Seminar FRRouting

Routing mit freier Software

FRRouting (FRR) ist eine freie Routing-Suite für Linux- und Unix-Systeme. Das gemeinschaftlich entwickelte Open-Source-Projekt steht unter dem Dach der Linux Foundation. FRRouting übernimmt die Steuerung von Routing-Protokollen; die tatsächliche Paketweiterleitung erfolgt durch den verwendeten Datenpfad. Die Seminarreihe konzentriert sich auf Linux und verbindet Routing-Fachwissen mit praktischer Systemadministration.

Das Angebot reicht von Einsatzplanung und sicherer Grundkonfiguration bis zu BGP, OSPF, IS-IS, EVPN/VXLAN und MPLS. Weitere Schwerpunkte sind Hochverfügbarkeit, Mandantentrennung, Multicast, Automatisierung, Fehleranalyse und kontrollierte Versionswechsel. Die Inhalte werden an einer für den jeweiligen Termin festgelegten stabilen FRRouting-Version vermittelt. Funktionsumfang und notwendige Kernel-Unterstützung werden mit der Laborplattform abgestimmt.

Orientierung im Seminarangebot

Inhaltsübersicht: Fachseminare und Voraussetzungen; empfohlene Besuchsreihenfolge; Intensivseminare als Alternative; Kompaktseminar für den Überblick; Praxis und Lernumgebung.

Fachseminare nach Aufgabenbereich

Vierzehn Fachseminare ermöglichen die gezielte Qualifizierung für Planung, Administration, Routing-Protokolle und Betrieb. Die Kurse dauern je nach Praxisumfang ein bis vier Tage. Für EVPN/VXLAN und MPLS/L3VPN sind vier Tage eingeplant, weil Steuerung, Linux-Datenpfad und Mandantendienste gemeinsam aufgebaut und geprüft werden müssen.

Die Voraussetzungen sind bewusst konkret formuliert. Ein Grundlagenkurs ersetzt keine vollständige Linux- oder IP-Netzwerkausbildung. Fortgeschrittene Seminare setzen die Kenntnisse der genannten Vorgängerkurse oder gleichwertige Praxiserfahrung voraus. Bereits vorhandenes Wissen kann den Einstieg in einen späteren Abschnitt ermöglichen.

Empfohlene Besuchsreihenfolge

Einstieg und technisches Fundament

  1. FRRouting – Architektur und Einsatzplanung – optionaler Einstieg für Planung und Technologieauswahl; 1 Tag.
  2. FRRouting – Grundlagen und Administration unter Linux – gemeinsames technisches Fundament; 3 Tage.
  3. FRRouting – OSPFv2 und OSPFv3 für IPv4 und IPv6 – interne Dual-Stack-Netze; 3 Tage.
  4. FRRouting – BGP, Peering und Routing-Policies – externe Anbindungen und größere Routing-Architekturen; 3 Tage.

OSPF und BGP können nach den Grundlagen auch unabhängig voneinander besucht werden, wenn die jeweilige Aufgabe nur eines der Protokolle verlangt. Für die nachfolgenden fortgeschrittenen Lernpfade werden beide Wissensbereiche empfohlen.

Unternehmensnetze und Backbone

  1. FRRouting – IS-IS für Backbone- und Providernetze – nach dem Grundlagenkurs und mit Link-State-Vorwissen; 2 Tage.
  2. FRRouting – Hochverfügbarkeit mit BFD und VRRP – nach praktischer OSPF- oder BGP-Erfahrung; 2 Tage.
  3. FRRouting – Multicast-Routing mit PIM und IGMP – nach sicherem Unicast-Routing; 2 Tage.

IS-IS ist eine gezielte Backbone-Spezialisierung. Für reine OSPF-Unternehmensnetze ist dieser Zwischenschritt optional. Multicast wird bei entsprechendem Anwendungsbedarf ergänzt.

Rechenzentrum und Providerdienste

  1. FRRouting – Linux-Routing, VRF und Policy-Based Routing – nach den Grundlagen, möglichst mit BGP-Basiswissen; 2 Tage.
  2. FRRouting – EVPN und VXLAN im Rechenzentrum – nach BGP und VRF; 4 Tage.
  3. FRRouting – MPLS, L3VPN und Segment Routing – nach BGP, VRF und OSPF oder IS-IS; 4 Tage.

