Seminarprofil
Die Teilnehmenden lernen, Zertifikate nicht als austauschbare Gütesiegel zu behandeln. Für jede Produktkomponente wird ein geeigneter Assurance-Nachweis ausgewählt und in eine realistische Programm- und Releaseplanung überführt.
Die Veranstaltung verbindet Scheme-Auswahl, Target of Evaluation, Security Target, kryptografische Modulgrenze, sichere Komponenten, Payment-Anforderungen und Nachweispflege. Die viertägige Dauer ist wegen der unterschiedlichen Prüfmodelle und der praktischen Scope-Arbeit notwendig.
Inhaltsverzeichnis
- Seminarprofil
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Fachliche Schwerpunkte
- Zertifizierungslandschaft und Assurance-Nachweise
- Auswahl des geeigneten Zertifizierungsschemas
- Target of Evaluation und Sicherheitsgrenzen
- Common Criteria und Security Target
- FIPS 140-3 und kryptografische Modulvalidierung
- GlobalPlatform-Zertifizierung für Secure Element und TEE
- EMVCo- und PCI-Anforderungen im Wallet-Kontext
- Evidenz, Dokumentation und Traceability
- Vorprüfung, Laborprüfung und Abweichungsmanagement
- Zertifikatsaufrechterhaltung und Change Impact
- Praxisaufgaben
- Einordnung in das Seminarprogramm
Zielgruppe
- Zertifizierungs- und Security-Manager
- Produkt- und Lösungsarchitekten
- PKI-, HSM- und Secure-Element-Teams
- Qualitäts-, Payment- und Compliance-Verantwortliche
Voraussetzungen
Gute Kenntnisse in IT-Sicherheit, Produktarchitektur und Kryptografie. Erfahrung mit Audits oder Prüflaboren ist hilfreich.
Lernziele
- Zertifizierungsschemata nach Gegenstand und Aussagekraft unterscheiden.
- TOE und kryptografische Modulgrenzen belastbar definieren.
- Common-Criteria-, FIPS-, GlobalPlatform-, EMVCo- und PCI-Pfade planen.
- Evidenz, Vorprüfung und Laborzusammenarbeit organisieren.
- Change Impact und Zertifikatsaufrechterhaltung in Releases integrieren.
Fachliche Schwerpunkte
Zertifizierungslandschaft und Assurance-Nachweise
Wallet-Lösungen können regulatorische, kryptografische, Plattform- oder Zahlungszertifizierungen benötigen. Der Baustein trennt Produktzertifikat, Prozessnachweis, Laborprüfung und regulatorische Konformität.
- Produktkomponenten, Märkte und verpflichtende Nachweise erfassen.
- Relevante Zertifizierungs- und Prüfprogramme dem Scope zuordnen.
- Überschneidungen und nicht abgedeckte Risiken transparent machen.
- Eine mehrjährige Zertifizierungs- und Nachweisroadmap erstellen.
Auswahl des geeigneten Zertifizierungsschemas
Nicht jedes Schema prüft dieselben Sicherheitsziele. Die Auswahl berücksichtigt Gegenstand, Angreifermodell, Anerkennung, Zeit, Kosten und Änderungsfrequenz.
- Assurance-Ziele und erwartete Anerkennung festlegen.
- Schema-Scope, Evaluationsmethodik und Zertifikatsgrenzen vergleichen.
- Produktarchitektur und geplante Änderungen gegen Zertifizierbarkeit prüfen.
- Primärschema und ergänzende Prüfungen begründet auswählen.
Target of Evaluation und Sicherheitsgrenzen
Ein falsch gewählter Zertifizierungsgegenstand führt zu teuren Lücken oder unrealistischen Abhängigkeiten. Komponenten, Plattformen und Betriebsumgebung werden präzise abgegrenzt.
- Sicherheitsfunktionen und schützenswerte Assets des Evaluationsgegenstands definieren.
- Externe Komponenten, Plattformdienste und organisatorische Annahmen identifizieren.
- Schnittstellen, Konfigurationen und unterstützte Versionen festlegen.
- Scope mit Bedrohungsmodell, Tests und Produktbetrieb abgleichen.
Common Criteria und Security Target
Common Criteria strukturiert Sicherheitsproblem, Ziele, Funktionen und Assurance-Anforderungen. Der Baustein zeigt, wie ein Security Target produktnah und prüfbar aufgebaut wird.
- TOE, Assets, Bedrohungen, organisatorische Policies und Annahmen beschreiben.
- Security Objectives und Security Functional Requirements ableiten.
- Security Assurance Requirements und Evaluationsaktivitäten planen.
- Konfiguration, Guidance, Schwachstellenanalyse und Zertifikatsgrenzen vorbereiten.
