Seminar PikeOS Intensivseminar Plattformintegration und Virtualisierung

Dieses Intensivseminar vermittelt die vollständige Plattformintegration von Board-Bring-up und Treibern über heterogene SoCs bis zu Hardwarevirtualisierung, Multi-Core-Optimierung und Migration. Die Inhalte sind auf technische Umsetzbarkeit, nachvollziehbare Konfiguration und einen kontrollierten Betrieb ausgerichtet. Theorie, Demonstrationen und Laboraufgaben greifen unmittelbar ineinander.

Jeder Arbeitsschritt beginnt mit einer fachlichen Entscheidung, wird anschließend in CODEO oder am Zielsystem umgesetzt und endet mit einer prüfbaren Kontrolle. Dadurch entsteht kein reines Produktwissen, sondern ein belastbarer Arbeitsablauf für Entwicklung, Integration, Prüfung und Betrieb.

Inhaltsübersicht

  1. Board-Analyse und Integrationsplanung
  2. Bootkette und frühe Systeminitialisierung
  3. Speicher, Interrupts, Timer und Taktquellen
  4. Mehrkernstart und Plattformtopologie
  5. Treiberarchitektur und Gerätelebenszyklus
  6. Treiberentwicklung mit ExtFP
  7. Treiberentwicklung mit KDEV
  8. Platform Support Package und Systemintegration
  9. DMA, Caches und leistungsrelevante I/O-Pfade
  10. Hardwarevirtualisierung und CPU-Unterstützung
  11. VirtIO-Grundlagen und Gerätepfade
  12. Linux-Image und Bootkette
  13. MPU-basierte Isolation in heterogenen SoCs
  14. Kommunikation in heterogenen Systemen
  15. Multi-Core-Architektur und Ressourcentopologie
  16. Interferenzquellen und Störlasten
  17. Cache Coloring und Bandbreitensteuerung
  18. Systematische Optimierung
  19. Kontrollierte technische Migration
  20. BSP-Validierung und Freigabepaket

Zielgruppe

BSP- und Treiberentwickler, Plattformintegratoren, Virtualisierungsspezialisten, SoC-Architekten und technische Performance-Verantwortliche.

Voraussetzungen

Sehr gute C-Kenntnisse, Erfahrung mit Embedded-Hardware, Bootvorgängen, Interrupts und Speicherarchitektur sowie PikeOS-Grundlagen.

Lernziele

  • Neue Hardware mit einer kontrollierten BSP- und Bring-up-Strategie integrieren.
  • Treiber mit geeigneten PikeOS-Mechanismen entwickeln und freigabefähig prüfen.
  • MPU-, Multi-Core- und Hardwarevirtualisierungsfunktionen zielgerichtet konfigurieren.
  • VirtIO- und Linux-Gastpfade hinsichtlich Leistung und Isolation bewerten.
  • Plattformänderungen und Versionswechsel mit reproduzierbarer Regression durchführen.

Abgedeckte Themenfelder

  • PikeOS Board Support Packages und Hardwareintegration
  • PikeOS Echtzeit, Scheduling und Zeitpartitionierung
  • PikeOS for MPU und heterogene SoCs
  • PikeOS Hardwarevirtualisierung und VirtIO
  • PikeOS Linux als Gastbetriebssystem
  • PikeOS Migration und Versionswechsel
  • PikeOS Multi-Core und Interferenzmanagement
  • PikeOS Performanceanalyse und Optimierung
  • PikeOS Treiberentwicklung mit ExtFP, KDEV und PSP

Seminarinhalte

Board-Analyse und Integrationsplanung

  1. Schritt 1: Prozessor, Speicher, Interruptcontroller, Timer, Konsolen und Bootmedien vollständig erfassen.
  2. Schritt 2: Datenblätter, Schaltplaninformationen und vorhandene Firmwarestände konsolidieren.
  3. Schritt 3: Unterstützte und neu zu integrierende Hardwareblöcke voneinander trennen.
  4. Schritt 4: Bring-up-Reihenfolge mit messbaren Zwischenzielen und Rückfallpunkten planen.

Bootkette und frühe Systeminitialisierung

  1. Schritt 1: Reset, Boot-ROM, Firmware, Loader und PikeOS-Start logisch nachzeichnen.
  2. Schritt 2: Speicherabbild, Übergabeparameter und Startadressen konsistent festlegen.
  3. Schritt 3: Frühe Konsolenausgaben und minimale Diagnosepunkte aktivieren.
  4. Schritt 4: Bootstillstände durch binäre Eingrenzung des zuletzt erreichten Zustands untersuchen.

Speicher, Interrupts, Timer und Taktquellen

  1. Schritt 1: Physische Speicherbereiche und reservierte Fenster korrekt abbilden.
  2. Schritt 2: Interruptnummern, Triggerarten, Prioritäten und Affinitäten konfigurieren.
  3. Schritt 3: Timer- und Taktquellen auf Frequenz, Stabilität und Synchronisation prüfen.
  4. Schritt 4: Fehlerhafte Zuordnungen durch gezielte Lese-, Schreib- und Interrupttests erkennen.

