Seminar EUDI Wallet – Gesundheitswesen und sensible Nachweise

Seminar / Training

Das Seminar behandelt den Einsatz der EUDI Wallet für besonders schützenswerte Identitäts-, Berufs-, Versicherungs-, Berechtigungs- und Gesundheitsnachweise. Es verbindet sektorale Rollen, hohe Vertraulichkeit, minimale Offenlegung, Einwilligungs- und Vertretungssituationen, Notfallzugriffe, Interoperabilität, Protokollierung und die Integration in Patientenportale, Leistungserbringer- und Abrechnungssysteme.

Zwei Seminartage sind erforderlich, weil sensible Daten, komplexe Rollen, Vertretung, hohe Sicherheitsanforderungen und sektorale Prozessketten gemeinsam betrachtet werden müssen. Die Dauer ermöglicht den Entwurf eines vollständigen Nachweis- und Integrationsprozesses mit Datenschutz- und Notfallvarianten.

Inhaltsübersicht

  1. Sektorale Rollen und Anwendungsfälle
  2. Sensible Attribute und Datenminimierung
  3. Vertretung, Einwilligung und besondere Situationen
  4. Relying-Party-Prüfung und Fachintegration
  5. Notfallzugriff, Ausfall und Unterstützungswege
  6. Datenschutz, Sicherheit und Nachweisführung
  7. Lernziele und Zielgruppe
  8. Praxisanteil und Arbeitsunterlagen

Lernziele

  • Geeignete Wallet-Nachweise für Gesundheits- und Versicherungsprozesse bestimmen.
  • Sensible Attribute und Metadaten konsequent minimieren.
  • Patienten-, Berufs-, Organisations- und Vertretungsrollen modellieren.
  • Notfall-, Abbruch- und Unterstützungswege sicher gestalten.
  • Eine sektorale Integration mit prüfbarer Datenschutz- und Sicherheitsarchitektur entwerfen.

Zielgruppe

Gesundheitsorganisationen, Krankenversicherungen, Leistungserbringer, öffentliche Gesundheitsstellen, Produktmanagement, Architektur, Datenschutz, Informationssicherheit, IAM, Entwicklung, Compliance und Prozessmanagement.

Voraussetzungen

Kenntnisse eines Gesundheits- oder Versicherungsprozesses. Grundverständnis von Identitäts- und Berechtigungsmanagement ist hilfreich.

Seminarinhalte

1. Sektorale Rollen und Anwendungsfälle

Einordnung von Patientinnen und Patienten, Versicherten, Leistungserbringern, Berufsgruppen, Organisationen, Kostenträgern und Behörden in Wallet-Prozesse.

  1. Schritt 1: Versorgungs- oder Verwaltungsprozess mit Beteiligten und Entscheidungen erfassen.
  2. Schritt 2: Identitäts-, Berufs-, Versicherungs- und Berechtigungsnachweise je Schritt bestimmen.
  3. Schritt 3: Rollenwechsel, Mehrfachrollen und organisationsbezogene Vertretung modellieren.
  4. Schritt 4: Use Cases nach Nutzen, Sensitivität, Reife und Integrationsaufwand priorisieren.

2. Sensible Attribute und Datenminimierung

Reduktion auf erforderliche Aussagen, Vermeidung medizinischer Rückschlüsse und Schutz von Kontext- und Metadaten.

  1. Schritt 1: fachliche Entscheidung von vollständigen Dokumenten und Rohdaten trennen.
  2. Schritt 2: minimal erforderliche Claims, Wertebereiche und abgeleitete Aussagen formulieren.
  3. Schritt 3: Rückschlussmöglichkeiten aus Kombinationen, Häufigkeit, Zeitpunkt und Empfänger analysieren.
  4. Schritt 4: Offenlegungs- und Speicherregeln mit Negativtests absichern.

3. Vertretung, Einwilligung und besondere Situationen

Behandlung gesetzlicher Vertretung, Bevollmächtigung, Betreuung, Minderjährigkeit, Assistenz und situationsbezogener Zustimmung.

