Seminar Secrets und Workload Identity – Sichere CI/CD-Zugriffe

Seminarbeschreibung

Statische Token in Repositories, Pipeline-Variablen und Build-Images sind schwer zu überblicken und häufig länger gültig als erforderlich. Das Seminar untersucht, wie solche Zugangsdaten erfasst, vermieden und kontrolliert ersetzt werden können. Dabei werden verschlüsselte Konfigurationsdateien, zentral bereitgestellte Geheimnisse und kurzlebige Workload-Berechtigungen als unterschiedliche Bausteine behandelt. Der Schwerpunkt liegt auf klaren Zugriffsgrenzen zwischen Repository, Job, Umgebung und Zielsystem.

In einer vorbereiteten Laborumgebung werden vorhandene Geheimnisse mit Testdaten erkannt und die vorgesehenen Empfänger ihrer Zugriffe bestimmt. OpenBao dient als Beispiel für zentrale Geheimnisverwaltung und JWT-basierte Authentisierung; SOPS zeigt den kontrollierten Umgang mit verschlüsselten Dateien in Git. OIDC-Claims werden auf einen konkreten Workflow und dessen erlaubte Umgebung eingeschränkt. Die Übungen prüfen auch abgelaufene Token, unzulässige Branches und widerrufene Berechtigungen. Ein Nachweis der Funktionsfähigkeit umfasst dadurch sowohl den erlaubten Zugriff als auch die Abweisung nicht vorgesehener Zugriffe.

Inhaltsübersicht

  1. Geheimnisse inventarisieren und erkennen
  2. Geheimnisverwaltung passend auswählen
  3. OpenBao-Zugriffe konfigurieren
  4. OIDC und Workload-Identitäten binden
  5. SOPS für Konfigurationen einsetzen
  6. Rotation und Störungen beherrschen

Seminarinhalte

Modul 1: Geheimnisse inventarisieren und erkennen

Kapitelinhalt: Speicherorte; Gitleaks; Klassifikation

  • Zugangsdaten in Repositories, Historien, Logs, Artefakten und Umgebungsvariablen als mögliche Fundorte erfassen.
  • Gitleaks mit ausschließlich künstlichen Testgeheimnissen einsetzen und Ergebnisse fachlich auf Relevanz prüfen.
  • Bei bestätigter Offenlegung zuerst Gültigkeit und Berechtigungen behandeln; bloßes Entfernen aus einer Datei nicht als Bereinigung werten.

Modul 2: Geheimnisverwaltung passend auswählen

Kapitelinhalt: Zentrale Dienste; verschlüsselte Dateien; Lebensdauer

  • Statische Secrets, dynamisch erzeugte Zugänge und verschlüsselte Konfigurationen nach Einsatzfall unterscheiden.
  • Verfügbarkeit, Wiederherstellung, Berechtigungsverwaltung und Verantwortlichkeit für einen Secret-Dienst einordnen.
  • Technische Konten auf einzelne Aufgaben beschränken und die benötigte Gültigkeitsdauer begründen.

Modul 3: OpenBao-Zugriffe konfigurieren

Kapitelinhalt: Policies; Pfade; Audit

  • In einer vorbereiteten Instanz Lese- und Verwaltungsrechte auf definierte Secret-Pfade begrenzen.
  • Eine Laboranwendung mit minimaler Berechtigung versorgen und Fehlermeldungen systematisch auswerten.
  • Relevante Zugriffsereignisse nachvollziehen und vermeiden, dass Geheimniswerte in Diagnoseausgaben gelangen.

Modul 4: OIDC und Workload-Identitäten binden

Kapitelinhalt: Issuer; Audience; Claims

  • Die Vertrauenskette zwischen CI-Aussteller, Job-Identität und Zielsystem nachvollziehen.
  • Issuer, Zielgruppe und geeignete Repository-, Branch- oder Umgebungsmerkmale auf den vorgesehenen Zugriff begrenzen.
  • Gültige, abgelaufene und unpassend gebundene Testtoken verwenden und die jeweiligen Entscheidungen überprüfen.

