Das Intensivseminar verbindet Kryptorichtlinien, Zertifikatsvertrauen, alternative Authentifizierung, Hardware-Schlüssel, TPM, Audit und Incident-Management. Ziel ist eine Sicherheitsarchitektur, die technische Möglichkeiten mit Verantwortlichkeiten, Nachweisen und Betriebsgrenzen zusammenführt.
Alle Funktionen werden risikobasiert eingesetzt. Insbesondere FIPS-Betrieb, frühe Daten, HSM-Integration und systemweite Richtlinien werden nicht pauschal aktiviert, sondern gegen Plattform, Bedrohungsmodell und Compliance-Vorgaben geprüft.
Inhaltsverzeichnis
- Seminarprofil
- Lernziele
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- 1. Tag 1: Bedrohungsmodell und Sicherheitsbaseline
- 2. Tag 1: Kryptorichtlinien und TLS 1.3
- 3. Tag 2: PKI, Trust und Widerruf
- 4. Tag 2: Alternative Authentifizierung
- 5. Tag 3: PKCS #11 und HSM
- 6. Tag 3: TPM und Gerätebindung
- 7. Tag 4: FIPS-Kontext und überprüfbarer Betrieb
- 8. Tag 4: Audit, Logging und Datenschutz
- 9. Tag 5: Angriffssimulation und Incident
- 10. Tag 5: Sicherheitsarchitektur und Abnahme
- Praxisübungen
- Einordnung in den Lernpfad
Seminarprofil
Die Inhalte sind als zusammenhängende Arbeitsstrecke aufgebaut. Fachliche Einordnung, Konfiguration beziehungsweise Implementierung, kontrollierte Prüfung und betriebliche Dokumentation greifen ineinander. Die Übungen verwenden ausschließlich Labor- und Testdaten.
Lernziele
- Schutzbedarf und Kryptorichtlinien in überprüfbare technische Kontrollen übersetzen.
- X.509- und alternative Authentifizierungsmodelle sicher bewerten.
- PKCS #11, Smartcards, HSM und TPM kontrolliert integrieren.
- Audit-, Monitoring- und Nachweisprozesse ohne unnötige Geheimnisoffenlegung gestalten.
- Schlüssel- und Vertrauensvorfälle mit Rotation und Wiederanlauf beherrschen.
Zielgruppe und Voraussetzungen
Zielgruppe: Security Engineers, PKI- und HSM-Verantwortliche, Compliance-Teams, technische Auditoren, Plattformarchitekten und Incident-Responder.
Voraussetzungen: Gute TLS-, PKI- und Administrationskenntnisse. Praktische Erfahrung mit GnuTLS oder vergleichbaren TLS-Bibliotheken wird empfohlen.
1. Tag 1: Bedrohungsmodell und Sicherheitsbaseline
- Daten, Gegenstellen, Angreiferfähigkeiten und Betriebsgrenzen erfassen.
- Authentizität, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Nachweisbedarf priorisieren.
- Kontrollen auf Protokoll, Schlüssel, Host, Netzwerk und Prozess verteilen.
- Akzeptierte Restrisiken und Verantwortlichkeiten schriftlich festlegen.
2. Tag 1: Kryptorichtlinien und TLS 1.3
- Systemweite und anwendungsspezifische Prioritätsregeln inventarisieren.
- Versionen, Algorithmen, Gruppen und Signaturen gegen die Baseline prüfen.
- TLS-1.3-Funktionen wie Wiederaufnahme und frühe Daten risikobasiert bewerten.
- Abweichungen mit Ablaufdatum und Rückbauplan kontrollieren.
3. Tag 2: PKI, Trust und Widerruf
- Vertrauensdomänen und Zertifikatsprofile voneinander trennen.
- Kettenprüfung, Namen, Zwecke und Gültigkeit mit Negativfällen testen.
- OCSP- und CRL-Verhalten einschließlich Ausfallstrategie festlegen.
- Trust-Store-Änderungen mit Vier-Augen-Prinzip und Rollback absichern.
4. Tag 2: Alternative Authentifizierung
- PSK, SRP und Raw Public Keys anhand des Bedrohungsmodells vergleichen.