Mehrkernstart und Plattformtopologie

  1. Schritt 1: Kernanzahl, Cluster, lokale Ressourcen und gemeinsame Infrastruktur erfassen.
  2. Schritt 2: Sekundärkerne kontrolliert starten und Zustände beobachten.
  3. Schritt 3: Interrupt- und Speicherzuordnung pro Kern auf Konsistenz prüfen.
  4. Schritt 4: Grundlegende Parallel- und Störlasttests für die Plattformbaseline ausführen.

Treiberarchitektur und Gerätelebenszyklus

  1. Schritt 1: Gerätefunktion, Register, Interrupts, DMA und Fehlerzustände analysieren.
  2. Schritt 2: Initialisierung, Normalbetrieb, Stopp und Wiederanlauf als Zustandsmodell formulieren.
  3. Schritt 3: Treibergrenzen und Ausführungsort nach Kritikalität und Zugriffsschutz festlegen.
  4. Schritt 4: Testpunkte und Diagnoseinformationen vor der Implementierung definieren.

Treiberentwicklung mit ExtFP

  1. Schritt 1: ExtFP-Projekt und notwendige Systemressourcen vorbereiten.
  2. Schritt 2: Registerzugriffe, Interruptbehandlung und Synchronisation kontrolliert implementieren.
  3. Schritt 3: Fehler- und Timeoutpfade ohne ungebundene Wartezeiten ausführen.
  4. Schritt 4: Treiber schrittweise mit simulierten und realen Geräteereignissen prüfen.

Treiberentwicklung mit KDEV

  1. Schritt 1: KDEV-Komponenten, Schnittstellen und Buildintegration einordnen.
  2. Schritt 2: Gerätezugriff und Interruptpfad mit minimalen Berechtigungen aufsetzen.
  3. Schritt 3: Datenübertragung, Nebenläufigkeit und Rückgabewerte robust implementieren.
  4. Schritt 4: Diagnose und Belastungstest in die Treiberstruktur integrieren.

Platform Support Package und Systemintegration

  1. Schritt 1: Treiber, Gerätebeschreibung und Plattformkonfiguration konsistent zusammenführen.
  2. Schritt 2: Ressourcen aus dem PSP den vorgesehenen Partitionen bereitstellen.
  3. Schritt 3: Abhängigkeiten zur Bootkette und zu anderen Plattformdiensten prüfen.
  4. Schritt 4: Änderungen am PSP mit einer klaren Kompatibilitäts- und Regressionseinschätzung versehen.

DMA, Caches und leistungsrelevante I/O-Pfade

  1. Schritt 1: Pufferbesitz, physische Adressen und Cachekohärenz eindeutig festlegen.
  2. Schritt 2: DMA-Deskriptoren und Abschlussereignisse gegen Überlauf und Rennen absichern.
  3. Schritt 3: Datenintegrität unter Last und bei Abbruchbedingungen prüfen.
  4. Schritt 4: Latenz und Durchsatz messen, ohne Schutzgrenzen aufzuweichen.

Hardwarevirtualisierung und CPU-Unterstützung

  1. Schritt 1: Virtualisierungsfunktionen der Ziel-CPU und ihre Grenzen erfassen.
  2. Schritt 2: Gastmodus, Speicherübersetzung, Interruptvirtualisierung und Gerätezugriff einordnen.
  3. Schritt 3: Direkte Zuweisung und virtualisierte Geräte nach Risiko und Leistung auswählen.
  4. Schritt 4: Eine Gastpartition mit minimal notwendigen Ressourcen entwerfen.

VirtIO-Grundlagen und Gerätepfade

  1. Schritt 1: Front-End, Back-End, Queues und Benachrichtigungswege nachvollziehen.
  2. Schritt 2: VirtIO-Geräte nach Funktionsbedarf und Isolationsziel auswählen.
  3. Schritt 3: Queue-Größen, Puffer und Interruptverhalten unter Last untersuchen.
  4. Schritt 4: Fehler im Gast, im Back-End und in der Verbindung getrennt diagnostizieren.

Linux-Image und Bootkette

  1. Schritt 1: Kernel, Device Tree, Root-Dateisystem und Startparameter zusammenstellen.
  2. Schritt 2: Image-Größe, Treiber und Dienste auf den notwendigen Umfang begrenzen.
  3. Schritt 3: Virtuelle Konsole und frühe Bootdiagnose aktivieren.
  4. Schritt 4: Bootfehler entlang einer festen Prüfreihenfolge eingrenzen.

MPU-basierte Isolation in heterogenen SoCs

  1. Schritt 1: MPU-basierte Schutzmechanismen von MMU-basierter Virtualisierung abgrenzen.
  2. Schritt 2: Unterschiedliche Rechenkerne und lokale Speicher in ein Gesamtsystem einordnen.
  3. Schritt 3: Schutzregionen, Ausführungsorte und Kommunikationsgrenzen definieren.
  4. Schritt 4: Geeignete Aufgaben für Mikrocontroller- und Applikationskerne zuordnen.

