Virtuelle Android-Geräte verarbeiten Anwendungen, Zugangsdaten, Testdaten und Diagnoseartefakte. Das Seminar reduziert Angriffsfläche durch Netzwerkbegrenzung, starke Authentisierung, vertrauenswürdige Zertifikate, Schlüsselpflege, Root- und Debug-Regeln sowie nachvollziehbare Sicherheitskontrollen.
Seminarziel
Eine gehärtete Basiskonfiguration wird aus Schutzbedarf und Bedrohungsmodell abgeleitet, technisch umgesetzt und durch Negativtests bestätigt. Ausnahmen, Schlüsselwechsel und Sicherheitsnachweise werden in einen wiederholbaren Betrieb überführt.
Inhaltsübersicht
- 1. Schutzbedarf und Bedrohungsmodell
- 2. Netzwerkhärtung
- 3. Authentisierung und Konten
- 4. TLS und Zertifikatsbetrieb
- 5. SSH-Schlüssel und Tunnel
- 6. ADB, Debugging und API begrenzen
- 7. Root- und Image-Sicherheitsprofil
- 8. Härtungsnachweis und Sicherheitsbetrieb
- Praxisprojekt und Übungen
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Didaktik und Arbeitsweise
Fachliche Einordnung
Der Themenblock ist als eigenständiger Qualifizierungsbaustein für produktionsnahe Android-Test- und Betriebsumgebungen abgegrenzt. Konfigurationen werden nicht nur demonstriert, sondern mit Sollwerten, Negativtests, Rücksetzschritten und dokumentierten Prüfpunkten abgesichert. Dadurch bleiben die erarbeiteten Abläufe auf Self-hosted- und Device-Image-Szenarien übertragbar.
Seminarinhalte
1. Schutzbedarf und Bedrohungsmodell
Sicherheitsmaßnahmen werden an Daten, Zugängen und realistischen Angriffspfaden ausgerichtet.
- Schritt 1: APKs, Testdaten, Konten, Tokens, Logs und Gerätezustände klassifizieren.
- Schritt 2: Angreiferrollen und mögliche Zugangswege über Web, API, ADB, SSH und Netz identifizieren.
- Schritt 3: Missbrauchsszenarien nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewerten.
- Schritt 4: Mindestkontrollen und verbleibende Risiken in einer Sicherheitsbaseline festhalten.
2. Netzwerkhärtung
Nur fachlich notwendige Dienste sind aus definierten Zonen erreichbar.
- Schritt 1: Aktive Listener und veröffentlichte Dienste erfassen.
- Schritt 2: Regeln auf konkrete Quellen, Ziele und Protokolle reduzieren.
- Schritt 3: Administrations- und Nutzerpfad voneinander trennen.
- Schritt 4: Erlaubte und gesperrte Verbindungen mit einem Negativtestkatalog verifizieren.
3. Authentisierung und Konten
Standardzugänge werden entfernt und administrative Berechtigungen begrenzt.
- Schritt 1: Vorhandene Konten, Kennwörter und Rollen inventarisieren.
- Schritt 2: Initial- oder Standardkennwörter ändern und Richtlinien anwenden.
- Schritt 3: Getrennte Konten für Administration, Betrieb und automatisierte Zugriffe einrichten.
- Schritt 4: Anmeldung, Sperre, Entzug und Notfallzugang kontrolliert testen.
4. TLS und Zertifikatsbetrieb
Browser- und API-Verbindungen werden mit vertrauenswürdiger Identität abgesichert.
- Schritt 1: DNS-Name, Zertifikatsanforderung und vollständige Kette vorbereiten.
- Schritt 2: Zertifikat installieren und privaten Schlüssel gegen unberechtigten Zugriff schützen.
- Schritt 3: Namensprüfung, Laufzeit und Vertrauenskette aus mehreren Clients validieren.
- Schritt 4: Erneuerung, Ablaufalarm und Rückfall bei fehlerhaftem Zertifikat dokumentieren.