EVPN/VXLAN und MPLS/L3VPN sind alternative oder ergänzende Spezialisierungen. Der EVPN-Kurs ist keine zwingende Voraussetzung für MPLS. Der passende Zweig richtet sich nach der eingesetzten Architektur.

Sicherer und wiederholbarer Betrieb

  1. FRRouting – Routing-Sicherheit, RPKI und Betriebshärtung – nach dem BGP-Seminar; 2 Tage.
  2. FRRouting – Monitoring und systematische Fehleranalyse – mit FRRouting-, OSPF- und BGP-Praxis; 3 Tage.
  3. FRRouting – Automatisierung und Konfigurationsmanagement – nach sicherer manueller Konfiguration und mit Git-/YAML-Grundlagen; 2 Tage.
  4. FRRouting – Migration, Upgrade und kontrollierter Versionswechsel – bei vorhandenem Protokollwissen und vor geplanten Plattform- oder Versionswechseln; 2 Tage.

Sicherheits- und Betriebsseminare können früh in eine produktive Einführung eingebunden werden. Sie müssen nicht bis zum Abschluss aller Rechenzentrums- und Providerkurse warten.

Intensivseminare als Alternative

Vier Intensivseminare mit jeweils fünf Tagen fassen gemeinsam sämtliche Fachseminare zusammen. Sie bilden eine alternative Qualifizierungsroute für Teams mit den jeweils genannten Vorkenntnissen. Die Verdichtung nutzt gemeinsame Laboraufbauten und reduziert die Variantenbreite. Für die gleiche Themenabdeckung sind insgesamt zwanzig Intensivtage vorgesehen; ein vollständiger gleichwertiger Gesamtkurs in fünf Tagen wäre fachlich nicht realistisch.

  1. FRRouting – Intensivseminar – Routing und Hochverfügbarkeit bündelt Architektur, Linux-Grundlagen, OSPF, IS-IS und Hochverfügbarkeit.
  2. FRRouting – Intensivseminar – BGP, Netzsegmentierung und Sicherheit bündelt BGP, VRF/PBR, Multicast und Routing-Sicherheit.
  3. FRRouting – Intensivseminar – Rechenzentrum und Providernetze bündelt EVPN/VXLAN sowie MPLS/L3VPN und Segment Routing.
  4. FRRouting – Intensivseminar – Betrieb, Automatisierung und Migration bündelt Automatisierung, Monitoring, Fehleranalyse und Migration.

Empfohlen wird diese Reihenfolge für einen vollständigen Intensivpfad. Der Betriebsblock kann nach dem BGP-Block vorgezogen werden, wenn zunächst der laufende Betrieb abgesichert werden soll. Die Fachseminare und ihre zugehörigen Intensivblöcke müssen nicht zusätzlich nacheinander besucht werden; zusätzliche Fachkurse dienen einer bewusst gewählten Vertiefung.

Kompakter Überblick

FRRouting – Kompaktseminar – Routing und Betrieb im Überblick bietet in drei Tagen einen praktischen Überblick mit einfacher OSPF-/BGP-Konfiguration und Diagnose. Der Kurs eignet sich zur Orientierung und zur Herstellung eines gemeinsamen technischen Wissensstands. Fortgeschrittene Themen werden eingeordnet. Er ersetzt nicht die praktische Tiefe des Grundlagen- oder eines Spezialseminars.

Praxis und Lernumgebung

Die Übungen verwenden isolierte Linux-Systeme mit nachvollziehbaren Ausgangszuständen. Je nach Thema werden virtuelle Router, vorbereitete Netztopologien und ergänzende Dienste eingesetzt. Kontrollierte Fehlersituationen, Paketpfadprüfungen und Wiederherstellung gehören zum Lehrkonzept. Konkrete Hardware-Offload-Eigenschaften und besondere Herstellerplattformen erfordern eine gesonderte Abstimmung.

Experimentelle oder nur teilweise unterstützte Funktionen werden entsprechend eingeordnet. RPKI, Multihoming, Segment Routing und Monitoring-Schnittstellen werden nur mit den für den jeweiligen Aufbau erforderlichen Komponenten behandelt. Aus der Nutzung von FRRouting wird keine Herstellerautorisierung oder offizielle FRRouting-Zertifizierung abgeleitet.

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