Seminar / Training
Das Seminar bereitet Organisationen auf Sicherheits- und Betriebsereignisse im EUDI-Wallet-Ökosystem vor. Behandelt werden Erkennung, Triage, forensische Sicherung, Kommunikation, Sperr- und Widerrufsentscheidungen, koordinierte Reaktion über Wallet-Anbieter, Issuer, Relying Parties und Vertrauensdienste, Meldewege, Wiederherstellung sowie die Verbesserung von Architektur und Kontrollen nach einem Vorfall.
Zwei Seminartage sind notwendig, um Incident-Response-Grundlagen auf die verteilten Rollen und kryptografischen Abhängigkeiten des Wallet-Ökosystems zu übertragen und mehrere Tischübungen einschließlich Kommunikation, Eindämmung und Wiederanlauf durchzuführen.
Inhaltsübersicht
- Vorfalltaxonomie und Vorbereitung
- Erkennung, Triage und Lagebild
- Eindämmung, Sperrung und Vertrauensentscheidungen
- Forensik, Evidenzen und Datenschutz
- Meldung, Kommunikation und Krisenführung
- Wiederherstellung und Verbesserungsprogramm
- Lernziele und Zielgruppe
- Praxisanteil und Arbeitsunterlagen
Lernziele
- Wallet-spezifische Vorfallklassen und Auswirkungen erkennen.
- Triage, Eindämmung und Beweissicherung rollenübergreifend koordinieren.
- Sperr-, Widerrufs-, Vertrauens- und Kommunikationsentscheidungen strukturiert treffen.
- Melde-, Datenschutz- und Krisenprozesse miteinander verbinden.
- Wiederherstellung und Lessons Learned in konkrete Verbesserungen überführen.
Zielgruppe
CSIRT, SOC, Informationssicherheit, Betrieb, Wallet-, Issuer- und Verifier-Teams, Krisenmanagement, Datenschutz, Recht, Kommunikation, Compliance, Management und technische Dienstleister.
Voraussetzungen
Grundkenntnisse von Incident Response, IT-Betrieb und der EUDI-Wallet-Rollen. Vorhandene Notfall- oder Meldeprozesse können eingebracht werden.
Seminarinhalte
1. Vorfalltaxonomie und Vorbereitung
Klassifikation von kompromittierten Schlüsseln, gefälschten Nachweisen, fehlerhaften Issuern, kompromittierten Wallet Units, Relying-Party-Missbrauch, Datenabfluss und Verfügbarkeitsstörungen.
- Schritt 1: kritische Assets, Rollen, Abhängigkeiten und mögliche Schadensbilder erfassen.
- Schritt 2: Vorfallklassen mit Schweregrad, Zuständigkeit und Erstmaßnahmen definieren.
- Schritt 3: Kontakt-, Eskalations- und Entscheidungsstrukturen über Organisationsgrenzen vorbereiten.
- Schritt 4: Playbooks, Zugänge, Protokolle und Kommunikationskanäle auf Einsatzbereitschaft prüfen.
2. Erkennung, Triage und Lagebild
Zusammenführung technischer Alarme, fachlicher Auffälligkeiten, Nutzerhinweise, Vertrauensinformationen und externer Meldungen.
- Schritt 1: Signalquellen und Mindestdaten für belastbare Erkennung festlegen.
- Schritt 2: Ereignis validieren und betroffene Rollen, Nachweise, Schlüssel und Nutzergruppen eingrenzen.
- Schritt 3: Auswirkung, Ausbreitung, Vertrauen und Zeitkritikalität bewerten.
- Schritt 4: Lagebild mit gesicherten Fakten, Annahmen, offenen Fragen und Entscheidungen führen.
3. Eindämmung, Sperrung und Vertrauensentscheidungen
Technische und organisatorische Maßnahmen für Schlüssel, Zertifikate, Credentials, Issuing, Verification, Anwendungen und externe Verbindungen.