5. SSH-Schlüssel und Tunnel
Technische Zugänge verwenden individuelle, widerrufbare Schlüssel.
- Schritt 1: Zulässige Schlüsseltypen, Eigentümer und Laufzeiten festlegen.
- Schritt 2: Administrationsschlüssel hinterlegen und Berechtigungen prüfen.
- Schritt 3: ADB-Tunnel mit einem berechtigten Schlüssel aufbauen.
- Schritt 4: Entzug eines Schlüssels durchführen und den Zugriff danach negativ testen.
6. ADB, Debugging und API begrenzen
Leistungsfähige Diagnosezugänge bleiben auf autorisierte Zwecke beschränkt.
- Schritt 1: ADB- und API-Bedarf je Rolle und Umgebung dokumentieren.
- Schritt 2: Direkten ADB-Port schließen oder auf autorisierte Quellen begrenzen.
- Schritt 3: Secrets und Tokens außerhalb von Skript und Protokoll speichern.
- Schritt 4: Unberechtigten Zugriff, falsches Zertifikat und abgelaufene Berechtigung testen.
7. Root- und Image-Sicherheitsprofil
Root-Zustand und Zusatzpakete werden als kontrollierte Varianten statt als spontane Änderung behandelt.
- Schritt 1: Standardprofil unrooted und getrenntes Security-Testprofil definieren.
- Schritt 2: Root-Wechsel, Zusatzpakete und Systemänderungen protokollieren.
- Schritt 3: Zugriff und Datenklassifikation für Root-Geräte verschärfen.
- Schritt 4: Gerät nach Nutzung neu aufbauen oder anhand einer vollständigen Reset-Prüfung freigeben.
8. Härtungsnachweis und Sicherheitsbetrieb
Die Baseline wird regelmäßig überprüft und revisionsfähig dokumentiert.
- Schritt 1: Kontrollpunkte für Ports, Konten, Zertifikate, Schlüssel, Root und Versionen festlegen.
- Schritt 2: Automatisierbare Prüfungen von manuellen Nachweisen trennen.
- Schritt 3: Abweichungen mit Risiko, Frist, Verantwortlichem und Ausnahmegenehmigung erfassen.
- Schritt 4: Quartalsprüfung und Ereignisprüfung nach Änderungen in einen Betriebskalender übernehmen.
Praxisprojekt und Übungen
Die Übungen verwenden einen zusammenhängenden Laborfall. Jeder Arbeitsauftrag enthält Ausgangslage, Sollzustand, Durchführung, Prüfpunkte und eine kontrollierte Bereinigung. Fehlerfälle werden bewusst eingebaut, damit Diagnose und Rückfall nicht erst im Produktivbetrieb erprobt werden.
- Übung 1: Ein Bedrohungsmodell wird in eine technische Härtungsbaseline übersetzt.
- Übung 2: TLS, individuelle SSH-Schlüssel und ADB über Tunnel werden eingerichtet und negativ getestet.
- Übung 3: Ein automatisierbarer Sicherheitscheck für Ports, Konten, Root-Status und Zertifikatslaufzeit wird entworfen.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Security Engineering, Plattformbetrieb, Informationssicherheit, Netzwerkadministration und technische Architektur.
Voraussetzungen: Grundkenntnisse zu Netzwerksicherheit, TLS, SSH und Android-Debugging.
Didaktik und Arbeitsweise
Kurze Fachimpulse werden unmittelbar durch Demonstrationen, strukturierte Konfigurationsschritte, Praxisübungen und kontrollierte Fehlerfälle vertieft. Für jeden wesentlichen Ablauf entstehen wiederverwendbare Checklisten, Konfigurationsnachweise oder Runbooks. Die Bearbeitung erfolgt ohne undokumentierte Sonderkonfigurationen und endet jeweils mit einer technischen Validierung des erreichten Zustands.
Fachbereichsleitung und Trainerteam
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Security Engineering, Plattformbetrieb, Informationssicherheit, Netzwerkadministration und technische Architektur |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse zu Netzwerksicherheit, TLS, SSH und Android-Debugging |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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