Seminar OWASP Amass – Passive OSINT- und Subdomain-Ermittlung

Der zweitägige Discoverykurs konzentriert sich auf passive Open-Source-Intelligence und die Gewinnung einer breiten, nachvollziehbaren Ausgangsliste ohne direkte Interaktion mit den Zielsystemen. Datenquellen, Namensräume, Zertifikats- und Routinginformationen, Quellenvertrauen, Deduplizierung und Eigentumsprüfung werden zu einem reproduzierbaren passiven Workflow verbunden.

Inhaltsübersicht

  • Passive Discovery und Untersuchungsfragen
  • Ausgangsassets und Organisationssignale
  • Datenquellenprofile und Laufplanung
  • Passive Enumeration und Beobachtung
  • Normalisierung und Deduplizierung
  • Qualität, Eigentum und Kandidatenübergabe
  • Praxisprojekt
  • Arbeitsweise und Qualitätssicherung

Kompetenzziele

  • passive Erfassungsmethoden und ihre Grenzen fachlich einordnen
  • Datenquellenprofile für unterschiedliche Discovery-Fragen erstellen
  • Domains, FQDNs, Adressen und Organisationssignale konsolidieren
  • Quellenherkunft, Aktualität und Vertrauen in der Auswertung beibehalten
  • eine qualitätsgesicherte Kandidatenliste für spätere Validierung erzeugen

Seminarinhalte

1. Passive Discovery und Untersuchungsfragen

Passive Erfassung minimiert direkte Zielinteraktion, ist aber von Anbieterabdeckung, Aktualität und sichtbarer Nutzung abhängig. Die Untersuchungsfrage bestimmt, welche Quellen und Asset-Typen benötigt werden.

  1. Geschäftliche und technische Frage des Discovery-Laufs formulieren.
  2. Erwartete Asset-Typen und Beziehungen bestimmen.
  3. Direkte Zielinteraktion für das passive Profil ausdrücklich ausschließen.
  4. Qualitäts- und Vollständigkeitsgrenzen vor dem Lauf dokumentieren.

2. Ausgangsassets und Organisationssignale

Eine gute Ausgangsliste verbindet bekannte Domains mit Marken, Tochtergesellschaften, Netzregistrierungen und weiteren Organisationshinweisen, ohne Eigentum vorschnell zu behaupten.

  1. Bestätigte Ausgangsdomains und bekannte Namensvarianten erfassen.
  2. Marken-, Gesellschafts- und Regionsbezeichnungen als Suchsignale strukturieren.
  3. Bekannte Netze und autonome Systeme mit Eigentumsstatus kennzeichnen.
  4. Unklare Organisationsbezüge getrennt vom bestätigten Scope halten.

3. Datenquellenprofile und Laufplanung

Quellen werden nach Signalart, Vertrauen, Quote und Schutzbedarf kombiniert. Ein festes Profil ermöglicht Vergleichbarkeit zwischen Läufen.

  1. Quellen nach DNS, Zertifikat, Registrierung, Routing und Websignal gruppieren.
  2. Pflicht-, ergänzende und optionale Quellen definieren.
  3. Quoten, Laufzeitfenster und Wiederholungsregeln festlegen.
  4. Profilversion und bereitgestellte Schlüsselreferenzen dokumentieren.

4. Passive Enumeration und Beobachtung

Der Lauf wird mit eindeutiger Kennung gestartet und auf Quellenfehler, ungewöhnliche Datenmengen und Scope-Hinweise überwacht.

  1. Scope- und Profilversion vor dem Start gegen das Auftragsregister prüfen.
  2. Passiven Lauf starten und Zeit, Kennung sowie Konfigurationsstand erfassen.
  3. Quellenstatus, Trefferzahlen und Fehler während des Laufs beobachten.
  4. Unvollständigen Lauf kennzeichnen und nicht mit einer vollständigen Baseline gleichsetzen.

5. Normalisierung und Deduplizierung

Mehrere Quellen melden häufig dieselben Namen oder Adressen in unterschiedlichen Formen. Konsolidierung bewahrt Herkunft und Beobachtungszeit.

  1. Domain- und FQDN-Werte kanonisieren.
  2. IP-Adressen und Netzbereiche in einheitliche Form bringen.
  3. Mehrfachmeldungen über stabile Identitäten zusammenführen.
  4. Quellenliste, erstes und letztes Auftreten je Kandidat erhalten.

6. Qualität, Eigentum und Kandidatenübergabe

Passive Funde sind Kandidaten, bis Eigentums- und Aktualitätssignale ausreichend sind. Die Übergabe trennt bestätigte, wahrscheinliche, unklare und verworfene Einträge.

  1. Kandidaten nach Quellanzahl, Aktualität und Beziehung zum Ausgangsscope bewerten.
  2. Shared Infrastructure, Providerbezug und veraltete Zertifikatssignale kennzeichnen.
  3. Stichprobe mit unabhängigen passiven Signalen plausibilisieren.
  4. Validierungsliste mit Priorität, Evidenz und empfohlenem nächsten Prüfschritt erzeugen.

Praxisprojekt

Im Labor wird aus einer kleinen Liste bestätigter Ausgangsdomains ein passiver Asset-Kandidatenbestand erzeugt. Quellenabdeckung, Mehrfachmeldungen, Namensnormalisierung, Providerbezüge und Eigentumsunsicherheit werden ausgewertet und in eine priorisierte Validierungsliste überführt.

  1. Untersuchungsfrage, passives Profil und Ausgangsassets festlegen.
  2. Datenquellen nach Signalart, Vertrauen und Quote auswählen.
  3. Passiven Lauf mit vollständiger Laufdokumentation ausführen.
  4. Funde normalisieren, deduplizieren und Quellenherkunft erhalten.
  5. Kandidaten klassifizieren und als Validierungsliste übergeben.

Arbeitsweise und Qualitätssicherung

Die Durchführung kombiniert fachliche Einordnung, demonstrierte Arbeitsabläufe, geführte Laborphasen und eigenständige Kontrollaufgaben. Jeder Arbeitsschritt wird mit Scope, Eingaben, Laufparametern, Beobachtungen und Prüfpunkt dokumentiert. Wiederholbare Testläufe, Positiv- und Negativkontrollen sowie eine klare Trennung zwischen bestätigten, wahrscheinlichen und ungeklärten Assets sichern die Nachvollziehbarkeit. Alle Analysen erfolgen ausschließlich in autorisierten Übungsumgebungen oder innerhalb schriftlich freigegebener Zielbereiche.

Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner

Seminardetails

   
Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Security-Analysten, Threat Intelligence, SOC, EASM-Einsteiger, DNS- und Netzwerkadministration sowie technische Rechercheteams
Voraussetzungen: Grundkenntnisse in DNS, Domains und IP-Netzen; Linux-Kommandozeile ist hilfreich
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Fachvortrag, Demonstrationen, geführte Analysen, praktische Übungen und dokumentierte Laboraufgaben
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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