FIPS 140-3 und kryptografische Modulvalidierung
FIPS 140-3 betrachtet das kryptografische Modul, seine Grenzen, Rollen, Schnittstellen, Schlüsselverwaltung und Selbsttests. Produkt und validiertes Modul dürfen nicht gleichgesetzt werden.
- Kryptografische Modulgrenze und Betriebsumgebung definieren.
- Approved Services, Rollen, Authentisierung und Schlüsselzustände dokumentieren.
- Selbsttests, Fehlerzustände, Softwareintegrität und Lebenszyklusnachweise vorbereiten.
- Integration des validierten Moduls und verbleibende Produktrisiken bewerten.
GlobalPlatform-Zertifizierung für Secure Element und TEE
GlobalPlatform-Schemata adressieren sichere Komponenten und deren Konformität. Der Baustein ordnet funktionale Konformität, Sicherheitsbewertung und Integrationsnachweise ein.
- Betroffene Secure-Element-, TEE- oder CSP-Komponenten abgrenzen.
- Spezifikationskonformität und Sicherheitsanforderungen dem Produkt zuordnen.
- Testlabor, Testfälle und benötigte Plattformkonfigurationen planen.
- Zertifizierte Komponenten korrekt integrieren und Zertifikatsgrenzen dokumentieren.
EMVCo- und PCI-Anforderungen im Wallet-Kontext
Payment-Zertifizierung und Sicherheitsstandards adressieren unterschiedliche Teile der Lösung. Der Baustein ordnet Tokenisation, mobile Zahlung, Software-Sicherheit und mobile Akzeptanz ein.
- Anwendungsbereich von EMVCo- und PCI-Programmen für die konkrete Lösung bestimmen.
- Technische Anforderungen den Wallet-, Backend- und Akzeptanzkomponenten zuordnen.
- Prüflabor, Testwerkzeuge, Dokumentation und Vorprüfungen planen.
- Produktänderungen und Zertifikatsaufrechterhaltung in den Lebenszyklus integrieren.
Evidenz, Dokumentation und Traceability
Zertifizierung scheitert selten an einer einzelnen Funktion, sondern häufig an fehlender Nachweisführung. Anforderungen, Architektur, Implementierung und Tests werden lückenlos verbunden.
- Anforderungskatalog und eindeutige Traceability-Struktur aufbauen.
- Architektur-, Design-, Betriebs- und Entwicklungsnachweise versionieren.
- Testfälle, Ergebnisse, Abweichungen und Korrekturen nachvollziehbar verknüpfen.
- Evidenzfreigabe, Vertraulichkeit und Austausch mit Prüflaboren steuern.
Vorprüfung, Laborprüfung und Abweichungsmanagement
Vorprüfungen reduzieren teure Schleifen im formalen Verfahren. Negative Tests, Konfigurationskontrolle und reproduzierbare Testumgebungen stehen im Mittelpunkt.
- Testplan aus Anforderungen und Evaluationsmethodik ableiten.
- Produkte, Builds, Geräte und Konfigurationen eindeutig identifizieren.
- Vorprüfungen und Gap-Analysen vor der Laborübergabe durchführen.
- Befunde, Abweichungen und Nachtests kontrolliert schließen.
Zertifikatsaufrechterhaltung und Change Impact
Nach der Erstzertifizierung müssen Produktänderungen, Plattformupdates und Schwachstellen hinsichtlich ihrer Zertifizierungswirkung bewertet werden.
- Änderungsklassen und Schwellenwerte für Re-Evaluation definieren.
- Security Impact Analysis in das Change- und Release-Management integrieren.
- Regressionstests und Evidenzupdates automatisieren.
- Zertifikatsstatus, Auflagen, Ablauf und Nachfolgeversionen überwachen.
Praxisaufgaben
- Scheme-Mapping für App, Backend, HSM, Secure Element und Payment-Funktion.
- Scope- und TOE-Workshop für eine beispielhafte Wallet-Lösung.
- Gap-Analyse eines fiktiven Security- und Evidenzpakets.
- Mehrjahresroadmap mit Vorprüfung, Labor, Release und Maintenance.
Einordnung in das Seminarprogramm
Das Einzelseminar kann eigenständig besucht oder in einen Rollenpfad für Architektur, Entwicklung, Betrieb, Recovery, Testing oder Zertifizierung eingeordnet werden. Die Herstellerseite ordnet alle Angebote nach Einstieg, technischer Vertiefung und Assurance.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 4 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.396 zzgl. MwSt. Inhaus: € 6.800 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Zertifizierung, Security Management, Architektur, PKI, HSM, Secure Element, Payment und Compliance |
| Voraussetzungen: | Gute IT-Sicherheits-, Architektur- und Kryptografiekenntnisse |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System, Fallstudien und moderierte Architekturarbeit |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
