Seminar / Training
Das Seminar behandelt den Einsatz der EUDI Wallet für besonders schützenswerte Identitäts-, Berufs-, Versicherungs-, Berechtigungs- und Gesundheitsnachweise. Es verbindet sektorale Rollen, hohe Vertraulichkeit, minimale Offenlegung, Einwilligungs- und Vertretungssituationen, Notfallzugriffe, Interoperabilität, Protokollierung und die Integration in Patientenportale, Leistungserbringer- und Abrechnungssysteme.
Zwei Seminartage sind erforderlich, weil sensible Daten, komplexe Rollen, Vertretung, hohe Sicherheitsanforderungen und sektorale Prozessketten gemeinsam betrachtet werden müssen. Die Dauer ermöglicht den Entwurf eines vollständigen Nachweis- und Integrationsprozesses mit Datenschutz- und Notfallvarianten.
Inhaltsübersicht
- Sektorale Rollen und Anwendungsfälle
- Sensible Attribute und Datenminimierung
- Vertretung, Einwilligung und besondere Situationen
- Relying-Party-Prüfung und Fachintegration
- Notfallzugriff, Ausfall und Unterstützungswege
- Datenschutz, Sicherheit und Nachweisführung
- Lernziele und Zielgruppe
- Praxisanteil und Arbeitsunterlagen
Lernziele
- Geeignete Wallet-Nachweise für Gesundheits- und Versicherungsprozesse bestimmen.
- Sensible Attribute und Metadaten konsequent minimieren.
- Patienten-, Berufs-, Organisations- und Vertretungsrollen modellieren.
- Notfall-, Abbruch- und Unterstützungswege sicher gestalten.
- Eine sektorale Integration mit prüfbarer Datenschutz- und Sicherheitsarchitektur entwerfen.
Zielgruppe
Gesundheitsorganisationen, Krankenversicherungen, Leistungserbringer, öffentliche Gesundheitsstellen, Produktmanagement, Architektur, Datenschutz, Informationssicherheit, IAM, Entwicklung, Compliance und Prozessmanagement.
Voraussetzungen
Kenntnisse eines Gesundheits- oder Versicherungsprozesses. Grundverständnis von Identitäts- und Berechtigungsmanagement ist hilfreich.
Seminarinhalte
1. Sektorale Rollen und Anwendungsfälle
Einordnung von Patientinnen und Patienten, Versicherten, Leistungserbringern, Berufsgruppen, Organisationen, Kostenträgern und Behörden in Wallet-Prozesse.
- Schritt 1: Versorgungs- oder Verwaltungsprozess mit Beteiligten und Entscheidungen erfassen.
- Schritt 2: Identitäts-, Berufs-, Versicherungs- und Berechtigungsnachweise je Schritt bestimmen.
- Schritt 3: Rollenwechsel, Mehrfachrollen und organisationsbezogene Vertretung modellieren.
- Schritt 4: Use Cases nach Nutzen, Sensitivität, Reife und Integrationsaufwand priorisieren.
2. Sensible Attribute und Datenminimierung
Reduktion auf erforderliche Aussagen, Vermeidung medizinischer Rückschlüsse und Schutz von Kontext- und Metadaten.
- Schritt 1: fachliche Entscheidung von vollständigen Dokumenten und Rohdaten trennen.
- Schritt 2: minimal erforderliche Claims, Wertebereiche und abgeleitete Aussagen formulieren.
- Schritt 3: Rückschlussmöglichkeiten aus Kombinationen, Häufigkeit, Zeitpunkt und Empfänger analysieren.
- Schritt 4: Offenlegungs- und Speicherregeln mit Negativtests absichern.
3. Vertretung, Einwilligung und besondere Situationen
Behandlung gesetzlicher Vertretung, Bevollmächtigung, Betreuung, Minderjährigkeit, Assistenz und situationsbezogener Zustimmung.
