Seminar keySTREAM – PKI und Zertifikatsmanagement

Seminar / Training

Aufbau und Betrieb einer geräteorientierten PKI mit Vertrauensketten, Zertifikatsprofilen, geschützten Schlüsseln, Rotation und Notfallverfahren.

Die Inhalte verbinden Architekturentscheidungen, nachvollziehbare Konfiguration und praktische Übungen. Jeder Arbeitsschritt wird zunächst an einer Referenzumgebung vorbereitet, anschließend kontrolliert ausgeführt und zuletzt mit einem Soll-Ist-Vergleich geprüft.

Inhaltsübersicht

  1. Plattformauftrag und Sicherheitsziele
  2. PKI-Architektur, Zertifizierungsstellen und Vertrauensketten
  3. Hardware Root of Trust und Vertrauensanker
  4. Eindeutige Geräteidentitäten und Vertrauensbeziehungen
  5. Credential Bootstrap und Erstaktivierung
  6. Zertifikatslebenszyklus und Erneuerung
  7. PKI-Betrieb, Schlüsselverwaltung und Notfallmaßnahmen
  8. Sichere API-Authentisierung und Geheimnisverwaltung
  9. Monitoring, Schwellenwerte und Kapazitätsbeobachtung
  10. Ereignisbewertung und Security Incident Response

Zielsetzung

Nach dem Seminar können PKI-Architekturen entworfen, Zertifikatslebenszyklen automatisierbar geplant, Laufzeiten überwacht und Kompromittierungsfälle kontrolliert bearbeitet werden.

Zielgruppe

PKI- und Security-Fachkräfte, Plattformadministratoren, IoT-Architekten, Embedded-Entwickler, Compliance- und Operations-Teams.

Voraussetzungen

Grundkenntnisse in asymmetrischer Kryptografie, X.509-Zertifikaten, TLS und Schlüsselverwaltung.

Seminarinhalte

1. Plattformauftrag und Sicherheitsziele

Zu Beginn wird der fachliche Auftrag in überprüfbare Sicherheits- und Betriebsziele übersetzt.

  1. Schritt 1: Geschäftsprozess, Gerätetypen, Kommunikationswege und Schutzbedarf vollständig erfassen.
  2. Schritt 2: Vertrauensgrenzen zwischen Fertigung, Gerät, Plattform, Cloud-Dienst und Betreiber kennzeichnen.
  3. Schritt 3: Sicherheitsziele für Identität, Integrität, Vertraulichkeit, Autorisierung und Aktualisierbarkeit priorisieren.
  4. Schritt 4: Messbare Abnahmekriterien sowie Zuständigkeiten für Einführung und Regelbetrieb festlegen.

2. PKI-Architektur, Zertifizierungsstellen und Vertrauensketten

Die Public-Key-Infrastruktur wird an Geräteklassen, Betriebsdauer und organisatorische Zuständigkeiten angepasst.

  1. Schritt 1: Vertrauensdomänen, Root- und Zwischeninstanzen sowie zulässige Zertifikatsketten festlegen.
  2. Schritt 2: Zertifikatsprofile für Geräte, Dienste, Signatur und gegenseitige Authentisierung definieren.
  3. Schritt 3: Schlüsselaufbewahrung, Freigaben und Trennung kritischer Rollen in das Betriebsmodell integrieren.
  4. Schritt 4: Kettenprüfung, Laufzeiten und Fehlerfälle mit repräsentativen Testzertifikaten validieren.

3. Hardware Root of Trust und Vertrauensanker

Der Vertrauensanker bestimmt, wie sicher Identität, Schlüssel und kryptografische Operationen auf dem Gerät geschützt sind.

  1. Schritt 1: Angriffsmodell, physische Exposition und erforderliches Schutzniveau je Geräteklasse bestimmen.
  2. Schritt 2: Secure-Element-, integrierte und softwarebasierte Optionen nach Schlüsselschutz, Kosten und Integrationsaufwand vergleichen.
  3. Schritt 3: Schlüsselentstehung, Speicherung, Nutzung und Sperrung als geschlossene Vertrauenskette modellieren.
  4. Schritt 4: Fehlerfälle wie Austausch, Manipulation und Verlust des Vertrauensankers mit Wiederanlaufverfahren absichern.

4. Eindeutige Geräteidentitäten und Vertrauensbeziehungen

Eine eindeutige, nicht beliebig kopierbare Identität bildet den Ausgangspunkt für jede sichere Gerätekommunikation.

  1. Schritt 1: Identitätsarten für Gerät, Produkt, Mandant, Anwendung und Betreiber voneinander abgrenzen.
  2. Schritt 2: Eindeutigkeit, Herkunft und Bindung einer Geräteidentität an den Vertrauensanker überprüfen.
  3. Schritt 3: Identität mit Geräteprofil, Eigentümer, Betriebsstatus und zulässigen Diensten verknüpfen.
  4. Schritt 4: Duplikate, ungültige Zuordnungen und kompromittierte Identitäten erkennen und kontrolliert behandeln.

5. Credential Bootstrap und Erstaktivierung

Der Bootstrap-Prozess stellt sicher, dass ein Gerät erstmals vertrauenswürdig in die vorgesehene Umgebung aufgenommen wird.