  1. Schritt 1: Vertretungsgrund, Umfang, Gültigkeit und Nachweisquelle definieren.
  2. Schritt 2: Vertretungsnachweis und betroffene Person eindeutig an den Vorgang binden.
  3. Schritt 3: Einwilligungs-, Widerrufs- und Informationsprozesse je Rolle gestalten.
  4. Schritt 4: Konflikte, fehlende Nachweise und strittige Vertretung in Eskalationspfade überführen.

4. Relying-Party-Prüfung und Fachintegration

Anforderung, Präsentation, kryptografische und fachliche Validierung sowie Mapping in Portale, Fachsysteme und Abrechnung.

  1. Schritt 1: zulässige Relying-Party-Anfrage mit Zweck, Rolle und Datensatz spezifizieren.
  2. Schritt 2: Verification, Statusprüfung und Vertrauensentscheidung technisch modellieren.
  3. Schritt 3: Claims mit Herkunft und Prüfstatus in fachliche Datenmodelle überführen.
  4. Schritt 4: Dubletten, Namensabweichungen und widersprüchliche Informationen behandeln.

5. Notfallzugriff, Ausfall und Unterstützungswege

Sichere Gestaltung zeitkritischer Situationen, fehlender Geräte, eingeschränkter Nutzbarkeit, Systemausfälle und nachgelagerter Prüfung.

  1. Schritt 1: Notfall- und Ausfallszenarien nach Kritikalität und zulässiger Abweichung klassifizieren.
  2. Schritt 2: alternative Identifizierung und Zugriff mit erhöhten Kontrollen definieren.
  3. Schritt 3: zeitliche Begrenzung, Protokollierung und nachträgliche Kontrolle sicherstellen.
  4. Schritt 4: Notfallprozess in einer Tischübung auf Missbrauch und Versorgungskontinuität prüfen.

6. Datenschutz, Sicherheit und Nachweisführung

Schutzbedarf, Schlüssel- und Zugriffskontrollen, Protokollierung, Aufbewahrung, Betroffenenrechte und sektorale Prüfbereitschaft.

  1. Schritt 1: Daten- und Vertrauensflüsse mit Schutzbedarf und Angriffsflächen erfassen.
  2. Schritt 2: Zugriff, Verschlüsselung, Trennung und Überwachung als Kontrollpaket festlegen.
  3. Schritt 3: notwendige Evidenzen von sensiblen Inhaltsdaten und unnötigen Kopien trennen.
  4. Schritt 4: Datenschutz- und Sicherheitsfreigabe mit Restrisiken und Maßnahmen dokumentieren.

Praxisanteil

  • Modellierung eines Nachweisprozesses für Patient, Leistungserbringer und Kostenträger.
  • Datenminimierungs- und Korrelationsanalyse für sensible Attribute.
  • Entwurf eines Vertretungs- und Notfallverfahrens.

Arbeitsunterlagen

Die Arbeitsunterlagen enthalten strukturierte Checklisten, Vorlagen und Referenzmodelle für die unmittelbare Weiterarbeit im Projekt. Im Seminar werden insbesondere folgende Artefakte erstellt oder vorbereitet:

  • Gesundheits-Use-Case- und Rollenmatrix
  • Sensitive-Data-Minimierungskonzept
  • Vertretungs- und Einwilligungsmodell
  • Gesundheits-Integrationsspezifikation
  • Notfall- und Fallback-Verfahren
  • Sektorales Schutz- und Evidenzkonzept

Fachbereichsleitung und Seminarorganisation

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Gesundheitsorganisationen, Krankenversicherungen, Leistungserbringer, öffentliche Gesundheitsstellen, Produktmanagement, Architektur, Datenschutz, Informationssicherheit, IAM, Entwicklung, Compliance und Prozessmanagement.
Voraussetzungen: Kenntnisse eines Gesundheits- oder Versicherungsprozesses. Grundverständnis von Identitäts- und Berechtigungsmanagement ist hilfreich.
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, strukturierte Arbeitsaufträge und praktische Übungen
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
Basel 2 Tage
Winterthur 2 Tage
Zürich 2 Tage
Stream live 2 Tage
Stream gespeichert 2 Tage
Luzern 2 Tage
Bern 2 Tage
Luzern 2 Tage
Bern 2 Tage
Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
Sankt Gallen 2 Tage
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