Kommunikation in heterogenen Systemen

  1. Schritt 1: Nachrichtenpfade über Kerne, Speicherbereiche und Interrupts beschreiben.
  2. Schritt 2: Pufferbesitz, Cachebehandlung und Synchronisation eindeutig festlegen.
  3. Schritt 3: Timeouts und Wiederanlauf bei ausfallenden Teilsystemen implementieren.
  4. Schritt 4: Datenintegrität und zeitliches Verhalten unter Last prüfen.

Multi-Core-Architektur und Ressourcentopologie

  1. Schritt 1: Kerne, Cluster, Caches, Speichercontroller und I/O-Ressourcen kartieren.
  2. Schritt 2: Partitionen und Threads nach Kritikalität, Last und Datenlokalität zuordnen.
  3. Schritt 3: Gemeinsam genutzte Ressourcen und mögliche Interferenzpfade identifizieren.
  4. Schritt 4: Eine messbare Hypothese für zulässige Störbeeinflussung formulieren.

Interferenzquellen und Störlasten

  1. Schritt 1: CPU-, Cache-, Speicher-, Bus- und I/O-Interferenz getrennt charakterisieren.
  2. Schritt 2: Gezielte Störlasten mit kontrollierter Intensität erzeugen.
  3. Schritt 3: Auswirkungen auf Latenz, Jitter und Durchsatz kritischer Aufgaben messen.
  4. Schritt 4: Messrauschen von reproduzierbarer Kopplung unterscheiden.

Cache Coloring und Bandbreitensteuerung

  1. Schritt 1: Cacheaufbau und Zuordnung physischer Seiten nachvollziehen.
  2. Schritt 2: Cache Coloring nach Schutz- und Leistungsvorgaben planen.
  3. Schritt 3: Bandbreitenbegrenzungen für gemeinsam genutzte Ressourcen konfigurieren.
  4. Schritt 4: Wirkung und Nebenwirkungen mit identischen Lastprofilen vergleichen.

Systematische Optimierung

  1. Schritt 1: Engpass anhand von Messdaten statt Vermutung priorisieren.
  2. Schritt 2: Eine Änderung mit erwarteter Wirkung und Rückfalloption planen.
  3. Schritt 3: Nachmessung unter identischen Bedingungen durchführen.
  4. Schritt 4: Verbesserung, Nebenwirkung und verbleibende Reserve dokumentieren.

Kontrollierte technische Migration

  1. Schritt 1: Neue Werkzeugumgebung getrennt und reproduzierbar aufsetzen.
  2. Schritt 2: Systemkonfiguration schrittweise übertragen und nach jedem Paket bauen.
  3. Schritt 3: Anwendungen, Treiber und Gäste in einer festgelegten Reihenfolge integrieren.
  4. Schritt 4: Abweichungen sofort dokumentieren und nicht durch parallele Änderungen verdecken.

BSP-Validierung und Freigabepaket

  1. Schritt 1: Start-, Speicher-, Timer-, Interrupt- und Geräteprüfungen als Testkatalog strukturieren.
  2. Schritt 2: Fehlerfälle und Grenzwerte mit erwarteten Ergebnissen dokumentieren.
  3. Schritt 3: Build- und Hardwarestände eindeutig mit Prüfergebnissen verknüpfen.
  4. Schritt 4: Freigabepaket aus Quellstand, Konfiguration, bekannten Einschränkungen und Tests erstellen.

Praxisübungen

  • Bring-up-Plan und minimale BSP-Baseline für ein Beispielboard erstellen.
  • Interruptgesteuerten Treiber mit Fehler- und Belastungstests integrieren.
  • VirtIO-Gastpfad aufbauen und gegenüber direktem Gerätezugriff messen.
  • Störlasten auf Multi-Core- und Speicherressourcen erzeugen und Begrenzung konfigurieren.
  • Änderungs- oder Migrationsstand mit vollständiger Plattformregression freigeben.

Arbeitsweise

Kurze Fachblöcke werden unmittelbar durch Demonstrationen und geführte Übungen ergänzt. Konfigurationen, Quelltexte, Prüfprotokolle und Checklisten werden in einer konsistenten Laborumgebung geführt. Fehlerbilder werden nicht nur behoben, sondern systematisch eingegrenzt und dokumentiert.

Fachbereichsleitung und Trainerteam

Seminardetails

   
Dauer: 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: BSP- und Treiberentwickler, Plattformintegratoren, Virtualisierungsspezialisten, SoC-Architekten und technische Performance-Verantwortliche
Voraussetzungen: Sehr gute C-Kenntnisse, Erfahrung mit Embedded-Hardware, Bootvorgängen, Interrupts und Speicherarchitektur sowie PikeOS-Grundlagen
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Sankt Gallen 5 Tage
Basel 5 Tage
Winterthur 5 Tage
Zürich 5 Tage
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Luzern 5 Tage
Bern 5 Tage
Inhaus / Firmenseminar 5 Tage
Inhaus / Firmenseminar 5 Tage
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