- Provisionierung, Bindung an Identitäten und Rotationsverfahren definieren.
- Testkonfigurationen mit absichtlich falschen Credentials prüfen.
- Skalierungs- und Incident-Grenzen gegenüber X.509 dokumentieren.
5. Tag 3: PKCS #11 und HSM
- Module, Token, Mechanismen und Objekt-URIs inventarisieren.
- Nicht exportierbaren Schlüssel für einen TLS-Dienst bereitstellen.
- PIN-Zufuhr, Sitzungen, Mehrprozessbetrieb und Berechtigungen härten.
- HSM-Ausfall und Schlüsselrotation mit kontrolliertem Ersatzpfad testen.
6. Tag 3: TPM und Gerätebindung
- Geräteidentität und gewünschte Bindung des privaten Schlüssels festlegen.
- Schlüssel im TPM erzeugen oder geeigneten Schlüsselbezug einrichten.
- Anwendung beziehungsweise Werkzeug auf den TPM-gestützten Schlüssel verweisen.
- Gerätewechsel, Plattformausfall und Wiederherstellungsgrenzen dokumentieren.
7. Tag 4: FIPS-Kontext und überprüfbarer Betrieb
- Validierungsumfang von Distribution, Build, Modulen und Betriebsmodus klären.
- Selbsttests, zulässige Algorithmen und Fehlerzustände der konkreten Plattform prüfen.
- Anwendungsanforderungen gegen tatsächliche Plattformgarantien abgleichen.
- Nachweise, Ausnahmen und Revalidierung bei Updates festlegen.
8. Tag 4: Audit, Logging und Datenschutz
- Sicherheitsrelevante Ereignisse und notwendige Beweiswerte definieren.
- Schlüsselmaterial, PINs, Sitzungsgeheimnisse und personenbezogene Daten aus Logs fernhalten.
- Zeit, Identität, Policy und Fehlerursache korrelierbar protokollieren.
- Aufbewahrung, Zugriff und Alarmierung mit dem Incident-Prozess verbinden.
9. Tag 5: Angriffssimulation und Incident
- Abgelaufenes Zertifikat, falschen Trust Anchor und Policykonflikt nachstellen.
- Tokenausfall, kompromittierte Credential-Annahme und auffällige Handshake-Fehler simulieren.
- Eindämmung, Widerruf, Rotation und Wiederaufnahme des Dienstes ausführen.
- Entscheidungen und Nachweise für technische und organisatorische Auswertung sichern.
10. Tag 5: Sicherheitsarchitektur und Abnahme
- Protokoll-, PKI-, Hardware- und Betriebsentscheidungen in einem Zielbild zusammenführen.
- Kontrollmatrix mit Eigentümer, Prüfmethode und Prüffrequenz erstellen.
- Abnahme mit Negativtests, Restore-Probe und dokumentierten Ausnahmen durchführen.
- Priorisierte Verbesserungen und regelmäßige Reprüfung festlegen.
Praxisübungen
- Sicherheitsbaseline mit technischer Kontroll- und Nachweismatrix.
- HSM-/TPM-gestützter Testdienst mit Rotation und Ausfallsimulation.
- Incident-Übung vom Vertrauensbruch bis zur kontrollierten Wiederfreigabe.
Einordnung in den Lernpfad
Geeignet als Security- und Compliance-Pfad. Für tiefere Programmierung ergänzt der Entwickler-Intensivkurs; für täglichen Plattformbetrieb der Administrationspfad.
Fachbereichsleitung und Seminarberatung
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 5 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage: 09:00 Uhr |
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 2.995 zzgl. MwSt. Inhaus: € 8.500 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | Security Engineers, PKI- und HSM-Verantwortliche, Compliance-Teams, technische Auditoren, Plattformarchitekten und Incident-Responder. |
| Voraussetzungen: | Gute TLS-, PKI- und Administrationskenntnisse. Praktische Erfahrung mit GnuTLS oder vergleichbaren TLS-Bibliotheken wird empfohlen. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Vortrag, Demonstrationen, angeleitete Schrittfolgen und praktische Übungen am System |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhouse, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich vorgesehen |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmenden |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Ausführliche Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen, auf Wunsch vegetarisch |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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