Das Seminar macht aus gesetzlichen Meldeanforderungen einen ausführbaren Prozess für den Produktbetrieb. Ausgangspunkt sind zwei unterschiedliche Ereignisse: eine aktiv ausgenutzte Schwachstelle und ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall mit Auswirkungen auf die Produktsicherheit. Für beide Fälle werden Entscheidung, Eskalation, Meldung und weitere Bearbeitung getrennt verfolgt.
Die Übungen setzen auf nachvollziehbare Zeitpunkte, belastbare Zuständigkeiten und angemessene Meldungsinhalte. Unvollständige Informationen, Wochenenden, neue Erkenntnisse und parallel laufende technische Maßnahmen werden gezielt eingebaut. Der Prozess berücksichtigt die seit 11. September 2026 geltenden Hersteller-Meldepflichten und die Einbindung bereits zuvor vermarkteter Produkte.
Inhaltsübersicht
- Meldeauslöser und Kenntnisnahme
- Fristen für beide Ereignisarten
- Meldungsinhalte und interne Freigabe
- Single Reporting Platform und Zuständigkeit
- Incident Response und Kommunikation
- Meldeübung unter wechselnder Lage
Meldeauslöser und Kenntnisnahme
Aktive Ausnutzung und schwerwiegende Auswirkungen auf die Produktsicherheit werden mit Entscheidungsfragen geprüft. Eine beliebige Schwachstelle oder ein gewöhnlicher Betriebsfehler wird nicht automatisch als meldepflichtig behandelt. Die Dokumentation trennt Tatsachen, Annahmen und den Zeitpunkt der Kenntnisnahme und legt Eskalation sowie Vertretung fest.
Fristen für beide Ereignisarten
Frühwarnung binnen 24 Stunden und Folgemeldung binnen 72 Stunden werden ab Kenntnisnahme berechnet. Bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen folgt der Abschlussbericht spätestens 14 Tage nach Verfügbarkeit einer Korrektur- oder Risikominderungsmaßnahme. Bei schwerwiegenden Vorfällen gilt ein Monat nach der 72-Stunden-Meldung; beide Zeitachsen werden getrennt geübt.
Meldungsinhalte und interne Freigabe
Produktbezug, betroffene Versionen, Auswirkungen, verfügbare Maßnahmen und vorhandene technische Erkenntnisse werden strukturiert zusammengeführt. Ein abgestimmter Freigabeprozess bestimmt, wer ergänzt, prüft und meldet. Fehlende Detailkenntnisse werden kenntlich gemacht, während die zuständigen Rollen fristgerechte Meldungen und spätere Aktualisierungen organisieren.
Single Reporting Platform und Zuständigkeit
Der Ablauf über die Single Reporting Platform wird mit dem zuständigen koordinierenden CSIRT und ENISA verbunden. Rollen, Bevollmächtigung, Erreichbarkeit und Zugangsvorbereitung werden betrachtet. Die Schulung verwendet einen simulierten Meldeablauf mit den relevanten Datenfeldern; echte Meldungen sind kein Bestandteil der Übungen.
Incident Response und Kommunikation
Meldung, technische Eindämmung, Korrekturmaßnahmen und Information betroffener Nutzer werden als parallele Arbeitsstränge organisiert. Andere möglicherweise einschlägige Meldepflichten erhalten eigene Prüfpunkte. Ein vorhandener Datenschutz- oder NIS-2-Prozess wird auf Schnittstellen untersucht, ohne unterschiedliche Auslöser oder Abschlussfristen gleichzusetzen.
Meldeübung unter wechselnder Lage
Neue Erkenntnisse verändern den Musterfall während der Bearbeitung. Frühwarnung, Folgemeldung, Nutzerinformation und Abschlussbericht werden angepasst und versioniert. Ein Ablaufreview prüft Fristberechnung, Zuständigkeiten, Beleglage und die Konsistenz zwischen technischer Bearbeitung und abgegebenen Informationen.
Praxisworkshop
- Zwei Ereignisse anhand der Meldeauslöser einordnen und den jeweiligen Kenntniszeitpunkt dokumentieren.
- Die 24- und 72-Stunden-Fristen sowie beide unterschiedlichen Abschlussfristen berechnen.
- Frühwarnung und Folgemeldung mit den im jeweiligen Fall verfügbaren Angaben erstellen.
- Neue Erkenntnisse in Meldungen, technische Maßnahmen und Nutzerinformationen einarbeiten.
- Die Fallakten mit einem Abschlussbericht vervollständigen und den Meldeablauf auswerten.
Schulungsumgebung
Verwendet werden eine simulierte Meldeoberfläche beziehungsweise Formularvorlagen, eine Ereigniszeitleiste und vorbereitete Befunde. Behördenzugänge und produktive Meldedaten sind nicht erforderlich.
Fachbereichsleiter / Leiter der Trainer / Ihre Ansprechpartner
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Lucas Beich
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: lucas.beich@seminar-experts.de -

Paul Goldschmidt
Telefon: + 49 (221) 74740055
E-Mail: paul.goldschmidt@seminar-experts.de
Seminardetails
| Dauer: | 2 Tage ca. 6 h/Tag, Beginn 1. Tag: 10:00 Uhr, weitere Tage 09:00 Uhr |
|---|---|
| Preis: |
Öffentlich oder Live Stream: € 1.198 zzgl. MwSt. Inhaus: € 3.400 zzgl. MwSt. |
| Teilnehmeranzahl: | min. 2 - max. 8 |
| Teilnehmer: | PSIRT, Incident Response, Product Security, Compliance, Krisenmanagement, technische Leitung und zuständige Personen für Behördenmeldungen. |
| Voraussetzungen: | CRA-Grundlagen und Verständnis von Schwachstellen- oder Incident-Prozessen. Die sichere technische Untersuchung eines Vorfalls wird nicht vorausgesetzt; vorgegebene Befunde werden fachlich ausgewertet. |
| Standorte: | Stream Live, Inhaus/Firmenseminar, Berlin, Bremen, Darmstadt, Dresden, Erfurt, Essen, Flensburg, Frankfurt, Freiburg, Friedrichshafen, Hamburg, Hamm, Hannover, Jena, Kassel, Köln, Konstanz, Leipzig, Luxemburg, Magdeburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Potsdam, Regensburg, Rostock, Stuttgart, Trier, Ulm, Wuppertal, Würzburg |
| Methoden: | Fachvortrag, Demonstrationen, angeleitete Praxis, Fallbearbeitung und Review |
| Seminararten: | Öffentlich, Webinar, Inhaus, Workshop - Alle Seminare mit Trainer vor Ort, Webinar nur wenn ausdrücklich gewünscht |
| Durchführungsgarantie: | ja, ab 2 Teilnehmern |
| Sprache: | Deutsch - bei Firmenseminaren ist auch Englisch möglich |
| Seminarunterlage: | Dokumentation auf Datenträger oder als Download |
| Teilnahmezertifikat: | ja, selbstverständlich |
| Verpflegung: | Kalt- / Warmgetränke, Mittagessen (wahlweise vegetarisch) |
| Support: | 3 Anrufe im Seminarpreis enthalten |
| Barrierefreier Zugang: | an den meisten Standorten verfügbar |
| Weitere Informationen unter + 49 (221) 74740055 |
Seminartermine
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