Gute Gestaltung macht Beziehungen schneller erfassbar, ohne den Graphen mit Dekoration zu überladen. Entscheidend sind eine kleine Zahl konsistenter visueller Variablen, klare Prioritäten und ein vorhersehbares Verhalten in unterschiedlichen Ausgabeformaten.
Das Seminar entwickelt ein wiederverwendbares Style-System und prüft es an Prozess-, Architektur- und Netzwerkbeispielen.
Inhaltsverzeichnis
- Seminarprofil und Zielsetzung
- Zielgruppe
- Voraussetzungen
- Lernziele
- Seminarinhalte
- Praxisübungen und Qualitätskontrollen
- Arbeitsweise im Seminar
Seminarprofil und Zielsetzung
Zweitägige Gestaltungsschulung für konsistente und lesbare Graphviz-Diagramme. Behandelt werden Graph-, Knoten-, Kanten- und Clusterattribute, Farbsysteme, Formen, Pfeilspitzen, Linien, Typografie, Abstände, Standardstile, visuelle Hierarchie, Legenden, Druck- und Webprofile sowie barrierearme Gestaltung und Qualitätskontrollen.
Zielgruppe
- Graphviz-Anwender und technische Autoren
- Software- und Datenarchitekten
- Entwickler von Diagrammgeneratoren
- Dokumentations- und UX-Verantwortliche
Voraussetzungen
Grundkenntnisse der DOT-Sprache für Knoten, Kanten und Attribute.
Lernziele
- Attribute nach Objektart, Engine und Ausgabeformat korrekt einsetzen.
- Farben, Formen und Linien mit einer klaren semantischen Bedeutung verbinden.
- Typografie und Abstände für Lesbarkeit und stabile Geometrie abstimmen.
- Wiederverwendbare Standardstile und Legenden aufbauen.
- Diagramme für Bildschirm, Druck und barrierearme Nutzung prüfen.
Seminarinhalte
Kapitelinhaltsverzeichnis
- Gestaltungsziel und visuelle Hierarchie
- Graph- und Clusterattribute
- Knotenformen und Zustandsdarstellung
- Kanten, Pfeilspitzen und Linien
- Farbsysteme und Kontrast
- Typografie und Beschriftung
- Abstände, Dichte und Seitenverhältnis
- Style-System, Legende und Qualitätscheck
1. Gestaltungsziel und visuelle Hierarchie
Vor der Attributwahl werden Aussage, Lesereihenfolge und Wichtigkeitsstufen festgelegt. Primäre Elemente müssen dominieren, während technische Hilfsinformationen bewusst zurücktreten.
Schritt-für-Schritt
- Zielgruppe und Lesesituation bestimmen.
- Primäre, sekundäre und ergänzende Informationen markieren.
- Maximale Zahl visueller Kategorien festlegen.
- Gestaltungsregeln als kleine Designvereinbarung notieren.
- Referenzdiagramm ohne Styling als Ausgangspunkt sichern.
2. Graph- und Clusterattribute
Graphattribute steuern Hintergrund, Richtung, Abstände, Splines und globale Beschriftung. Clusterattribute ergänzen Rahmen, Füllung, Ränder und Labelposition, sollten aber die Knoten nicht überstrahlen.
Schritt-für-Schritt
- Hintergrund und Randabstände festlegen.
- Layout-Richtung und Kantenführung an den Inhalt anpassen.
- Clusterrahmen und Füllung zurückhaltend definieren.
- Labelposition und Schrift konsistent setzen.
- Wirkung in SVG und Druckausgabe vergleichen.
3. Knotenformen und Zustandsdarstellung
Formen können Elementtypen kennzeichnen, eignen sich aber nur für wenige robuste Kategorien. Füllung, Rahmen und Linienbreite bilden zusätzliche Zustände wie aktiv, geplant oder fehlerhaft ab.
Schritt-für-Schritt
- Elementtypen und Zustände getrennt erfassen.
- Eine kleine Formmenge für Elementtypen auswählen.
- Zustände über Füllung oder Rahmen codieren.
- Mindestgrößen und Innenabstand prüfen.
- Darstellung ohne Farbe auf Unterscheidbarkeit testen.