  1. Schritt 1: Ausgangszustand des Geräts und bereits vorhandene Herstellungsinformationen eindeutig feststellen.
  2. Schritt 2: Erstidentität, Aktivierungsberechtigung und Zielmandant nach einem freigegebenen Verfahren zuordnen.
  3. Schritt 3: Erste geschützte Verbindung aufbauen und die Identität gegen den erwarteten Vertrauensanker prüfen.
  4. Schritt 4: Bootstrap-Berechtigungen nach erfolgreicher Aktivierung einschränken und den Vorgang revisionsfähig protokollieren.

6. Zertifikatslebenszyklus und Erneuerung

Zertifikate werden über ihre gesamte Laufzeit überwacht, rechtzeitig erneuert und bei Bedarf zuverlässig gesperrt.

  1. Schritt 1: Ausstellung, Aktivierung, Nutzung, Erneuerung, Rotation, Sperrung und Ablauf als Zustände modellieren.
  2. Schritt 2: Vorlaufzeiten und Automatisierungsfenster an Geräteerreichbarkeit und Betriebsrisiko anpassen.
  3. Schritt 3: Erneuerungen zunächst an Test- und Pilotgeräten durchführen und die vollständige Kette nachprüfen.
  4. Schritt 4: Ausnahmen wie lange Offline-Zeiten, falsche Uhrzeit und abgelaufene Zwischenzertifikate kontrolliert behandeln.

7. PKI-Betrieb, Schlüsselverwaltung und Notfallmaßnahmen

Der sichere Dauerbetrieb benötigt getrennte Verantwortlichkeiten, regelmäßige Kontrollen und vorbereitete Notfallverfahren.

  1. Schritt 1: Schlüsselklassen, Aufbewahrungsorte, Sicherungen und zulässige kryptografische Operationen dokumentieren.
  2. Schritt 2: Wiederkehrende Prüfungen für Laufzeiten, Ketten, Sperrstatus und ungewöhnliche Ausstellungsereignisse planen.
  3. Schritt 3: Kompromittierung, fehlerhafte Ausstellung und Verlust eines Schlüssels in einem Notfallablauf durchspielen.
  4. Schritt 4: Nachweise, Entscheidungen und technische Maßnahmen für Audit und Ursachenanalyse zusammenführen.

8. Sichere API-Authentisierung und Geheimnisverwaltung

Technische Zugänge werden so betrieben, dass Schlüssel, Token und Berechtigungen nicht zu dauerhaften Schwachstellen werden.

  1. Schritt 1: Technische Identitäten nach Anwendung, Umgebung und Zweck trennen.
  2. Schritt 2: Geheimnisse außerhalb von Quellcode und Konfigurationsarchiven geschützt ablegen.
  3. Schritt 3: Rotation, Ablauf, Sperrung und Notfallersatz mit möglichst kurzen Unterbrechungen erproben.
  4. Schritt 4: Zugriffe, Fehlversuche und ungewöhnliche Nutzungsmuster überwachen und regelmäßig rezertifizieren.

9. Monitoring, Schwellenwerte und Kapazitätsbeobachtung

Monitoring verbindet Plattformzustand, Integrationen und Geräteflotte zu einem aussagekräftigen Lagebild.

  1. Schritt 1: Verfügbarkeit, Fehlerquote, Antwortzeit, Warteschlangen, Zertifikatslaufzeit und Flottenstatus als Kernkennzahlen definieren.
  2. Schritt 2: Normalbereiche und Schwellen nach Umgebung, Produktlinie und Betriebszeitraum differenzieren.
  3. Schritt 3: Alarmierung mit klarer Priorität, Eigentümer und erster Diagnosehandlung versehen.
  4. Schritt 4: Trends und wiederkehrende Grenzverletzungen für Kapazitäts- und Verbesserungsmaßnahmen auswerten.

10. Ereignisbewertung und Security Incident Response

Technische Signale werden nach Risiko bewertet und mit vorbereiteten Maßnahmen verknüpft.

  1. Schritt 1: Ereignisse nach Vertrauensverlust, Ausbreitungsgefahr, Betriebswirkung und Beweislage klassifizieren.
  2. Schritt 2: Betroffene Geräte, Profile, Zertifikate, Firmwarestände und Cloud-Ziele eingrenzen.
  3. Schritt 3: Eindämmung durch Sperrung, Richtlinienänderung, Credential-Rotation oder Update durchführen.
  4. Schritt 4: Ursache, Wirksamkeit und Wiederanlauf dokumentieren und die Erkennungsregeln anschließend verbessern.

Praxisübungen

  • PKI-Hierarchie und Zertifikatsprofile für mehrere Geräteklassen entwerfen.
  • Bootstrap und erste Zertifikatsausstellung als Zustandskette modellieren.
  • Automatisierte Erneuerung mit Pilot- und Offline-Fall planen.
  • Laufzeit- und Kettenmonitoring mit Alarmgrenzen definieren.
  • Kompromittierungsfall mit Sperrung, Rotation und Wiederaufnahme durchspielen.
  • Nachweispaket aus Konfiguration, Freigabe und Betriebsprotokoll erstellen.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: PKI, Security, Plattformadministration, IoT-Architektur und Operations
Voraussetzungen: Grundwissen zu asymmetrischer Kryptografie, X.509, TLS und Schlüsseln
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Konfiguration, praktische Übungen am System, Fallstudien
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Zürich 3 Tage
Stream live 3 Tage
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Luzern 3 Tage
Bern 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Sankt Gallen 3 Tage
Basel 3 Tage
Winterthur 3 Tage
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