- Schritt 1: Vertretungsgrund, Umfang, Gültigkeit und Nachweisquelle definieren.
- Schritt 2: Vertretungsnachweis und betroffene Person eindeutig an den Vorgang binden.
- Schritt 3: Einwilligungs-, Widerrufs- und Informationsprozesse je Rolle gestalten.
- Schritt 4: Konflikte, fehlende Nachweise und strittige Vertretung in Eskalationspfade überführen.
4. Relying-Party-Prüfung und Fachintegration
Anforderung, Präsentation, kryptografische und fachliche Validierung sowie Mapping in Portale, Fachsysteme und Abrechnung.
- Schritt 1: zulässige Relying-Party-Anfrage mit Zweck, Rolle und Datensatz spezifizieren.
- Schritt 2: Verification, Statusprüfung und Vertrauensentscheidung technisch modellieren.
- Schritt 3: Claims mit Herkunft und Prüfstatus in fachliche Datenmodelle überführen.
- Schritt 4: Dubletten, Namensabweichungen und widersprüchliche Informationen behandeln.
5. Notfallzugriff, Ausfall und Unterstützungswege
Sichere Gestaltung zeitkritischer Situationen, fehlender Geräte, eingeschränkter Nutzbarkeit, Systemausfälle und nachgelagerter Prüfung.
- Schritt 1: Notfall- und Ausfallszenarien nach Kritikalität und zulässiger Abweichung klassifizieren.
- Schritt 2: alternative Identifizierung und Zugriff mit erhöhten Kontrollen definieren.
- Schritt 3: zeitliche Begrenzung, Protokollierung und nachträgliche Kontrolle sicherstellen.
- Schritt 4: Notfallprozess in einer Tischübung auf Missbrauch und Versorgungskontinuität prüfen.
6. Datenschutz, Sicherheit und Nachweisführung
Schutzbedarf, Schlüssel- und Zugriffskontrollen, Protokollierung, Aufbewahrung, Betroffenenrechte und sektorale Prüfbereitschaft.
- Schritt 1: Daten- und Vertrauensflüsse mit Schutzbedarf und Angriffsflächen erfassen.
- Schritt 2: Zugriff, Verschlüsselung, Trennung und Überwachung als Kontrollpaket festlegen.
- Schritt 3: notwendige Evidenzen von sensiblen Inhaltsdaten und unnötigen Kopien trennen.
- Schritt 4: Datenschutz- und Sicherheitsfreigabe mit Restrisiken und Maßnahmen dokumentieren.
Praxisanteil
- Modellierung eines Nachweisprozesses für Patient, Leistungserbringer und Kostenträger.
- Datenminimierungs- und Korrelationsanalyse für sensible Attribute.
- Entwurf eines Vertretungs- und Notfallverfahrens.
Arbeitsunterlagen
Die Arbeitsunterlagen enthalten strukturierte Checklisten, Vorlagen und Referenzmodelle für die unmittelbare Weiterarbeit im Projekt. Im Seminar werden insbesondere folgende Artefakte erstellt oder vorbereitet:
- Gesundheits-Use-Case- und Rollenmatrix
- Sensitive-Data-Minimierungskonzept
- Vertretungs- und Einwilligungsmodell
- Gesundheits-Integrationsspezifikation
- Notfall- und Fallback-Verfahren
- Sektorales Schutz- und Evidenzkonzept
Fachbereichsleitung und Seminarorganisation
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, 2. Tag: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Gesundheitsorganisationen, Krankenversicherungen, Leistungserbringer, öffentliche Gesundheitsstellen, Produktmanagement, Architektur, Datenschutz, Informationssicherheit, IAM, Entwicklung, Compliance und Prozessmanagement. |
| Voraussetzungen: | Kenntnisse eines Gesundheits- oder Versicherungsprozesses. Grundverständnis von Identitäts- und Berechtigungsmanagement ist hilfreich. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, Fallstudien, strukturierte Arbeitsaufträge und praktische Übungen |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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