungsmodell wird erstellt: Zielhierarchie, XLA-Definition, Daten- und Rollenmodell, Scorecard, Review-Agenda, Eskalationslogik und gemeinsame Verbesserungsinitiative. Die Lösung wird auf Messstabilität und Fehlanreize geprüft.
Prüfkriterien
- Nachvollziehbare Verbindung von Fragestellung, Datenbasis, Analyse und Entscheidung
- Dokumentierte Filter, Annahmen, Gegenproben und offene Unsicherheiten
- Klare Verantwortlichkeiten, Zielwerte und terminierte Nachprüfung
- Praktisch nutzbare Arbeitsunterlagen für den anschließenden Einsatz
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | SIAM- und Provider-Management, Vendor Management, ITSM-Leitung, Service-Owner, Einkauf, Vertragsmanagement und Managed Service Provider |
| Voraussetzungen: | Kenntnisse von Serviceverträgen, SLA-Steuerung und den eigenen Provider- beziehungsweise SIAM-Strukturen |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, moderierte Analysen, praktische Übungen am System, Fallstudien und Transferaufgaben |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