Modul 5: SOPS für Konfigurationen einsetzen

Kapitelinhalt: Verschlüsselung; Empfänger; Git-Workflow

  • Ausgewählte Konfigurationswerte verschlüsseln und berechtigte Empfänger kontrolliert verwalten.
  • Klartextentstehung bei Bearbeitung, CI-Verarbeitung und temporären Dateien gezielt begrenzen.
  • Empfängeränderungen, Schlüsselrotation und den Umgang mit vorhandenen Git-Ständen in einen Review-Prozess integrieren.

Modul 6: Rotation und Störungen beherrschen

Kapitelinhalt: Widerruf; Notfallzugriff; Wiederanlauf

  • Ein offengelegtes Laborgeheimnis widerrufen und abhängige Anwendungen mit kontrolliert erneuerten Zugängen versorgen.
  • Auswirkungen von Token-Ablauf und Ausfall der Geheimnisverwaltung auf die Pipeline untersuchen.
  • Notfallzugriffe zeitlich begrenzen und nach Wiederherstellung die normale Berechtigungsgrenze erneut prüfen.

Praxisworkshop

Die Übungsschritte bauen aufeinander auf und werden an der vorbereiteten Laborumgebung durchgeführt.

  1. Künstliche Zugangsdaten im Beispielrepository erkennen und ihre vorgesehenen Zugriffe zuordnen.
  2. Eine eng begrenzte OpenBao-Policy erstellen und den Zugriff zunächst mit einem Laborkonto testen.
  3. Den CI-Job über geeignete JWT-/OIDC-Merkmale an genau diesen Zugriff binden.
  4. Eine Konfigurationsdatei mit SOPS schützen und den berechtigten Entschlüsselungsweg überprüfen.
  5. Einen unzulässigen Job sowie einen abgelaufenen Zugang testen und anschließend eine kontrollierte Rotation durchführen.

Schulungsumgebung

Die Schulungsumgebung wird vom Kunden bereitgestellt. Vorbereitete OpenBao-Instanz, CI-Testumgebung mit geeignetem OIDC-Aussteller, SOPS, Gitleaks und künstliche Secrets. Die Vertrauenskette und erreichbaren Endpunkte werden vorab geprüft; ein produktiver Secret-Dienst ist für die Übungen nicht nötig.

Die Übungen werden schrittweise angeleitet. Konfiguration, erwartetes Verhalten und kontrollierte Fehlersituationen werden gemeinsam ausgewertet. Die Werkzeugstände werden vor Beginn auf Kompatibilität geprüft.

Seminardetails

Dauer: 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr
Preis: Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt.
Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt.
Teilnehmeranzahl: min. 2 - max. 8
Teilnehmer: DevOps Engineers, Plattformadministration, Security Engineers und Entwicklung mit Verantwortung für automatisierte Zugriffe
Voraussetzungen: Git-, Linux- und CI/CD-Praxis; Grundverständnis von TLS, Identitäten und Berechtigungen; einfache JSON- und YAML-Dateien lesen können
Standorte: Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg
Methoden: Vortrag, Demonstrationen, schrittweise angeleitete Übungen und Fallarbeit mit Auswertung
Schulungsumgebung: Wird vom Kunden bereitgestellt; erforderliche Systeme und Zugänge werden vorab abgestimmt
Seminararten: Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht
Durchführungsgarantie: ja, ab 2 Teilnehmern
Sprache: Deutsch; bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich
Seminarunterlage: Dokumentation auf Datenträger oder als Download
Teilnahmezertifikat: ja, Teilnahmebescheinigung
Verpflegung: Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch)
Support: 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten
Barrierefreier Zugang: an den meisten Standorten verfügbar
  Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055

Seminartermine

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