Seminar Web-Reconnaissance, WAF-Erkennung und Content Discovery

Vor einem Webanwendungs-Scan muss bekannt sein, welche Hosts, Technologien, Schutzsysteme, Pfade und alternativen Oberflächen tatsächlich zum Ziel gehören. Ungeprüfte Annahmen führen zu falschen Scanprofilen, unnötigem Rauschen oder fehlenden Bereichen. Reconnaissance schafft die technische Grundlage für eine präzise und sichere Prüfung.

Das Seminar verbindet öffentlich verfügbare Informationen, Technologie-Fingerprinting, WAF-Erkennung, virtuelle Hosts und Content Discovery. Personenbezogene Funde werden nur im zulässigen Scope und nach Datenminimierung behandelt; aktive Fuzzing-Schritte bleiben auf Laborziele begrenzt.

Inhaltsübersicht

  1. Zielsetzung
  2. Zielgruppe
  3. Voraussetzungen
  4. Seminarinhalte mit schrittweisen Arbeitsabläufen
  5. Praxisübungen im autorisierten Labor
  6. Methodik und Arbeitsweise

Zielsetzung

Ziel ist ein belastbares Webzielprofil, das Scanstrategie, Scope und spätere Befundbewertung verbessert.

  • Webziele, virtuelle Hosts und öffentlich erkennbare Informationen erfassen.
  • Server- und Clienttechnologien sowie Schutzsysteme identifizieren.
  • Verborgene Dateien, Verzeichnisse und Endpunkte kontrolliert suchen.
  • Eigene Wordlists und Filter für zielgerichtete Content Discovery erstellen.
  • Reconnaissance-Ergebnisse in Website-, API- und CMS-Scans überführen.

Zielgruppe

  • Web- und API-Pentester
  • Application-Security- und DevSecOps-Teams
  • Webadministratoren und Plattformverantwortliche
  • Security Consultants und technische Auditoren

Voraussetzungen

  • Gute Kenntnisse zu HTTP, DNS, Webservern und virtuellen Hosts
  • Grundverständnis von HTML, JavaScript und Webtechnologien
  • Kenntnisse zu Verzeichnisstrukturen und typischen Dateiendungen
  • Verbindliche Autorisierung für sämtliche Testziele; aktive Prüfungen ausschließlich im bereitgestellten Labor oder in ausdrücklich freigegebenen Umgebungen.

Seminarinhalte

1. Scope und Ausgangsdaten festlegen

  1. Schritt 1: Domains, Hosts, URLs, Ports, Anwendungen und verantwortliche Eigentümer erfassen.
  2. Schritt 2: Erlaubte öffentliche Informationsquellen und aktive Prüfungen dokumentieren.
  3. Schritt 3: Personenbezug, Drittanbieter und gemeinsam genutztes Hosting gesondert behandeln.
  4. Schritt 4: Namenskonventionen für Funde und technische Beweise festlegen.

2. Öffentlich verfügbare Informationen auswerten

  1. Schritt 1: Suchmuster für versehentlich indexierte Verzeichnisse, Dateien, Fehlerseiten und Loginflächen definieren.
  2. Schritt 2: Ergebnisse auf Aktualität, Eigentum und tatsächliche Erreichbarkeit prüfen.
  3. Schritt 3: People-Hunter-Funde nur bei zulässigem Testzweck und mit Datenminimierung einordnen.
  4. Schritt 4: Keine fremden oder nicht freigegebenen Ressourcen aktiv weiterprüfen.

3. Website-Technologien erfassen

  1. Schritt 1: Server-, Framework-, CMS-, JavaScript- und Clienttechnologien identifizieren.
  2. Schritt 2: Mehrere virtuelle Hosts auf derselben IP getrennt behandeln.
  3. Schritt 3: Screenshots, URLs und Technologiehinweise mit Erkennungsmerkmalen und Zeitpunkt dokumentieren.
  4. Schritt 4: Erkennungsergebnisse mit Headern, Inhalten und sichtbarem Verhalten plausibilisieren.

4. WAF und Schutzmechanismen erkennen

  1. Schritt 1: Hinweise auf Web Application Firewalls und vorgeschaltete Schutzdienste erfassen.
  2. Schritt 2: Block-, Challenge- und Rate-Limit-Verhalten in ungefährlichen Tests beobachten.
  3. Schritt 3: Scannerparameter an Schutzsystem und freigegebene Belastung anpassen.
  4. Schritt 4: WAF-Erkennung nicht mit vollständiger Schutzwirkung gleichsetzen.

5. Virtuelle Hosts identifizieren

  1. Schritt 1: IP-Ziele mit mehreren Webdiensten und Zertifikatsnamen auswählen.
  2. Schritt 2: Hostheader-Varianten kontrolliert testen und Antworten vergleichen.
  3. Schritt 3: Gefundene Hosts über DNS, Inhalt und Eigentum bestätigen.
  4. Schritt 4: Bestätigte virtuelle Hosts als getrennte Targets anlegen.

6. URL Fuzzer und Wordlists einsetzen

  1. Schritt 1: Zielpfad, Platzhalterposition und erlaubte Request-Rate definieren.
  2. Schritt 2: Standard- oder eigene Wordlist nach Technologie und Anwendungstyp auswählen.
  3. Schritt 3: Soft-404-Verhalten und wiederkehrende Fehlerseiten vor dem großen Lauf analysieren.
  4. Schritt 4: Funde nach Statuscode, Inhalt, Größe und technischer Relevanz filtern.

7. Scanstrategie ableiten

  1. Schritt 1: Technologien, WAF, Loginflächen, APIs, CMS und verborgene Pfade zusammenführen.
  2. Schritt 2: Website-, API-, CMS- oder Network-Scanner passend zum Ziel auswählen.
  3. Schritt 3: Authentifizierung, Scope, Ausschlüsse und Scan-Tiefe vorbereiten.
  4. Schritt 4: Reconnaissance-Bericht und offene Prüflücken dokumentieren.

Praxisübungen

  • Erstellung eines Web-Reconnaissance-Plans mit klarer Scope-Abgrenzung
  • Technologie- und WAF-Erkennung an einer Laboranwendung
  • Virtual-Host-Analyse auf gemeinsam genutzter IP-Adresse
  • Entwicklung einer zielsystemspezifischen Wordlist
  • URL-Fuzzing mit Soft-404-Erkennung und Ergebnisfilterung
  • Überführung der Funde in ein Website-, API- und CMS-Scanprofil

Methodik und Arbeitsweise

Die Vermittlung kombiniert strukturierte Fachvorträge, Live-Demonstrationen, geführte Schritt-für-Schritt-Übungen und eigenständige Laboraufgaben. Jeder Arbeitsablauf wird mit Scoping, Konfiguration, sicherer Durchführung, Befundprüfung und dokumentiertem Re-Test vollständig durchlaufen.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Web-Pentester, Application-Security-Teams, Webadministratoren, DevSecOps-Fachkräfte und Security Consultants
Voraussetzungen: Gute HTTP-, DNS- und Webservergrundlagen; Verständnis von Verzeichnissen und virtuellen Hosts; autorisierte Ziele
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, geführte Schritt-für-Schritt-Übungen und praktische Übungen im autorisierten Labor
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Sankt Gallen 2 Tage
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Inhaus / Firmenseminar 2 Tage
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