Seminar Netmaker Hochverfügbarkeit, Failover und Skalierung

Redundanz allein erzeugt noch keine Hochverfügbarkeit. Das Seminar verbindet Fehlerdomänen, Zustandsüberwachung, Umschaltlogik, Kapazitätsreserven, Wartungsverfahren und Wiederanlauf zu einem nachweisbaren Betriebskonzept.

Inhaltsverzeichnis

  1. Zielsetzung
  2. Zielgruppe
  3. Voraussetzungen
  4. Seminarinhalte
  5. Praxisübungen

Zielsetzung

Im Mittelpunkt stehen folgende fachliche und praktische Schwerpunkte:

  • Ausfallwirkungen von Steuerungsebene, Gateways, Relays, Egress, DNS und Standortanbindungen bewerten.
  • HA-Gateways, Auto-Relay und HA-Egress in getrennten Fehlerdomänen aufbauen.
  • Kapazität, Latenz, Bandbreite und Wachstumsreserven anhand messbarer Kriterien planen.
  • Wartung, Chaos-Tests, Wiederanlauf und Notfallkommunikation in Runbooks verankern.

Zielgruppe

Netzwerkarchitektur, Plattform- und Cloudbetrieb, Site Reliability Engineering, technische Serviceverantwortung und erfahrene Netmaker-Administration

Voraussetzungen

Fundierte Netmaker-, Linux-, Routing- und Monitoringkenntnisse; Erfahrung mit Hochverfügbarkeits- oder Notfallkonzepten ist hilfreich

Seminarinhalte

Modul 1: Serviceketten und Fehlerdomänen

Die Verfügbarkeit wird für den gesamten Dienstpfad statt nur für einzelne Server betrachtet.

  1. Schritt 1: Steuerungsebene, DNS, Message Queue, Gateways, Egress, Clients und externe Ziele als Servicekette erfassen.
  2. Schritt 2: Gemeinsame Fehlerursachen wie Region, Provider, Firewall, Zertifikat oder Adressbereich markieren.
  3. Schritt 3: Verfügbarkeitsziele und zulässige Unterbrechungen je Anwendungsfall definieren.

Modul 2: Steuerungsebene und Bereitstellungsmodell

SaaS und On-Premises besitzen unterschiedliche Verantwortungs- und Wiederanlaufmodelle.

  1. Schritt 1: Plattformabhängigkeiten und administrative Erreichbarkeit bewerten.
  2. Schritt 2: On-Premises-Persistenz, Backup, Wiederherstellung und DNS-Abhängigkeiten einplanen.
  3. Schritt 3: Entscheidungspunkte für vertikale Skalierung, Trennung von Fehlerdomänen und Managed Service festlegen.

Modul 3: Redundante Gateways und Auto-Relay

Gateway- und Relay-Redundanz wird über Standort, Latenz und Kapazität verteilt.

  1. Schritt 1: Gateway-Kandidaten in unterschiedlichen Netzen oder Regionen bereitstellen.
  2. Schritt 2: Automatische Auswahl und Relay-Funktion mit identischen Policies konfigurieren.
  3. Schritt 3: Ausfall und Wiederkehr unter aktiver Last testen und Umschaltzeiten messen.

Modul 4: HA-Egress und Standortzugriffe

Egress-Routen benötigen redundante Knoten und konsistente Rückwege.

  1. Schritt 1: Egress-Knoten über Tags oder Gruppen einer gemeinsamen Ressource zuordnen.
  2. Schritt 2: NAT, ACLs, DNS und lokale Routingregeln auf allen Knoten angleichen.
  3. Schritt 3: Ausfall eines Egress-Knotens mit bestehenden und neuen Sitzungen prüfen.

Modul 5: Kapazitäts- und Leistungsplanung

Skalierung wird aus Verkehrsprofilen, Knotenanzahl und Pfadtypen abgeleitet.

  1. Schritt 1: Direkte, relaybasierte und gatewaybasierte Datenpfade getrennt messen.
  2. Schritt 2: CPU, Speicher, Bandbreite, Verbindungszahl und Latenz als Kapazitätsindikatoren festlegen.
  3. Schritt 3: Schwellenwerte, Reserven und Skalierungsmaßnahmen in einem Kapazitätsplan dokumentieren.

Modul 6: Monitoring und SLO-orientierter Betrieb

Technische Metriken werden mit nutzbaren Dienstindikatoren verbunden.

  1. Schritt 1: Konnektivität, Latenz, Datenvolumen, Gateway-Zustand und Flow Logs erfassen.
  2. Schritt 2: Service Level Indicators und Alarmgrenzen für kritische Pfade definieren.
  3. Schritt 3: Alarmierung mit Runbooks, Eskalation und Wartungsmodus verknüpfen.

Modul 7: Wartung ohne vermeidbare Unterbrechung

Wartungsabläufe werden an Redundanz und Kapazitätsreserven angepasst.

  1. Schritt 1: Knoten drainen oder aus der Auswahl nehmen und Restkapazität prüfen.
  2. Schritt 2: Server-, Gateway- und Netclient-Updates gestuft durchführen.
  3. Schritt 3: Nach jeder Welle Konnektivität, Policy-Wirkung, DNS und Rückfallfähigkeit abnehmen.

Modul 8: Disaster Recovery und Ausfallübungen

Wiederanlauf und Kommunikation werden regelmäßig praktisch geprüft.

  1. Schritt 1: Wiederherstellungsreihenfolge und minimale Betriebsfähigkeit definieren.
  2. Schritt 2: Ausfall von Gateway, Egress, DNS und Steuerungsebene einzeln simulieren.
  3. Schritt 3: Messwerte, Abweichungen und Verbesserungsmaßnahmen in einem Übungsprotokoll festhalten.

Praxisübungen

  • Fehlerdomänenanalyse für eine Umgebung mit zwei Standorten und zwei Cloudregionen.
  • HA-Gateway- und Auto-Relay-Aufbau mit Last- und Ausfallmessung.
  • HA-Egress-Szenario mit identischen Policies und kontrolliertem Knotenverlust.
  • Kapazitätsplan mit SLI, Schwellenwerten und Wachstumsreserven.
  • Wiederanlaufübung mit technischer Abnahme und aktualisiertem Runbook.

Fachbereichsleitung / Leitung der Trainer / Ansprechpersonen

Seminardetails

   
Dauer: 3 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn am 1. Tag 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.797 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 5.100 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: Netzwerkarchitektur, Plattform- und Cloudbetrieb, Site Reliability Engineering, technische Serviceverantwortung und erfahrene Netmaker-Administration
Voraussetzungen: Fundierte Netmaker-, Linux-, Routing- und Monitoringkenntnisse; Erfahrung mit Hochverfügbarkeits- oder Notfallkonzepten ist hilfreich
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, praktische Übungen am System
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, selbstverständlich
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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Seminar Startdatum Enddatum Ort Dauer
Winterthur 3 Tage
Zürich 3 Tage
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Luzern 3 Tage
Bern 3 Tage
Inhaus / Firmenseminar 3 Tage
Sankt Gallen 3 Tage
Basel 3 Tage
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