4. Kanten, Pfeilspitzen und Linien
Kanten zeigen Richtung und Beziehungstyp. Pfeilform, Linienart, Breite und Farbe werden sparsam eingesetzt, damit Verbindungen auch bei Kreuzungen und Verkleinerung erkennbar bleiben.
Schritt-für-Schritt
- Beziehungstypen und Richtung festlegen.
- Pfeilspitzen für wenige semantische Fälle auswählen.
- Linienart und Breite für Haupt- und Nebenbeziehungen definieren.
- Kantenlabels kurz und positionsstabil formulieren.
- Mehrfachkanten und Rückkanten im Referenzdiagramm prüfen.
5. Farbsysteme und Kontrast
Farben benötigen eine dokumentierte Bedeutung und ausreichenden Kontrast. Farbpaletten werden für helle und dunkle Hintergründe sowie für Schwarz-Weiß-Ausgabe überprüft.
Schritt-für-Schritt
- Semantische Kategorien und Zustände priorisieren.
- Begrenzte Palette mit neutralen Grundfarben auswählen.
- Text-, Rahmen- und Füllkontrast prüfen.
- Darstellung in Graustufen und bei Farbfehlsichtigkeit simulieren.
- Farbbedeutung in einer Legende dokumentieren.
6. Typografie und Beschriftung
Schriftfamilie, Größe, Gewicht und Zeilenumbruch beeinflussen sowohl Lesbarkeit als auch Knotengeometrie. Ein definierter Schriftbestand verhindert unerwartete Fallbacks und Layoutverschiebungen.
Schritt-für-Schritt
- Verfügbare und freigegebene Schriftfamilie festlegen.
- Größen für Titel, Knoten und Kantenlabels abstufen.
- Mehrzeilige Labels bewusst umbrechen.
- Umlaute, Sonderzeichen und lange Begriffe testen.
- Schriftfallback auf allen Zielsystemen prüfen.
7. Abstände, Dichte und Seitenverhältnis
nodesep, ranksep, margin, ratio und Knotengröße bestimmen die Dichte. Optimierung erfolgt vom globalen Layout zu lokalen Ausnahmen und nicht durch zufälliges Verschieben einzelner Elemente.
Schritt-für-Schritt
- Zielmedium und verfügbares Seitenverhältnis bestimmen.
- Globale Knoten- und Rangabstände variieren.
- Innenabstand und Mindestgröße der Knoten prüfen.
- Überlange Kanten und große Leerflächen analysieren.
- Freigegebenes Profil als benannte Style-Variante sichern.
8. Style-System, Legende und Qualitätscheck
Wiederverwendbare Styles werden zentral gepflegt und von Generatoren oder DOT-Vorlagen angewendet. Eine automatisch aus denselben Definitionen erzeugte Legende verhindert Abweichungen.
Schritt-für-Schritt
- Standardattribute für Graph, Knoten und Kanten bündeln.
- Benannte semantische Style-Klassen in der Generatorlogik definieren.
- Legende aus den Style-Definitionen erzeugen.
- Bildschirm-, Druck- und Webprofil rendern.
- Lesbarkeit, Kontrast, Konsistenz und Dateigröße mit Checkliste prüfen.
Praxisübungen und Qualitätskontrollen
- Ein ungestaltetes Diagramm nach einer definierten visuellen Hierarchie überarbeiten.
- Ein semantisches Farb- und Formsystem mit Legende entwickeln.
- Typografie und Abstände für Bildschirm- und Druckausgabe abstimmen.
- Eine wiederverwendbare Style-Vorlage mit barrierearmen Prüfpunkten erstellen.
Arbeitsweise im Seminar
Gestaltungsanalysen, direkte Attributvergleiche, DOT-Labore, Kontrast- und Ausgabeprüfungen sowie Aufbau eines wiederverwendbaren Style-Systems.
Fachbereichsleitung / Leitung der Trainer / Ansprechpartner
-

Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Graphviz-Anwender, technische Autoren, Architekten, Entwickler und Dokumentationsverantwortliche |
| Voraussetzungen: | Grundkenntnisse der DOT-Sprache für Knoten, Kanten und Attribute. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
Die Ergebnissliste kann durch Anklicken der Überschrift neu sortiert werden.