- Schritt 1: sofortige Eindämmungsoptionen nach Wirkung, Nebenwirkung und Reversibilität bewerten.
- Schritt 2: Sperr-, Widerrufs-, Deaktivierungs- und Blockierungsmaßnahmen rollenbezogen auslösen.
- Schritt 3: Relying Parties und Issuer mit konsistenten Vertrauens- und Statusinformationen versorgen.
- Schritt 4: Notbetrieb und Ausnahmen mit zeitlicher Begrenzung und erhöhter Kontrolle absichern.
4. Forensik, Evidenzen und Datenschutz
Reproduzierbare Sicherung relevanter Logs, Signaturen, Statusinformationen, Konfigurationen und Kommunikationsdaten bei minimaler zusätzlicher Verarbeitung.
- Schritt 1: Beweisfragen und benötigte Evidenzquellen aus dem Lagebild ableiten.
- Schritt 2: Integrität, Zeitbezug, Zugriff und Chain of Custody für Sicherungen festlegen.
- Schritt 3: personenbezogene Daten und Geheimnisse auf das notwendige Maß begrenzen.
- Schritt 4: Erkenntnisse mit Unsicherheiten und technischer Reproduzierbarkeit dokumentieren.
5. Meldung, Kommunikation und Krisenführung
Koordinierte interne und externe Kommunikation, regulatorische Meldungen, Nutzerinformation, Partnersteuerung und Managemententscheidungen.
- Schritt 1: Meldepflichten, Fristen, Empfänger und Freigaben anhand des Vorfalls bestimmen.
- Schritt 2: Botschaften für Betroffene, Partner, Aufsicht, Support und Öffentlichkeit abstimmen.
- Schritt 3: Fakten, Handlungsanweisungen und Unsicherheiten konsistent kommunizieren.
- Schritt 4: Entscheidungsprotokoll und Kommunikationslage fortlaufend mit dem technischen Lagebild synchronisieren.
6. Wiederherstellung und Verbesserungsprogramm
Sichere Wiederinbetriebnahme, Re-Issuing, Schlüsselwechsel, Vertrauenswiederaufbau, Nachkontrolle und nachhaltige Maßnahmen.
- Schritt 1: sauberen Wiederherstellungspunkt und Voraussetzungen für Wiederanlauf definieren.
- Schritt 2: Schlüssel, Zertifikate, Konfigurationen und betroffene Nachweise kontrolliert erneuern.
- Schritt 3: Funktion, Sicherheit, Datenkonsistenz und Vertrauen vor Freigabe verifizieren.
- Schritt 4: Ursachen und Kontrolllücken in priorisierte Architektur-, Prozess- und Trainingsmaßnahmen überführen.
Praxisanteil
- Tischübung zu einem kompromittierten Issuer-Schlüssel.
- Triage- und Kommunikationsübung bei missbräuchlichen Relying-Party-Anfragen.
- Entwicklung eines Recovery- und Verbesserungsplans nach einem Wallet-Vorfall.
Arbeitsunterlagen
Die Arbeitsunterlagen enthalten strukturierte Checklisten, Vorlagen und Referenzmodelle für die unmittelbare Weiterarbeit im Projekt. Im Seminar werden insbesondere folgende Artefakte erstellt oder vorbereitet:
- Wallet-Incident-Taxonomie und Readiness-Check
- Triage- und Lagebildvorlage
- Containment- und Trust-Decision-Plan
- Forensik- und Evidenzplan
- Melde- und Kommunikationsmatrix
- Recovery- und Lessons-Learned-Plan
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | CSIRT, SOC, Informationssicherheit, Betrieb, Wallet-, Issuer- und Verifier-Teams, Krisenmanagement, Datenschutz, Recht, Kommunikation, Compliance, Management und technische Dienstleister. |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse von Incident Response, IT-Betrieb und der EUDI-Wallet-Rollen. Vorhandene Notfall- oder Meldeprozesse können eingebracht werden. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, strukturierte Arbeitsaufträge und praktische Übungen |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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